SVM-Heimpleite: keine Entspannung im Abstiegskampf. 1:4 gegen die Austria im Pappelstadion: Der SV Mattersburg konnte in dieser Saison erneut keinen Punkt gegen die Violetten holen. Nach zwei Niederlagen im Grunddurchgang zog die Mannschaft von Trainer Franz Ponweiser erneut den Kürzeren und steht somit wieder voll im Abstiegskampf - weil die WSG Tirol bei der Admira 3:0 siegte und derzeit vier Mannschaften (mit dem SVM mittendrin) innerhalb von nur zwei Punkten liegen.

. Erstellt am 13. Juni 2020 (19:02)

Bereits die Platzwahl war an diesem Samstagnachmittag irgendwie gegen die SVM-Norm. Kapitän Jano gewann diese und entschied sich schon in Hälfte eins auf das „SVM-Heimtor“ neben dem Klubhaus zu spielen. Eigentlich ein „No Go“ (weil das Spielen auf das besagte Tor prinzipiell eine Sache für die zweite Hälfte ist), was aber durchaus nachvollziehbare und vernünftige Gründe gehabt haben dürfte – Spielbeginn 17 Uhr bedeutet schließlich, dass die Sonne mit Fortdauer der Partie immer tiefer steht. So gesehen hat Jano seiner Elf einen Vorteil verschafft.

Austria nach vorne konkreter

Wirklich bemerkbar sollte sich der mögliche Vorteil aber im weiteren Verlauf des Spiels nicht machen. Ein guter Vorstoß über Alois Höller und Philipp Erhardt wirkte zu Beginn noch verheißungsvoll, die stichhaltigen Akzente sollte aber die Austria setzen. Da war einmal die 18. Minute: Freistoß nach SVM-Offensivfoul im Sechzehner der Wiener, Goalie Patrick Pentz bringt Manprot Sarkaria mit einem weiten Ball ins Spiel, der setzt sich gegen Patrick Salomon durch, zieht ab und trifft ins Eck, weil der Ball von David Nemeths Rücken noch entscheidend abgefälscht wird – 0:1. 

Und dann war da die 30. Minute: Eckball Austria, der Ball wird per Kopf verlängert und Stephan Zwierschitz verwandelt per Hechtkopfball – 0:2.

Eine verdiente Führung, die im ersten Durchgang auch höher ausfallen hätte können, weil Sarkaria einmal im Duell mit Goalie Markus Kuster scheiterte und Christoph Monschein ein anderes Mal den Ball im Eins-gegen-Eins am SVM-Keeper vorbeilupfte – aber auch an der Stange.

Patrick Bürger mit dem Rekordtor des SVM

Trotzdem sollte das Spiel mit einem Schlag wieder spannend werden, weil Routinier Patrick Bürger – der für den gesperrten Andi Gruber diesmal in die Startelf rückte – in der 38. Minute nach seinem abgeblockten Kopfball im zweiten Versuch zum 1:2 abschloss. Es war nebenbei das 57. Bundesliga-Tor Bürgers, womit er nun auch alleiniger Rekordtorschütze des SVM in der obersten Spielklasse ist. Ein schöner Umstand, der Bürger an diesem Tag aber trotzdem nur bedingt Freude bereiten wird.  

Rasche Vorentscheidung nach der Pause 

Denn die gesteigerte Spannung sollte sich nach Wiederbeginn bald wieder erledigt haben. Einerseits reklamierten die Gastgeber vergeblich Elfmeter, nachdem Christoph Halper im Strafraum gegen James Jeggo zu Fall gekommen war, andererseits sorgte Eric Palmer-Brown nach einem Corner mit einem (haltbaren) Kopfball für die 1:3-Vorentscheidung. Und als Alex Grünwald dann auch noch einen Freistoß ins Eck zirkelte (kurz davor verzog Halper noch einen Weitschuss knapp), war klar, dass sich die Austria an diesem Nachmittag einmal mehr als Sieger aus dem Pappelstadion verabschieden würde. In dieser Saison gaben die Veilchen gegen die Burgenländer noch keinen Punkt ab, das sollte sich auch diesmal nicht ändern. 

Bei der Mannschaft von Trainer Franz Ponweiser durften dann auch noch Stammspieler wie David Nemeth oder Andi Kuen vorzeitig raus, auf der anderen Seite erhielten Akteure wie Lukas Rath, Stephan Schimandl (hatte bei einem Schuss eine Ergebniskosmetik am Fuß) oder Nico Pichler noch Spielminuten.

Weiter geht es für die Burgenländer am kommenden Dienstag mit dem Auswärtsspiel beim Tabellenletzten in St. Pölten. Die letzten vier Mannschaften der Qualifikationsgruppe liegen innerhalb von zwei Punkten (hier geht es zur Tabelle), Hochspannung ist also auch weiterhin fix.

STATISTIK 

MATTERSBURG - AUSTRIA 1:4 (1:2).- Torfolge: 0:1 (18.) Sarkaria, 0:2 Zwierschitz (30.), 1:2 (38.) Bürger, 1:3 (47.) Palmer-Brown, 1:4 (58.) Grünwald. 

Gelb: Höller (8., Foul), Jano (46., Foul), Erhardt (67., Foul); Madl (43., Foul).

SR: Hameter.- Pappelstadion.

Mattersburg: Kuster; Nemeth (62. Rath), Jano, Mahrer; Höller, Salomon, Erhardt, Miesenböck (24. Lercher); Halper (62. Schimandl), Bürger (62. Pusic), Kuen (77. Nico Pichler).

Austria: Pentz; Klein, Madl, Borkovic, Zwierschitz; Ebner, Jeggo; Fitz (72. Prokop), Grünwald (86. Benedikt Pichler), Sarkaria (77. Wimmer); Monschein (72. Edomwonyi).

STIMMEN

Patrick Bürger: "Wir haben uns viel vorgenommen, das aber leider nicht umsetzen können. Da haben wir zu viele individuelle Fehler gemacht, die Austria hat das eiskalt ausgenützt. Vom Rekordtor kann ich mir nichts kaufen - lieber wäre mir gewesen, wir hätten gewonnen und ich hätte nicht getroffen." 

Christoph Halper über die mögliche Elferszene und das Spiel generell: "Ich habe nur gemerkt, dass er mich hinten an der Ferse trifft. Das war so eine 50:50-Entscheidung - kann man geben, muss man aber nicht geben. Heute waren wir bei Standards zu schwach, um die Partie zu gewinnen - vor allem, wenn man solche Tore bekommt."

SVM-Trainer Franz Ponweiser: "Wir haben gut begonnen und waren gut in der Partie, sind dann aber in eine Kontersituation gelaufen und durch einen abgefälschten Schuss in Rückstand geraten. Dann hatten wir eine Phase, in der wir mental nicht da waren. Das hat die Austria bestraft. Vier Gegentore, davon drei Standardsituationen - da kannst du gegen sie nicht gewinnen. Es war auch schwierig, weil wir heute nicht die Spannung bei Standardsituationen gehabt haben. Das schmerzt schon, wenn man glaubt, es geht von alleine." 

Austria-Trainer Christian Ilzer: "Natürlich ist das Pappelstadion ein guter Boden für uns, wenn man die Saison rückwirkend betrachtet. Aber Mattersburg hin oder her: Wir haben über weite Strecken ein gutes und phasenweise sogar ein sehr gutes Spiel gemacht und freuen uns über die drei Punkte. Auf dem müssen wir aufbauen, aber nicht den Fehler machen zu denken, jetzt ist alles gut."