Thomas Salamon: Servus in Litauen. Der 31-jährige Stötteraner wechselte von Horn zum litauischen Meister FK Suduva Marijampole: „Es ist sehr reizvoll und eine super Möglichkeit.“

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 27. Februar 2020 (06:37)
Willkommen. Thomas Salamon (Mitte) mit seinem Manager Reza Mostafaie (l.) und Trainer Heimo Pfeifenberger (r.).  Foto: zVg
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Gelegenheiten sollen einfach beim Schopf gepackt werden, heißt es zumindest immer. Im Fall von Thomas Salamon war das so eine Gelegenheit, als ihn Ende Jänner der Ruf aus Litauen ereilte.

Der FK Suduva, dreimaliger Meister in Serie, aktuell auch Cupsieger und Supercupsieger, bei dem Heimo Pfeifenberger seit 8. Jänner als Neo-Chefcoach tätig ist, wollte den Profi aus Stöttera. Also sagte der 31-Jährige nach kurzer Bedenkzeit zu, brach die sportlichen Zelte in der 2. Liga beim SV Horn ab („Ein Danke für das Entgegenkommen sowie den reibungslosen Ablauf.“) und wagte den Wechsel zum Verein aus Marijampole, einer rund 50.000 Einwohner-Stadt in Litauen.

Somit darf sich Thomas Salamon erstmals in seiner Karriere Legionär nennen. Davor kickte er stets bei österreichischen Arbeitgebern: im Nachwuchs lange bei der Austria, dann in Mattersburg, in Grödig, wieder bei der Austria und zuletzt eben in Horn. „Dass ich mit 31 noch einmal die Chance erhalte ins Ausland zu wechseln, war sehr reizvoll.“

Abschied aus dem Waldviertel. Ein halbes Jahr war Thomas Salamon in Horn. Nun zog es ihn ins Ausland.  Foto: Stöger
Karl Stöger

Hinzu kommt freilich auch die finanzielle Komponente. „Klar ist das ein Teil des Gesamtpakets, der auch passen muss. Nur damit ich sagen kann ich war einmal in Litauen, deshalb alleine wechsle ich nicht.“

Bis Ende 2021 ist der Kontrakt gültig, was für den Berufsfußballer Salamon neben interessantem Neuland zwei Saisonen Sicherheit bedeutet. „Die Laufzeit war auch eine Komponente und eine Wertschätzung, da beim Verein üblicherweise eher Einjahresverträge ausgestellt werden. Vor allem war aber der sportliche Anreiz groß.“

„Das spricht schon für Kontinuität & Qualität“

Über die globale Strahlkraft der litauischen Liga mag sich freilich streiten lassen. Fakt ist aber auch, dass das internationale Geschäft einer lukrativen Gruppenphase – theoretisch – nur ein paar Spiele entfernt ist. Im Sommer startet das Team als amtierender Titelträger der abgeschlossenen Ganzjahresmeisterschaft in der Champions-League-Qualifikation.
Falls das Unterfangen nicht bis zum glücklichen Ende reichen sollte (wovon nüchtern betrachtet auszugehen ist), bleibt möglicherweise noch ein zweiter Weg.

Dreimal hintereinander klopfte Suduva davor schließlich so nah an die Europa-League an, dass der Klub erst im Play-off scheiterte. „Das war schon ein Punkt, der mich beeindruckt hat. Ein Verein aus Litauen kommt dreimal in Folge so weit, das spricht für Kontinuität und Qualität.“

Mittendrin soll Thomas Salamon nun als Stütze auf der linken Seite im Mittelfeld seinen Part erfüllen. Am Vertrauen des Trainers dürfte es nicht scheitern. Pfeifenberger arbeitete schon in Grödig mit Salamon zusammen. Wo dieser dann später unter Adi Hütter in die Bundesliga aufstieg und zum unumstrittenen Oberhaus-Stammspieler reifte. „Gespielt wird ein 3-5-2 oder 5-3-2 – das liegt mir“, sagt der Neo-Legionär.

Der bei seinem neuen Verein neben Pfeifenberger und dessen Co-Trainer Philipp Pürzl weitere Mitstreiter mit sportlicher rot-weiß-roter Vergangenheit hat. Stürmer Mihret Topcagic ist noch aus WAC-Zeiten bekannt, Goalie Ivan Kardum stand bei der Austria unter Vertrag (2012 bis 2014), Stürmer Josip Tadic bei Sturm Graz (2014 bis Jänner 2016). „Ich konnte mich deshalb schon im Vorfeld informieren und habe nur positive Rückmeldungen erhalten.“

Meisterschaftsspiele in der Halle sind möglich

Der Linksfuß stößt jedenfalls zu einer Mannschaft, die über viel Routine verfügt und defensiv sehr stabil ist. „Die ersten Eindrücke waren sehr positiv. Ich wurde gut aufgenommen, der Klub ist zudem familiär geführt. Das alles gefällt mir“, hat sich Salamon bereits fern der Heimat eingelebt. Und schön langsam geht es auch in Litauen los mit dem Pflichtspielbetrieb. Das System ist allerdings nicht völlig ident mit der Bundesliga. Einerseits aufgrund der Ganzjahresmeisterschaft, dann aufgrund der Klubstärke. Acht Teams sind im Oberhaus aktiv und treten viermal gegeneinander an. Die Top-Sechs bestreiten danach noch untereinander fünf Spieltage.

Zudem kommt es in Litauen schon auch einmal vor, dass in einer Halle auf Kunstrasen um Punkte gekämpft wird. „Bei FK Suduva gibt es neben dem Stadion eine entsprechende Indoorhalle mit einer Zuschauerkapazität von 3.000 Leuten. Das eigentliche Stadion fasst rund 7.000 Besucher und ist dann auch bei internationalen Spielen ein kleiner Hexenkessel.“

Am Samstag steigt jedenfalls als sportliche Ouvertüre der Supercup gegen Hauptstadtklub Zalgiris Vilnius, danach beginnt die Meisterschaft. Mit einem völlig fokussierten Thomas Salamon. Der früher oder später natürlich wieder zurück nach Österreich will, wo seine Familie geblieben ist.

Bis auf weiteres werden Salamons Frau Kathrin (sie ist Lehrerin an der Volksschule Mattersburg) und ihr vierjähriger Sohn Philipp eben die Ferien und spielfreie Phasen für eine gemeinsame Zeit zu dritt nutzen. Aussichten gibt es ohnehin schöne. Das gemeinsame Eigenheim entsteht gerade. „Wir wissen, wo wir unseren Platz für die Zeit nach dem Fußball haben.“

Dann wird nämlich Forchtenstein der Fixpunkt im Leben der Salamons sein.