SV Mattersburg: Hochspannung im Blickfeld. Beim SV Mattersburg fiebert man dem Start der Qualifikationsgruppe entgegen. Es geht um viel, weil es auch einen Absteiger geben muss. Kandidaten gibt es einige, daher wollen Goalie Markus Kuster und Co. möglichst rasch klare Verhältnisse schaffen.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 24. Mai 2020 (06:01)
Markus Kuster
Martin Ivansich

Spätestens seit Montagnachmittag ist klar: Die Qualifikationsgruppe der Bundesliga wird keine entspannte Saisonvorbereitung 20/21 unter Wettkampfbedingungen, sondern ein beinharter Kampf gegen den Abstieg. Weil nämlich auch die 2. Liga die Fortsetzung mit Geisterspielen beschloss, wird es einen Aufsteiger geben – und braucht es oben folgerichtig einen Absteiger.

„Niemand darf sich hier in eine Selbstmitleidsspirale reinziehen.“ SVM-Coach Franz Ponweiser

„Hier findet nun ein Gemetzel statt, unten kann ohne Risiko gespielt werden. Das wirkt schon ein bisserl komisch“, zielt SVM-Coach Franz Ponweiser auf die Tatsache ab, dass unterhalb der zweithöchsten Spielstufe die Meisterschaft bekanntlich annulliert wurde, weshalb es in Liga zwei im Zuge der restlichen Spielzeit keine Absteiger geben wird. Nachsatz: „Uns darf das aber ohnehin nicht tangieren. Niemand darf sich hier in eine Selbstmitleidsspirale reinziehen. Für uns hat sich nämlich nichts geändert.“

Dass Mattersburg mitten im Abstiegskampf steht, darauf haben sich die Grün-Weißen vorbereitet. Nach wie vor hat es der SVM selbst in der Hand, so rasch wie möglich in den verbleibenden zehn Spieltagen auf sportlichem Weg Klarheit zu schaffen. Das sieht auch Goalie Markus Kuster so: „In dieser Zeit sind alle nur auf Fußball fixiert, die Lust darauf ist nach der Zwangspause enorm hoch. Zudem bleibt zwischen den Spielen nie viel Zeit zum Nachdenken, man muss einfach nur funktionieren.“

Test beim WAC auch für die Automatismen

Auch wenn die englischen Runden und die geballte Ladung an Matches für viele völliges Neuland ist. Lediglich ein Testspiel bleibt, am kommenden Dienstag werden sich Mattersburg und der WAC in Wolfsberg dreimal 45 Minuten Zeit nehmen, um den Ernstfall zu üben. „Das ist für das generelle Gefühl schon sehr gut. Rein und raus aus der Kabine, die Abläufe und Automatismen wieder verinnerlichen, all das macht auch etwas aus.“ Neben der sportlichen Probe freilich.

Hier hat der 26-jährige Schlussmann aus Pama ein gutes Gefühl. „Ich bin schon sehr zuversichtlich, weil die letzten Spiele vor der Corona-Krise wirklich in Ordnung waren.“ Vergleichen könne man die Situation von damals und heute freilich nur ganz schwer. Nicht nur wegen der Geisterspiele, auf die sich alle Beteiligten einstellen müssen, sondern auch wegen der Anzahl von zehn Partien innerhalb von fünf Wochen.

Ponweiser: „Wir müssen uns täglich neu aufstellen und Flexibilität beweisen, um auf den jeweiligen Ermüdungszustand der Spieler einzugehen. Das alles wird ein Ritt auf der Rasierklinge, um das Team immer am Dienstag und Samstag auf den Punkt genau am Platz hinzubekommen.“ Und auch grobe Wehwehchen zu vermeiden. „Es braucht sicher auch das Quäntchen Glück, dass wir möglichst ohne Verletzungen durchkommen.“

Auch wenn die Mannschaft im Vorfeld beim Aneignen körperlicher Tugenden fleißig war. Mehr und mehr wird es ob der Mega-Belastung aber vor allem auch regenerative Maßnahmen brauchen. Denn eines geht nicht, wie der Trainer klarstellt: „Müdigkeit kannst du nicht wegtrainieren.“