SVM: Wenn ein Duell neue Möglichkeiten schafft. So schnell geht’s: Der SVM kann gegen Tirol die Anwartschaft auf einen Platz oberhalb des Strichs unterstreichen.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 12. September 2019 (06:11)
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Überholspur. Michael Lercher hat sich in die Startelf des SVM gekämpft. Am Samstag geht’s für den Innsbrucker gegen Aufsteiger Wattens ran.

Was so ein Sieg gegen einen direkten Gegner ausmachen kann. Mattersburg setzte sich vor der länderspielbedingten Pause im Kellerduell auswärts bei der Admira 3:1 durch und ist nach zuvor vier Pleiten in Folge mit nur einem Dreipunkter plötzlich wieder in Sichtweite der Meistergruppe. Zum Greifen nahe ist die obere Tabellenhälfte, die dem SVM nach dem Grunddurchgang sowie der Teilung der Zwölferliga vorzeitig den Klassenerhalt respektive eine sorgenfreie restliche Meisterschaft garantieren würde, freilich noch nicht. Die Niederlagen wirken sich beim aktuell Siebenten in einem Vierpunkte-Loch zum derzeit Sechsten (Rapid) aus.

Gerade recht kommt da am Samstag (17 Uhr) das Heimspiel gegen Aufsteiger Wattens, das im Oberhaus als Wattener Sportgemeinschaft, kurz WSG, Tirol auftritt. Gewinnen die Burgenländer, kann die Anwartschaft auf einen Platz in der oberen Hälfte unterstrichen werden. So schnell geht‘s im derzeitigen Bundesliga-Geschäft. Obendrein wäre es ein passendes Geschenk für Trainer Franz Ponweiser, der am Sonntag seinen 44. Geburtstag feiert. „Bestimmt ein Gegner, den wir schlagen können“, zeigt sich der Coach im Vorfeld des Duells zuversichtlich.

Was es gegen die Mannschaft, die laut dem Neutaler „stark über die Physis auftritt, die Räume dichtmacht und extrem gefährlich bei Standards“ ist, braucht? „Wir müssen nach dem Sieg bei der Admira an die Laufbereitschaft, die taktische Disziplin und den Einsatz anknüpfen, dann werden wir einen Sieg einfahren.“ Nachsatz: „Spielerisch können wir aber ganz sicher noch zulegen.“ Um die Physis zu stärken, legten die Profis in der vergangenen Woche sechs Einheiten ein, von denen vier laut Ponweiser mit „extremer Belastung“ verbunden waren. „Das war richtig gut und auch wichtig für den weiteren Verlauf der Meisterschaft.“

Mattersburg - Wattens, das persönliche Derby

Drei freie Tage am Wochenende sorgten dann dafür, dass alle nicht nur körperlich, sondern auch mental ausgeruht in die seit Montagnachmittag laufende Arbeitswoche einsteigen konnten. Der Fokus liegt nun voll auf der WSG Tirol. Wer aufläuft, wird sich noch zeigen. Gute Karten hat auf der linken Seite ein Tiroler, der sich zuletzt in die Mannschaft gespielt hat: Michael Lercher (23). „Er hat in den ersten vier Runden auf seine Chance gewartet, wirklich gut gearbeitet und sich im Training aufgedrängt. Lerchi gibt immer 100 Prozent und war deshalb auch eine extrem positive Erscheinung“, so der SVM-Trainer.

Lercher selbst, der beim Innsbrucker AC mit dem Kicken begann und vor dem SVM-Engagement bei Wacker Innsbruck seine Kampfmannschafts-Praxis gesammelt hatte, zeigt sich vor dem Spiel gegen die Landsleute tatenfreudig: „Mit dem Verein an sich habe ich nichts zu tun, für mich ist das aber natürlich trotzdem ein Derby gegen meine Heimat. Darauf freue ich mich schon total und da möchte ich auch unbedingt gewinnen.“

Personell könnte der seit Juni durch Patellasehnen-Probleme immer wieder gehandicapte Florian Hart endlich Thema werden. Er soll in dieser Woche wieder voll einsteigen. Ob er bei den Amateuren oder schon bei den Profis Meisterschaftsduft schnuppert, wird noch zu entscheiden sein. Bei Regisseur Jano sollte nach den Bandscheibenproblemen ebenfalls alles wieder funktionieren. Julius Ertlthaler schlägt sich noch mit Problemen auf der Hinterseite des Knies herum. Hier soll eine MR-Untersuchung Klarheit bringen. Bei Alois Höller (Knie sowie Knöchel) dauert’s noch rund zwei Wochen.