SVM siegt - Ried steigt ab. Der SKN St. Pölten kann sich beim SV Mattersburg bedanken. Die Niederösterreicher verloren bei Rapid zwar mit 1:2, müssen aber nicht runter, weil Mattersburg bei Schlusslicht Ried mit 3:2 erfolgreich blieb. Die Oberösterreicher hätten einen vollen Erfolg benötigt, um noch an St. Pölten vorbeizuziehen.

Von Bernhard Fenz. Update am 28. Mai 2017 (19:45)

RIED - MATTERSBURG 2:3. Wer dachte, dass sich der SVM aufgrund des bereits fixierten Klassenerhalts in Ried am Platz hängen lassen würden, der wurde bald eines Besseren belehrt. Die Burgenländer bestachen durch Effizienz  - und hatten auch das nötige Glück auf ihrer Seite. Als etwa Michi Perlaks Hereingabe schon nach wenigen Minuten an Freund und Feind vorbei ins lange Eck ging, startete die Partie denkbar ungünstig für Ried – und umso besser für Mattersburg. Patrick Bürger sorgte dann sogar vor der Pause noch für das 0:2.

Nach Wiederbeginn wurden die Innviertler dann aktiver – und nach einer verhauten Riesenchance des eingewechselten Thomas Fröschl  sorgte Stefan Nutz für den Anschluss. Der neu gewonnene Mut der Heimischen verpuffte aber dann mit dem dritten Treffer der Gäste – und es war eine Gemeinschaftsproduktion der Wechselspieler: Vitaljis Maksimenko spielte auf Stefan Maierhofer, der per Kopf auf Manuel Seidl querlegte – und die Nummer sieben des SVM sorgte per Kopf für die Vorentscheidung.

Im Grunde war das die Entscheidung – auch wenn Ried noch durch Patrick Möschl zum 2:3-Anschlusstreffer kam. Zwei Tore wären jedoch noch nötig gewesen, das gelang nicht mehr.

Und so war nach einer Unterbrechung im Finish (Gegenstände flogen auf das Spielfeld) nach einer extralangen Nachspielzeit Schluss.

Für den SVM bedeutet dieser Dreipunkter am Ende Platz sieben mit 43 Punkten – eine Wahnsinnsleistung, bedenkt man, dass die Burgenländer noch im Winter nur 14 Zähler am Konto hatten.

Stimmen zum Spiel

Gerald Baumgartner (Trainer Mattersburg): "Wir haben es in der ersten Halbzeit sehr gut gemacht. Wir wussten, wie Ried auftreten wird und haben unseren Matchplan gut durchgebracht. Im Endeffekt war es ein verdienter Sieg. Wir waren von Saisonstart weg unter Druck, galten als Fixabsteiger und waren auch teilweise abgeschlagen Letzter. Wir haben (im Lauf der Saison) auf Ried 14 Punkte gutgemacht, wir wollten kein Endspiel in der letzten Runde in Ried und haben es zum Glück vorher erledigt."

Lassaad Chabbi (Trainer Ried): "Mattersburg ist zwar verdient 2:0 in Führung gegangen, in der zweiten Halbzeit haben wir einiges geändert und sind noch einmal ins Spiel zurück gekommen. Mattersburg hat verdient gewonnen. Es ist gut für den Fußball, dass sie so fair gespielt haben (Anm: und die Partie nicht hergeschenkt haben). Ried ist nicht der einzige Verein, der abgestiegen ist, wir werden zurück kommen."

Franz Schiemer (Ried-Manager): "Der Abstieg ist extrem bitter, wir hätten es noch schaffen können. Wir haben schon am Anfang katastrophale Fehler gemacht und sind nicht ins Spiel gekommen wie erhofft. Es gibt im Verein viele Baustellen, es wird sich viel ändern müssen. Von der körperlichen Verfassung waren wir die schlechteste Mannschaft der Saison, wir konnten das leider nicht während der Saison korrigieren. Das ist aber nicht de einzige Grund. Wenn man absteigt, ist jeder mitbeteiligt, da nehme ich auch mich in die Pflicht. Wir wollen sofort wieder aufsteigen, das ist ganz klar."

Patrick Möschl (Ried-Spieler): "Ich kann meine Gefühle nicht wirklich beschreiben. Wir haben uns ein Endspiel erkämpft und haben uns für heute sehr viel vorgenommen. Mattersburg hat gespielt, als ob es für sie um alles ging. Wir sind selber Schuld, wenn wir zu Hause 2:3 verlieren."

Thomas Gebauer (Ried-Torhüter): "Wir leben seit Monaten mit diesem Druck, wir haben uns heute vielleicht selbst zu stark unter Druck gesetzt. Wir haben uns das Finalspiel erarbeitet, Mattersburg hat befreit aufgespielt, aber unsere Beine waren richtig schwer. Nach dem Abpfiff kann man keinen klaren Gedanken fassen, da herrscht eine komplette Leere."

Thomas Reifeltshammer (Ried-Spieler): "Wir hatten die Möglichkeit, den Abstieg zu verhindern. Wir sind denkbar schlecht gestartet, wir waren vielleicht noch zu sehr in der Euphorie von Donnerstag. Wir waren nervös, aber wenn man nach 20 Minuten 0:2 hinten liegt, fällt es noch schwerer. Wir haben die Meisterschaft nicht heute vergeigt, sondern im gesamten Frühjahr, weil wir zu viele Gegentore bekommen haben."

STATISTIK

RIED - MATTERSBURG 2:3 (0:2).- Torfolge: 0:1 (5.) Perlak, 0:2 (20.) Bürger, 1:2 (53.) Nutz, 1:3 (78.) Seidl, 2:3 (83.) Möschl.

SR: Ouschan.-  Keine-Sorgen-Arena, 7.000.

Gelb: Elsneg (35., Foul); Bürger (25., Foul), Seidl (67., Unsportlichkeit), Mahrer (75., Foul).

Ried: Gebauer; Hart (6. Bergmann), Özdemir, Reifeltshammer, Marcos; Zulj, Prada; Möschl, Nutz, Elsneg (46. Walch); Ademi (46. Fröschl).

SVM: Kuster; Farkas, Mahrer, Rath, Novak (69. Maksimenko); Erhardt, Jano; Templ (77. Maierhofer), Perlak (59. Seidl), Röcher;  Bürger.