SV Mattersburg: „Wir wollen die Saison krönen“

Heute, Dienstag (19 Uhr), ist es soweit. Rapid empfängt den SV Mattersburg im Allianz-Stadion zum Halbfinale des Europa League-Play-offs. In dieser einen K.o.-Partie wird sich entscheiden, wer in die Finalspiele um das letzte internationale Ticket kommen wird.

Erstellt am 28. Mai 2019 | 06:03
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Die Profis des SV Mattersburg
Die Profis des SV Mattersburg wollen auswärts bei Rapid jubeln und in die Finalspiele des Europa League-Play-offs einziehen.
Foto: Martin Ivansich

Am Donnerstag (17 Uhr) spielt nämlich der Sieger von Rapid-Mattersburg zuerst daheim gegen Sturm Graz (Fünfter der Meistergruppe), das Rückspiel steigt dann am Sonntag (17 Uhr) in Graz.

Während die restlichen Teams der Bundesliga bereits Urlaub haben, matchen sich also erst der Sieger und der Zweite der Qualifikationsgruppe und im Anschluss der Sieger gegen den Fünften der oberen Hälfte um  jenen verbleibenden Startplatz, der zur Qualifikation für die Europa League berechtigt. Pikant ist in dieser Hinsicht die zeitliche Konstellation, dass zwischen dem Halbfinale am Dienstag und dem Final-Hinspiel am Donnerstag nicht einmal zwei Tage liegen. Ein klarer Vorteil also für den Fünften der Meistergruppe, da die körperliche Belastung für jenes Team, das sich am Dienstag durchsetzt, enorm sein wird.

Lest mehr zum Thema Belastung und Ansetzung der Play-off-Spiele:

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Hinzukommt, dass sich weder Rapid noch Mattersburg groß schonen können, geht es doch im Halbfinale einmal um alles oder nichts.

Am Samstag mischten übrigens beide Teams im Zuge der bedeutungslosen letzten Runde ihre Kader munter durch und traten mit völlig neu zusammengewürfelten Teams auf. Die Ergebnisse (SVM 0:4 in Innsbruck, Rapid 1:2 daheim gegen Altach) sprechen für sich, dürfen aber getrost vernachlässigt werden. Heute kommt es darauf an, dessen ist sich auch SVM-Kapitän Nedeljko Malic bewusst: „Wir haben in den bisherigen Saisonduellen gegen Rapid gezeigt, dass wir auf Augenhöhe mit ihnen agieren können. Dementsprechend zuversichtlich gehen wir in dieses Spiel, auch wenn klar ist, dass Rapid aufgrund des Heimspiels einen leichten Vorteil hat. Aus den Gesprächen mit den Mannschaftskollegen geht aber schon hervor, dass wir alle überzeugt sind, es schaffen zu können.“

Die Rechnung dafür ist jedenfalls einfach: Ein Sieg in Wien – ganz gleich, ob nach 90 Minuten, nach der Verlängerung oder im Elferschießen – muss her, dann wäre der Weg frei für die Entscheidungsspiele am Donnerstag und Sonntag gegen Sturm Graz. Ob die Hütteldorfer aufgrund der Favoritenrolle mehr unter Druck stehen, wollte Malic so nicht bestätigen. „Der ist bei beiden Teams ähnlich groß, weil ja beide weiterkommen wollen. Wir möchten die Saison jedenfalls krönen und die Überraschung schaffen.“ Schon der Einzug ins Finale wäre aus SVM-Sicht freilich eine großen Sache, da dann einmal Rapid sportlich eliminiert wäre. Malic: „Das Kribbeln ist schon groß, ebenso die Vorfreude. Schließlich ist dieses Match mit einer Cup-Partie vergleichbar, wo es am Ende einen Sieger und einen Verlierer gibt. Ich hoffe auf ein tolles Spiel und auf eine würdige Atmosphäre im Stadion.“

Trainer Klaus Schmidt erwartet Duell mit viel Tempo und Taktik

Und auch bei Cheftrainer Klaus Schmidt hat das besagte Kribbeln längst begonnen: „Wir haben uns dieses erste Endspiel so gewünscht und glauben natürlich an unsere Chance.“ Dass sich im sechsten (!)  grün-weißen Duell der Saison (viermal Meisterschaft, einmal ÖFB-Cup) etwaiges taktisches Geplänkel aufgrund der Tatsache, dass viel auf dem Spiel steht, einstellen werde, glaubt Schmidt nicht: „Das wird ganz sicher kein Herumgeschiebe, sondern ein Duell mit viel Tempo, freilich aber auch mit jeder Menge Taktik.“

Rein sportlich ist die Bilanz jedenfalls ausgeglichen – im ÖFB-Cup setzte sich Rapid beim SVM im Elferschießen durch, ansonst gewann in den vier Bundesliga-Duellen jeweils das Heimteam zweimal. So gesehen ist auch klar, dass Rapid (1:0 und 2:1 in den beiden Spielen in Wien) als Favorit in das Halbfinale geht.

Personell steht beim SV Mattersburg (der sich daheim 2018/2019 in der Meisterschaft 2:1 und 1:0 durchsetzen konnte) hinter dem Einsatz von Regisseur Jano ein Fragezeichen. Der spanische Legionär musste aufgrund einer Oberschenkelzerrung passen. Schmidt und sein Betreuerstab werden erst am Spieltag definitiv entscheiden, ob der 32-Jährige dabei sein kann oder eben nicht.