24 Stunden Burgenland Extrem Tour: „Es ist angerichtet“. Beim vierten anvisierten Termin kann die 10. Runde der härtesten Tour des Landes endlich stattfinden.

Von Peter Wagentristl. Erstellt am 15. Juli 2021 (01:20)
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Veranstalter-Trio. Josef Burkhard, Michael Oberhauser und Tobias Monte können den Start der ersten Extrem Tour bei sommerlichen Temperaturen am Freitag kaum erwarten.
zVg, zVg

22. Jänner, 12. März, 28. Mai — drei Termine, drei Absagen. So lautete die Bilanz der 24 Stunden Tour im heurigen Corona-Jahr. Beim vierten Anlauf ist es nun soweit, am morgigen Freitag (16. Juli) startet die zehnte Auflage der härtesten Tour Österreichs.

Die Engelsgeduld der 3.500 Wanderer und des Organisatoren-Trios hat nun also ein Ende. Die Teilnehmerzahl wurde heuer pandemiebedingt limitiert. „Wir nehmen unsere Vorbildwirkung ernst. Daher wird es auch keinen Massenstart geben“, erklärt Michael Oberhauser, einer der drei Veranstalter. Die Runde über 60 Kilometer startet erstmals im Strandbad Illmitz statt in Apetlon, Startzonen gibt es auch in Hegykö und Neusiedl/See.

„Heuer sind wir eben Wüstenfüchse, keine Eiswölfe.“

Organisator Michael Oberhauser freut sich auf die erste Extrem-Wanderung bei sommerlichen Temperaturen.

Das Hauptquartier schlagen die Extrem-Wanderer zudem erstmals nicht im Oggauer Gemeindeamt, sondern am ehemaligen Flak-Platz am Ende der Seestraße auf. „So soll verhindert werden, dass die Bundesstraße gesperrt werden muss. Das würde nämlich zu Staus und Problemen im Festspielverkehr sorgen, was es zu vermeiden gilt.“

Wegen der erwartet hohen Temperaturen bei der Sommer-Premiere wird heuer noch früher gestartet als sonst. Die ersten Wanderer marschieren bereits um 0.30 Uhr los. „So können wir die kühle Morgenluft nutzen. Heuer sind wir eben Wüstenfüche, keine Eiswölfe“, bemüht Oberhauser Analogien zum Tierreich.

Außerdem habe man um diese Uhrzeit die Strecke für sich alleine. Im Winter ist auf den Radwegen ohnehin kaum etwas los, im Sommer kann es dagegen schon eng werden. „Der Name Radweg suggeriert Exklusivität, dabei ist er für Wanderer und landwirtschaftliche Fahrzeuge genauso gedacht. Wir müssen aufeinander Rücksicht nehmen, wir sind alle Gäste auf diesem Planeten — und auf den Wegen“, ist Oberhauser um ein gutes Miteinander bemüht. Um bei Radfahrern Bewusstsein dafür zu schaffen, hat man im Vorfeld mit Sportlandesrat Heinrich Dorner eine Kampagne gestartet und auf den Radwegen entlang des Sees Schilder angebracht: „Biker und Hiker haben sich lieb“ ist dort etwa zu lesen. „Es braucht Respekt und Rücksichtsnahme — das werden wir schaffen. Zudem sind Radfahrer vermutlich auch Geher, umgekehrt genauso. Wir müssen das Verbindende vor das Trennende stellen, auch wenn wir natürlich langsamer sind als E-Biker.“

„Trinken, trinken und nochmals trinken“

Am heißesten wird es für die Geher wohl am Nachmittag, „so gegen 17 Uhr. Da heizt nicht nur von oben die Sonne, sondern auch von unten der Asphalt“, weiß Oberhauser. „In diesem ,Backofen mit Ober- und Unterhitze‘ heißt es: trinken, trinken und nochmals trinken. Wichtig wird auch die passende Kleidung.“ Die schnellsten Geher könnten bereits am Vormittag nach 120 Kilometern wieder in Oggau eintreffen. Ob „außerirdische“ Zeiten von 9,5 Stunden auch im Sommer möglich sind, werde sich aber erst am Freitag zeigen.