Spielpause kommt dem SV Mattersburg gelegen. Ärger über die 2:3-Pleite gegen Rapid, dazu viele Angeschlagene: Die Spielpause passt beim SVM gut rein.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 11. Oktober 2019 (03:50)
Martin Ivansich
Umfaller gegen Rapid. Lange Zeit hatte der SV Mattersburg gegen die Hütteldorfer zumindest einen Punkt in der Hand, am Ende gingen die Burgenländer aber doch noch leer aus – 2:3.

3:3 gegen Sturm, 1:2 im Cup in St. Pölten, 2:0 in Altach, 2:3 gegen Rapid. Die Profis des SV Mattersburg sind leistungsmäßig derzeit alles, nur nicht stabil. Für ein Hoch zu schwach, für ein Tief zu gut: Wie ein Flummi bewegt sich Grün-Weiß zwischen den Extremen.

Dass es gegen die Hütteldorfer am Samstag nicht zu mehr reichte, war laut Trainer Franz Ponweiser vor allem einem Umstand geschuldet: „Wir haben kein schlechtes Spiel gezeigt, aber es ist ein Wahnsinn, wie billig wir Tore kassieren. Beim 1:1 in der Nachspielzeit der ersten Hälfte verlieren wir leichtsinnig den Ball und lassen uns dann trotz Überzahl zu leicht ausspielen. Da ist die Coolness abgegangen, obwohl eigentlich genügend Erfahrung aufgeboten wurde. Beim 2:2 fehlte im Kopf die Handlungsschnelligkeit, um den Abpraller nach dem Kopfball an die Latte zu klären. Wir müssen da viel mehr auf Zug bleiben.“

Parallel dazu ging dem 44-Jährigen gegen die über weite Strecken überlegenen Gäste in der Offensive eines ab: richtige Lösungen im Umschaltspiel. In der Analyse der Partie offenbarte sich für Ponweiser: „Wir haben da eigentlich super Möglichkeiten mit unglaublich viel Raum vorgefunden, waren aber zu ungenau. Solche Situationen hätten wir zum 3:1 nutzen können.“

„Es ist ein Wahnsinn, wie billig wir Tore kassieren.“ SVM-Trainer Franz Ponweiser lag die samstägige 2:3-Niederlage gegen Rapid vor allem deshalb noch ziemlich im Magen.

Weil aber potenzielle Gegenstöße einfach versandeten und Rapid nach dem Ausgleich schließlich im Finish die drei Punkte fixierte, standen die Burgenländer eben ohne Punkt da. „Wir haben es verbockt, trotz zweimaliger Führung, und müssen uns das auch selbst zuschreiben.“

An sich wäre nach so einer spät eingefangenen Niederlage nun rasches Fokussieren auf das nächste Spiel ein gutes Ablenkungsmanöver, im Fall des SVM nimmt Ponweiser die nun eingelegte länderspielbedingte Pause gerne an. Jetzt gilt es runterzukommen und dann die körperlichen und mentalen Kräfte zu bündeln.

Denn zu Wochenbeginn war die Personalsituation noch sehr angespannt. Michi Lercher fehlte krankheitsbedingt, Patrick Salomon war angeschlagen, Andi Gruber laboriert an einer Seitenbandüberdehnung, Fabian Miesenböck kassierte gegen Rapid einen Schlag und war ebenfalls nicht voll fit. Nicht zuletzt deshalb wurde auch ein geplantes Testspiel am Donnerstag gegen den ungarischen Zweitligisten Budafoki MTE (der von Ex-SVM-Profi Csaba Csizmadia betreut wird) abgesagt. „Es bringt nichts, so ein Spiel irgendwie durchzuboxen“, will sich der Chefcoach ohne Wettkampfcharakter auf das Wesentliche konzentrieren.

„Es bringt nichts, so ein Spiel irgendwie durchzuboxen“

Der eine oder andere Youngster könne ohnehin bei den Amateuren am Freitag in der Ostliga zum Einsatz kommen, die angeschlagenen Akteure können sich auskurieren, daneben sollen im Training gewisse Abläufe verbessert werden. Etwa auch das Defensivverhalten von der Seite. Hier lasse der SVM nach Ponweisers Geschmack einfach „zu viele Flanken“ zu. Auch das gelte es auszumerzen, um dann möglichst stabil weiterzumachen.

Das kommende Programm hat es nämlich mit den Auswärtsspielen beim LASK und in Hartberg sowie dem Heimspiel gegen Salzburg in sich.