Mattersburg

Erstellt am 06. Juni 2018, 04:44

von Bernhard Fenz

SVM: Die Almer-Aktie war Chefsache. Ex-Teamgoalie Robert Almer wird SVM-Tormanntrainer – Martin Pucher hatte die Idee.

Neo-Tormanntrainer in Mattersburg. Robert Almer kehrt zum SVM zurück, allerdings als Betreuer.  |  APA (Archiv)

Es war eine aufsehenerregende Meldung am Montag um 11.11 Uhr. Kurz und bündig gab der SV Mattersburg dabei bekannt, dass Robert Almer künftig neuer Tormanntrainer sein werde. Bereits im Sommer 2006 kam der damals 22 Jahre alte Almer als Zweiergoalie ins Burgenland.

Vor zwölf Jahren war sein Transfer aber weit weniger spektakulär als jetzt, denn: Jener Robert Almer von damals war ein in der breiten Öffentlichkeit weitgehend unbekannter Schlussmann, der von den Austria Amateuren zu einem burgenländischen Bundesligisten ging.

Jener Robert Almer von heute hat hingegen mittlerweile längst einen immensen Bekanntheitsgrad – etwa als Teamtormann (unter anderem bei der EM 2016 in Frankreich), Deutschland-Legionär und auch seit 2015 als Nummer eins bei der Austria.

Allerdings war Almer seit November 2016 aufgrund eines Kreuzbandrisses, zugezogen beim Europa-League-Gruppenspiel auswärts gegen AS Roma, außer Gefecht. Davon erholte er sich im übrigen auch nicht mehr, weshalb er mit 34 Jahren als Spitzensportler am Montag seinen Rücktritt bekanntgab.

„Wenn ich schon nicht mehr als Spieler aktiv sein kann, möchte ich noch immer das frisch gemähte Gras bei der täglichen Arbeit am Platz spüren.“Robert Almer über seine Tätigkeit als Tormanntrainer

Bereits beim Trainingsstart der Grün-Weißen am kommenden Donnerstag (14. Juni) um 16 Uhr wird der gebürtige Steirer – mittlerweile lebt er südlich von Wien in Niederösterreich – seine neue Tätigkeit aufnehmen. Schon bei den Veilchen (und in der Austria-Akademie) war er im Torwarttrainer-Bereich tätig, auch punkto Trainerausbildung passt die neue Aufgabe gut. Almer: „Ich habe auch mit der Austria Gespräche geführt, aber da wäre es um eine andere Funktion gegangen. Im Moment sehe ich mich noch eher am Platz.“ Parallel studiert der ehemalige Teamtorhüter an der FH Burgenland im Zuge eines Fernstudiums Management & Sport, weshalb er sich auch über kurz oder lange eine Tätigkeit im Managementbereich vorstellen könne.

Jetzt gehe es aber nach der aktiven Karriere um einen langsamen Übergang ins neue Arbeitsleben – und der soll nicht sofort in einen Schreibtischjob münden. „Wenn ich schon nicht mehr als Spieler aktiv sein kann, möchte ich noch immer das frisch gemähte Gras bei der täglichen Arbeit am Platz spüren. In den letzten 20 Jahren durfte ich sehr viel erleben, nun möchte ich die Erfahrung weitergeben. Ich freue mich jedenfalls schon sehr auf die neue Aufgabe in Mattersburg.“

Die Idee zur Rückkehr auf Trainerebene hatte übrigens mit Martin Pucher der Präsident höchstpersönlich. „Der Gedanke war schon länger in meinem Kopf. Wir hatten ein gutes Gespräch, wo ich ihm diese Variante vorgeschlagen habe. Ich freue mich, dass er sich für uns entschieden hat. Robert Almer hat alle Höhen und Tiefen erlebt und ist ein sehr angenehmer Mensch, den ich immer sehr geschätzt habe“, so der Klubchef des SV Mattersburg zur BVZ.

Und Chefcoach Gerald Baumgartner ergänzte: „Vom Typ her passt er gut zu uns. Wir haben schon ein sehr gutes Gespräch geführt. Er ist gewillt etwas dazuzulernen und sehr ehrgeizig. Ich bin überzeugt davon, dass er mit seiner Erfahrung die Goalies weiterentwickeln kann.“

Borenitsch zu den Amas, Erhardt hat verlängert

Almer löst somit Thomas „Tetschgerl“ Borenitsch ab, dessen Zukunft ebenfalls bereits geklärt ist. Der langjährige SVM-Schlussmann wird neben seiner Torwarttrainer-Tätigkeit in der Fußballakademie im grün-weißen Betrieb erhalten bleiben und kümmert sich künftig bei der Ostliga-Truppe von Coach Max Schmidt um die Schlussmänner.

Markus Kuster, Einsertormann bei den Profis, zum Wechsel auf der Betreuerebene: „Ich möchte mich bei Thomas Borenitsch für seine Tätigkeit bedanken. Er hat mich immer unterstützt und mir als Goalie stets geholfen. Robert Almer ist auf seiner Position natürlich ein Top-Mann, der viel Erfahrung gesammelt hat, die er weitergeben kann.“

Arbeiten wird Almer neben Kuster (24) und Tino Casali (22) künftig auch mit Manuel Salaba (18), der Markus Böcskör als Dreiergoalie beerbt. Der 35-Jährige wurde beim letzten Heimspiel der SVM Amateure verabschiedet und wird künftig in der Burgenlandliga beim SC Bad Sauerbrunn aktiv sein.

Am Spielersektor ist mit Philipp Erhardt eine weitere Aktie erledigt. Der 24-jährige Mörbischer hat laut Pucher verlängert. Offen ist noch die Zukunft von Markus Pink und auf der Zugangsseite fehlt jetzt nur noch eine Position: Im offensiven rechten Mittelfeld will der SVM noch zeitnah einen schlagkräftigen Akteur verpflichten.