SVM & Corona: Ein Alltag zwischen Zweifeln und Hoffen. Kommende Woche tagt die Liga wieder. Ob und wann es weitergeht? SVM-Coach Franz Ponweiser: „Bin skeptisch.“

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 25. März 2020 (06:15)
Symbolbild
Pixabay/Didgeman

Dem CO2-Fußabdruck dient auch die aktuelle Bundesliga-Pause. Wer daheim bleiben muss und mit dem Fahrzeug wenig unterwegs ist, erzeugt auch weniger Schadstoffe. So gesehen war die Tagung der Fußball-Elite vergangene Woche hochkonstruktiv.

Per Videokonferenz wurde die Lage thematisiert. „Vom Format her war das top. Generell ist dieses Mittel auch im Sinne des Umweltschutzes künftig anzudenken, damit man nicht immer überall hinfahren oder hinfliegen muss“, sah Mattersburgs Trainer und Sportlicher Leiter Franz Ponweiser durchaus Positives.

Rein thematisch wurden neben der Spielpause bis Mai die Szenarien durchgespielt, die nach der Verschiebung der EM ins Jahr 2021 und das größere Zeitfenster nach hinten möglich sind. So könnte die Meisterschaft bis Ende Juni noch durchgebracht werden. „Die Idee, das in zwei Monaten noch durchzuziehen, ist toll. Ich bin allerdings sehr skeptisch“, pendelt Ponweiser hier zwischen dem Zweifeln und dem Hoffen.

Kommende Woche ist das nächste digitale Liga-Treffen angesetzt. „Ich spreche mit vielen Leuten, auch mit Ärzten, und kann mir noch nicht so recht vorstellen, dass ab Mai wieder ein annähernd normaler Betrieb im Sport möglich ist.“ Der Chefcoach gibt hier auch zu bedenken: „Was passiert, wenn dann herauskommt, dass sich ein Spieler mit dem Virus infiziert hat? Dann müsste die Mannschaft in Quarantäne. Was wäre dann mit dem gegnerischen Team? Uneingeschränkt kann ich an diese Option ehrlich gesagt noch nicht glauben.“

Stichwort Verträge und Kurzarbeit

Bis wieder an ein Mannschaftstraining zu denken ist, bleiben die Beteiligten ohnehin einmal daheim und halten sich dort mit Individualprogrammen fit. Die zuletzt ausgefallenen Kicker Andreas Gruber (Meniskus) und Jano (Seitenband) sind am Weg retour und könnten dem SVM, wenn die Bundesliga denn fortgesetzt werden kann, bald wieder zur Verfügung stehen. Hier sieht Ponweiser übrigens vor allem die Option von Geisterspielen als „ganz heikle Geschichte“, Stichwort fehlende Einnahmen für die Vereine, die dann nur auf Sponsoren- und Fernsehgelder zurückgreifen könnten. Womit wir bei der Wirtschaftlichkeit wären, die auch bei den Klubs derzeit ein heißes Thema ist.

Geht es um die Bezahlung der SVM-Crew, steht auch die Variante von Kurzarbeit auf der Agenda. Zu Redaktionsschluss am Montag war das Thema noch offen. Ponweiser stellt jedenfalls klar: „So etwas ist auch eine Charakterprüfung gegenüber dem Verein.“

Und dann stehen auch etwaige Vertragsverlängerungen und Verhandlungen schön langsam an. Bis 30. April bleibt Zeit, Options-Verträge abzuklären, unter anderem etwa bei Thorsten Mahrer, Patrick Salomon oder Andi Kuen. Kurzum: In den nächsten Wochen steht das Werkl beim SVM hinter den Kulissen ganz sicher nicht still.