Altach? „Jetzt noch einen Zahn zulegen“. Das 2:2 in St. Pölten brachte Mattersburg zwar nicht wesentlich weiter, trotzdem steigt im SVM-Lager die Zuversicht.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 24. November 2016 (05:23)
BVZ, Wolfgang Wallner
Kampfstark: Goalie Markus Böcskör, Philipp Erhardt (M.) und Co. wehrten sich beim direkten Duell in St. Pölten erfolgreich.

„Ich weiß nicht, was wir verbrochen haben: Wir werden einfach nicht belohnt.“ Der Sager von Thorsten Röcher nach dem 1:1 gegen Ried am 24. September kann auf einige Mattersburger Heimspiele im ersten Saisondrittel umgemünzt werden.

Damals verpasste der SVM gegen die Oberösterreicher aufgrund eines umstrittenen Penaltys in der Schlussminute einen Dreipunkter – definitiv als besseres Team, ebenso übrigens wie beim 0:1 am 24. Juli zum Saisonauftakt gegen die Admira und beim 1:1 am 27. August gegen St. Pölten.

BVZ
Auswechslung: Patrick Bürger zog sich eine leichte Zerrung zu.

Mittlerweile wird Mattersburg belohnt, wenn auch (noch) nicht im gewünschten Maße. Der Ausgleich zum 2:2 bei Leader Sturm Graz in der Nachspielzeit war schon ein Zeichen, der totale Kampfgeist beim 2:1 im Dauerregen gegen Salzburg dann ein Extra-Big Point.

Bis zum 0:1 war die SVM-Elf klar unterlegen

Beim direkten Abstiegskonkurrenten St. Pölten wäre die „Belohnungs-Tour“ am Samstag beinahe weitergegangen, aber eben nur beinahe. So steht nun ein 2:2 fest, das weit besser als eine Pleite, aber doch nicht gut genug für den totalen Befreiungsschlag im Keller zu bewerten ist.

Weit besser als eine Pleite war die Partie, weil der SVM speziell in der zweiten Halbzeit bis zur Führung der Gastgeber das klar unterlegene Team war. Nicht auszudenken, wie das Duell mit der mangelhaften Effizienz aus den ersten zwölf Runden ausgegangen wäre.

Thorsten Röcher, der als Einwechselspieler für Schwung sorgte und nach dem Ausgleich in Minute 87 die Führung erzielte: „Im ersten Saisondrittel haben wir oft sehr gut gespielt, jetzt sind wir vor allem effizient. Man kann nicht erwarten, dass wir in unserer Situation befreit aufgeigen. Aber wir haben gegen Sturm Graz, Salzburg und St. Pölten insgesamt sechs Tore erzielt. Darauf können wir aufbauen.“

Spielerische Leistung: Devise „Zahn zulegen“

Speziell aus Standardsituationen haben sich die Grün-Weißen zu einem echten Gefahrenherd entwickelt, wie Trainer Ivo Vastic auch zufrieden zur Kenntnis nahm: „Die ruhenden Bälle nützen wir mittlerweile sehr gut aus. Jetzt gilt es, mit den zuletzt geholten Punkten im Rücken auch aus dem Spiel heraus wieder einen Zahn zuzulegen.“

Nicht gut genug für den totalen Befreiungsschlag war das Duell in St. Pölten allerdings deshalb, weil sich die Burgenländer nach dem Ausgleich und der Führung in Minute 87 quasi im Gegenzug wieder die Butter vom Brot nehmen ließen. Ein einfacher Pass Richtung Gefahrenzone, ein Duell an der Strafraumgrenze zwischen Philipp Erhardt und Daniel Segovia, Hände im Spiel, ein Fall, ein Elferpfiff.

Vastic: „Schwierig zu sagen, ob das Vergehen innerhalb oder außerhalb des Sechzehners war. Das Halten fängt schon davor an. So oder so sollten wir den Pass durch die beiden Ketten gar nicht erst zulassen, insgesamt haben wir uns vor diesem Ausgleich defensiv nicht sehr klug verhalten. Da war die Mannschaft scheinbar noch zu sehr in der Euphorie des Führungstreffers.“

BVZ
Vermeintliche Entscheidung: In der 87. Minute drehten die SVM-Profis jubelnd ab, nachdem Thorsten Röcher den Ball zum 2:1 ins Netz geschoben hatte. Unmittelbar danach fiel aber prompt noch der Ausgleich aus einem Elfmeter.

Weiter geht es für den SVM nun mit einem Heimspieldoppel. Am Samstag (18.30 Uhr) empfangen Kapitän Patrick Farkas und Kollegen das bisherige Überraschungsteam aus Altach, ehe am kommenden Mittwoch (20.30 Uhr) Rapid mit Neo-Coach Damir Canadi zu Gast im Pappelstadion sein wird. Für Ivo Vastic zählt aber vorerst nur das Duell gegen die Vorarlberger. „Gegen Altach wollen wir, so wie beim 2:1 gegen Salzburg, besonders unsere Grundtugenden an den Tag legen und über den totalen Kampf zum Erfolg kommen.“

Außerdem gelte es nun generell, aus den letzten fünf Runden vor der Winterpause einen Vorteil zu nützen. Drei Spiele steigen schließlich daheim in Mattersburg. Neben Altach und Rapid muss am 10. Dezember auch die Admira hier antreten. Gute Gelegenheiten, um neben den ausstehenden Auswärtspartien in Ried und bei der Austria noch wichtige Punkte für eine ruhigere Winterpause zu holen.“ Röcher: „Wir können es uns jetzt noch richten und eine gute Ausgangslage für das Frühjahr schaffen.“