Smail Prevljak – Admira 3:2

Erstellt am 03. März 2018 | 20:24
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Keine Frage: Der SV Mattersburg tritt derzeit geschlossen stark auf. Beim Spiel gegen die Admira war trotzdem Smail Prevljak eindeutig der Mann des Spiels.
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Der bosnische Legionär schoss beim 3:2-Erfolg gegen die Admira  alle drei Treffer und drückte dem sechsten Heimsieg in Folge seinen ganz persönlichen Stempel auf. Die Burgenländer sind somit (inklusive ÖFB-Cup) das neunte Spiel ungeschlagen, haben seit der Winterpause vier der fünf Bundesliga-Spiele gewonnen und schwimmen sportlich auf Wolke sieben. Respekt.

TABELLE DER TIPICO BUNDESLIGA

MATTERSBURG – ADMIRA 3:2. Es war eine Führung mit Ansage, die der SV Mattersburg in der ersten Halbzeit erzielte. Von Beginn weg waren die Burgenländer im Duell der beiden Teams der Stunde – Sechster Mattersburg gegen Dritter Admira, das gab es schon länger nicht mehr – die aktivere Mannschaft. Masaya Okugawa verzog gleich zu Beginn aus guter Distanz, danach klopften Markus Pink und Smail Prevljak gefährlich  an, die Admira-Hintermannschaft konnte aber in letzter Sekunde noch klären. Nur logisch also, dass es in Minute 24 schepperte. Kapitän Nedeljko Malic brachte Prevljak ins Spiel, der ließ Admira-Goalie Manuel Kuttin keine Chance und traf per Innenstange zum 1:0.

Kurioser Ausgleich, eiskalte Antwort

Es war also alles auf Schiene aus Sicht der Burgenländer. Und doch kam die Admira, die in Minute 26 durch Stephan Zwierschitz nach Vorlage von Patrick Schmidt den ersten vernünftigen Angriff fertigspielte, zum Ausgleich. Der Gegentreffer war zum Leidwesen der Grün-Weißen auch noch richtig billig: Weiter Ball auf Lukas Grozurek, SVM-Tormann Markus Kuster kam heraus, war auch im Rutschen zuerst am Ball, dieser versprang sich aber im entscheidenden Moment – Grozurek rannte durch und musste nur noch einschieben.

Weil sich Mattersburg im Hoch befindet, bringt die Mannschaft ein solcher Rückschlag aber scheinbar nicht aus dem Konzept. Praktisch mit dem Pausenpfiff ging die Elf von Gerald Baumgartner wieder in Führung. Mike Novak fing den Ball bei einem Admira-Angriff ab, brachte Prevljak mit einem weiten flachen Ball mustergültig ins Spiel – und der 22-jährige Stürmer umkurvte erst Kuttin, ehe er das Runde cool im langen Eck unterbrachte.

Es war die Coolness eines Spielers, der sich derzeit in Hochform befindet. Anders ist es nicht zu erklären, dass Prevljak auch kurz nach der Pause eine Vorlage von Jano aus halblinker Position souverän zum 3:1 verwertete,  indem er Kuttin keine Chance ließ und den Ball ins lange Eck schob. Admira? Konnte an diesem Tag unterm Strich einfach nicht jene Qualitäten abrufen, die die Südstädter zuletzt ausgezeichnet hatten. Sowohl spielerisch, als auch kämpferisch hatten die Niederösterreicher deutlich Luft nach oben.

Und doch machte Ernst Baumeisters Team die Sache in Minute 78 noch einmal spannend, als ausgerechnet ein Burgenländer traf. Patrick „Pipo“ Schmidt, Admira-Stürmer aus Eisenstadt, handelte nach einem langen Einwurf geistesgegenwärtig und bezwang Kuster mit einem Drehschuss aus kurzer Distanz ins lange Eck zum 3:2. Danach bemühten sich die Gäste zwar, wurde es in der Nachspielzeit auch sogar noch kurzfristig brenzlig, aber die Grün-Weißen brachten die drei Punkte über die Runden.

Weiter geht es nun am kommenden Sonntag gegen Red Bull Salzburg. Der Meister kann kommen…

STATISTIK

MATTERSBURG – ADMIRA 3:2 (2:1).- Torfolge: 1:0 (23.) Prevljak, 1:1 (35.) Grozurek, 2:1 (45.) Prevljak, 3:1 (51.) Prevljak, 3:2 (78.) Schmidt.

Gelb: Ebner (31., Foul), Lackner (58., Unsportlichkeit), Merkel (61., Foul); Höller (57., Foul), Perlak (62., Foul), Prevljak (87., Unsportlichkeit).

SR: Weinberger.- Pappelstadion, 2.100.

Mattersburg: Kuster; Höller, Malic, Mahrer, Novak; Jano, Perlak (89. Cesar Ortiz); Okugawa (76. Fran Sanchez), Ertlthaler, Pink (69. Renner); Prevljak.

Admira: Kuttin; Zwierschitz, Lackner, Petlach, Scherzer; Vorsager (46. Kalajdzic), Ebner; Schmidt, Merkel, Grozurek; Jakolis (56. Hausjell).

STIMMEN

SVM-Präsident Martin Pucher: „Beim Stand von 3:1 war ich mir sicher, dass wir gewinnen würden. Nach dem zweiten Tor ist es dann noch ein wenig eng geworden, der Sieg war aber verdient – vor allem auch, weil das erste Gegentor unnötig war.“

SVM-Kapitän Nedeljko Malic: „Wir waren die ersten 60 Minuten klar besser – und ohne überheblich zu sein, hätten wir da schon das Spiel entscheiden müssen. Dann haben wir durch individuelle Fehler die Admira zum Leben erweckt.“

SVM-Tormann Markus Kuster: „Danke an die Mannschaft, die heute meinen Fehler ausgebessert hat. Wir orientieren uns jetzt weiter nach oben und schauen von Spiel zu Spiel.“

Admira-Torschütze Patrick Schmidt: „In der ersten Halbzeit war das viel zu wenig von uns. Nach der Pause war es dann besser, sind wir vor allem in der Schlussphase besser ins Spiel gekommen. Dann wäre ein Unentschieden sogar verdient gewesen.“

Dreifachtorschütze Smail Prevljak: „Es war ein schwieriges Spiel für uns. Aber die Mannschaft funktioniert  derzeit gut und dadurch ist es für mich auch leichter Tore zu erzielen. Wir sind auf einem guten Weg, wollen auch gegen Salzburg anschreiben. Für mich ist das natürlich ein besonderes Spiel.“

Mattersburg-Trainer Gerald Baumgartner: „In der ersten Halbzeit haben wir das super gemacht, haben der Admira trotzdem ein Tor geschenkt. Nach dem 3:2 haben wir ein wenig den Faden verloren, da hätten wir die Konter besser spielen müssen. Gut möglich aber auch, dass da die Kräfte geschwunden sind. Die Mannschaft hat ja auch am Dienstag im ÖFB-Cup gespielt. Jetzt sind wir voll dabei im Mittelfeld und haben eine sehr gute Ausgangsposition.“

Admira-Trainer Ernst Baumeister:  „Gratulation an Mattersburg. Der Sieg war nicht ganz unverdient, speziell die erste Halbzeit haben wir verschlafen. Die letzte halbe Stunde war dann ok.“