Pusic: Ein neuer Mann für die stürmische SVM-Seite. Der SVM holte Martin Pusic, er soll offensiv für Schwung sorgen. Gearbeitet wird zudem am Varianten-Reichtum.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 05. September 2018 (11:49)
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Der erste Aufritt des SV Mattersburg unter Neo-Trainer Klaus Schmidt war in der Generali-Arena bei der Austria lange Zeit wirklich ansehnlich. Bis eine knappe Viertelstunde vor Schluss führten die Burgenländer 1:0, innerhalb von zwei Minuten drehten die Violetten die Partie aber noch. Das war freilich zum Wegschauen. Trotzdem: Ein Gesichtsverlust war die Premieren-Darbietung keinesfalls. Foto: SEPA-Media/Pichler

Seit 1. September ist das Übertrittsfenster in den meisten europäischen Ländern geschlossen, sehr wohl können aber noch vertragslose Profis verpflichtet werden. Der SV Mattersburg hat diese Möglichkeit nun genutzt und Martin Pusic an Bord geholt.

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Neo-Stürmer: Mattersburgs Sportlicher Leiter Robert Almer (r.) begrüßte Martin Pusic beim SVM.

Seit einigen Jahren war der ehemalige Vienna-Kicker (der in Österreich von 2008 bis 2011 erst bei Admira und dann in Altach spielte, später über England nach Norwegen kam) in Dänemark aktiv – unter anderem bei Midtjylland, FC Kopenhagen oder Aarhus.

Im Juli unterzeichnete Pusic zwar einen Vertrag bei AC Horsens, Medienberichten zufolge löste der 30-jährige Profi diesen vier Tage später aber wieder auf, um außerhalb Dänemarks eine neue Herausforderung zu suchen.

Die fand der Österreicher nun in seiner Heimat, wo er laut Präsident Martin Pucher im Burgenland einen Vertrag bis Saisonende (mit Option auf ein weiteres Jahr) unterzeichnete. „Er war zu haben und bei uns besteht in der Offensive Handlungsbedarf“, so der Klubchef über den aktuellen Neuzugang.

Philipp Prosenik gegen Szombathely dabei

Neben Pusic könnte noch ein weiterer Offensivmann beim SVM andocken: Philipp Prosenik, zuletzt bei Ried und davor bei Rapid oder dem WAC engagiert. Der 25-Jährige ist seit der Vorwoche SVM-Trainingsgast und soll sich während der Länderspielpause auch noch bei einem Testspiel für einen Vertrag empfehlen können.

Bernhard Fenz
Philipp Prosenik

Morgen, Donnerstag (18 Uhr), spielt die Mannschaft nämlich in St. Johann in der Haide (Bezirk Hartberg) gegen den ungarischen Bundesligisten Haladas Szombathely. Danach werde eine Entscheidung fallen.

Auf sportlicher Ebene ist die schmerzhafte 1:2-Niederlage im ersten Spiel unter dem neuen Trainer Klaus Schmidt am Samstag bei der Austria übrigens abgehakt. Schade drum: Gut 75 Minuten lang verkaufte sich die Mannschaft teuer und bot eine großteils feine Leistung.

„Köpfe hängen lassen werden wir nicht“

Hinten waren die Burgenländer stabil, nach vorne erzeugte Grün-Weiß bei Gegenstößen durchaus Gefahr, blieb allerdings im Abschluss zu harmlos. Dann kamen sie aber, die ominösen zwei Minuten, in denen erst ein Elfer von Lucas Venuto zum 1:1 (78.) und wenig später ein Treffer von Alex Grünwald zum 2:1-Siegestreffer (79.) führte.

Fazit: Vieles war gut, das Ergebnis aber fix nicht. Pucher: „Wir waren knapp dran. Für mich war die Szene zwischen Thorsten Mahrer und Edomwonyi jedenfalls kein Elfmeter.“

Zu Wochenbeginn klang bei Schmidt nach dem Frust der Niederlage trotzdem schon wieder die Zuversicht durch. „Wir haben uns dort mit Anstand aus der Affäre gezogen, die Vorstellung war absolut in Ordnung.“

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Auffälliger SVMler: Alois Höller kam bei der Austria im Zuge schneller Gegenstöße immer wieder über die Seiten mit und erzeugte auch Gefahr. Hier wurde er von Cristian Cuevas per Foul gestoppt, der Austrianer kassierte Gelb. Am Ende mussten Höller und Co. eine bittere 1:2-Pleite einstecken. Foto: SEPA-Media/Pichler

Klar: Die beiden Gegentreffer trüben das große Ganze wesentlich. „Die Köpfe waren beim Training am Tag danach natürlich noch unten, das ist so im Fußball. Hängen lassen werden wir sie wegen dieser Niederlage aber ganz sicher nicht.“ Und der Sportliche Leiter Robert Almer ergänzte: „Die Leistung bei der Austria stimmt mich auf jeden Fall positiv, auch wenn die beiden Gegentore wehtun. Vor der Szene, die zum Elfmeter und dem 1:1 führte, gab es schon zwei ähnliche Situationen. Da sollte das Coaching innerhalb der Mannschaft besser funktionieren, weil alle auf einer Linie standen und die Zuordnung verloren ging. Insgesamt haben somit Nuancen gefehlt.“

Die Länderspielpause werde jedenfalls zu diversen Arbeitszwecken genutzt. Zu tun hat Klaus Schmidt mit seiner Mannschaft einiges. Da wäre einmal das Vorantreiben des gegenseitigen Kennenlernens. Gerade etwas mehr als eine Woche lang ist der 50-jährige Steirer nun im Amt. Das reicht natürlich, um eine Mannschaft auf ein Spiel vorzubereiten. Abläufe zu verinnerlichen, Arbeitsweisen näherzubringen und die eigene Spielidee zu vermitteln, das benötigt trotzdem mehr als ein paar Schnuppereinheiten.

„Diese Mannschaft ist eine klasse Partie“

Darum wird bis zum nächsten Meisterschaftsspiel am übernächsten Sonntag (16. September, 14.30 Uhr) daheim gegen den derzeit so starken LASK geübt, geübt und noch einmal geübt. „Nicht jedes System passt auf den Gegner. Ich will variabler sein. Dadurch können wir uns auf jedes Spiel anders vorbereiten und uns besser auf die Gegebenheiten einstellen.“

Bei der Austria ließ Schmidt Mattersburg etwa im 3-5-2 (mit den pfeilschnellen Andi Gruber und Rene Renner vorne) auflaufen, das sich im Defensivmodus folgerichtig zur Fünferkette in der Abwehr verwandelt.

Gleichzeitig hatten die Mittelfeldakteure Alois Höller und Michi Lercher den Auftrag, bei den Gegenstößen über außen mutig nach vorne zu agieren. Das belegt, warum etwa Höller zwei sehr gute Chancen vorfand oder auch Lercher bei einer Flanke plötzlich per Hechtkopfball die Möglichkeit auf einen Treffer vorfand. Andererseits war auch augenscheinlich, dass beim SVM derzeit an vorderster Front ein Knipser fehlt.

Zurück zum System-Thema. Dass die grün-weißen Profis das Potenzial für Varianten-Reichtum besitzen, davon ist Schmidt jedenfalls überzeugt: „Diese Mannschaft ist eine klasse Partie. Daher bin ich generell guter Dinge, dass wir das alles hinbekommen.“