Starker Beginn, deftiges Ende - 2:7 für den SVM in Linz. Der SV Mattersburg ging beim LASK zwar in Führung und glich danach noch zum 2:2 aus, am Ende schlitterte die Mannschaft von Trainer Franz Ponweiser aber in ein deftiges 2:7-Debakel.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 19. Oktober 2019 (18:58)

Dabei begannen die Burgenländer so verheißungsvoll. Andi Kuen brachte mit einer wunderbaren Quervorlage den freistehenden Andi Gruber ins Spiel und die Nummer 11 ließ sich die Chance nicht entgehen, zirkelte den Ball in typischer Gruber-Manier zur 1:0-Führung der Gäste ins lange Eck. Es sollte aber letztlich nur der Startschuss eines Torfestivals in dieser Begegnung werden, die Treffer (insgesamt neun) fielen munter weiter. Nur vier Minuten später glich Gernot Trauner nach einem Freistoß von Michorl per Kopf aus (er setzte sich gegen Führungsschützen Gruber durch), ehe Thomas Goiginger in weiterer Folge nachlegte, indem er zwar etwas glücklich im Strafraum zum Ball kam, dann aber zu unbedrängt agieren konnte und souverän ins Eck traf.

Mattersburg konnte sich allerdings in dieser Phase noch behaupten und schlug zurück. 34. Minute: Freistoß Gruber, der Ball landete bei Philipp Erhardt, dessen Abschlussversuch von Trauner geblockt wurde und Nedeljko Malic vor die Füße fiel. Der Kapitän ließ sich nicht lumpen und traf aus kurzer Distanz zum 2:2.

Aber auch nun konnte die Mannschaft von Franz Ponweiser das Erfolgserlebnis nicht lange konservieren, sondern erlitt abermals nur vier Minuten später den nächsten Rückschlag. Nachdem Goiginger zu lange im Strafraum werken konnte, prallte der Klärungsversuch dann auch noch zu Reinhold Ranftl ab, dessen Flachschuss von der Seite die 3:2-Führung bedeutete. 

Zweite Halbzeit wie auf einer schiefen Ebene

Dann war Pause. Wer sich vom SVM eine entsprechende positive Reaktion erwartet hatte, wurde in den zweiten 45 Minuten eines Besseren belehrt. Der LASK dominierte das Geschehen nach Belieben und traf, je länger die Partie dauerte, auch wie am Fließband. Da gelang dann vieles, etwa auch ein Treffer von Marko Raguz, der nach einer Quervorlage im Liegen den Ball erst zumindest kurz mit beiden Beinen fixierte (die Gäste reklamierten danach auch Ballsperren) und diesen dann als Rückzieher (ebenfalls im Liegen) zum 4:2 ins Tor beförderte.

Zu oft durchdrangen die Linzer im zweiten Durchgang die SVM-Abwehrreihe, immer wieder hebelten Bälle in die Tiefe die Defensive aus. Goiginger und Samuel Tetteh sagten dafür artig danke, Ranftl durfte noch einmal mit einem Schuss ran und am Ende musste Mattersburg froh sein, dass Referee Andreas Heiss die Partie beendete.

Bitteres Fazit: Trotz zweier Auswärtstore war dieses Match für den SVM letztlich zum Vergessen, das bestätigte auch Kapitän Nedeljko Malic in einer Reaktion unmittelbar danach: „In der zweiten Halbzeit haben wir uns abschießen lassen, das hätte in der Art und Weise nicht passieren dürfen. Mir ist es unerklärlich, wir haben auf jeder Position den Zugriff verloren, mit seiner Klasse hat das der LASK dann eiskalt ausgenützt. Mit dieser Wucht sind wir weder im Training noch sonstwo konfrontiert, das ist für uns eine ganz neue Dimension. Ich bin mir da vorgekommen wie im Wunderland und kann mir das selbst nicht erklären. Eigentlich sind wir gut in die Partie gegangen. In der zweiten Halbzeit haben wir uns aber nicht einmal gescheit gewehrt.“

STIMMEN ZUM SPIEL

„Das war endlich einmal der Durchbruch, auf den wir so lange gewartet haben.“ LASK-Trainer Valerien Ismael

„Wir haben auch in der ersten Halbzeit schon kapitale Eigenfehler bei den Gegentoren gemacht, da waren wir schon richtig sauer. Vor der Pause ist der Plan aber gut aufgegangen, in der zweiten Hälfte haben wir es dann nicht geschafft, die Bälle vorne zu halten, haben sie auch immer wieder in der Vorwärtsbewegung verloren. Der Knackpunkt war das 4:2, das war sehr schön gemacht, aber da war für mich schon auch kurz Ballsperren dabei. Dann war es sehr schwierig für uns. Unser größtes Problem war, dass wir es nicht geschafft haben, die Schnittstellen zu schließen. Wir waren dann immer Zweiter und der LASK hat uns dann mit seinem Geschwindigkeitsvorteil bestraft.“ SVM-Trainer Franz Ponweiser

STASTISTIK

LASK - MATTERSBURG 7:2 (3:2).- Torfolge: 0:1 (6.) Gruber, 1:1 (10.) Ranftl, 2:1 (24.) Goiginger, 2:2 (34.) Malic, 3:2 (38.) Ranftl, 4:2 (64.) Raguz, 5:2 (70.) Goiginger, 6:2 (74.) Ranftl, 7:2 (79.) Tetteh.

Gelb: Kuen (14., Foul), Erhardt (27., Foul), Halper (29., Foul).

SR: Heiss.- Raiffeisen Arena Pasching, 5.420.

LASK: Schlager; Wiesinger, Trauner, Filipovic; Ranftl, Holland (65. Potzmann), Michorl, Renner (69. Haudum); Frieser, Raguz, Goiginger (72. Tetteh).

Mattersburg: Kuster; Salomon, Malic, Rath, Hart; Jano; Gruber, Erhardt, Kuen (78. Mahrer), Halper (61. Kvasina); Bürger (68. Olatunji).