Die letzte Aktion als SVM-Punktretter. Über eine Hälfte lang rannte Mattersburg mit einem Mann mehr vergeblich gegen das Tor des SKN St. Pölten und speziell Goalie Christoph Riegler an.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 21. April 2018 (20:39)
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Vor der Pause vergaben die Burgenländer - so wie schon im ÖFB-Cup-Halbfinale gegen Salzburg - durch Smail Prevljak einen Elfer, in der Nachspielzeit brachte die letzte Aktion der Partie aber doch noch den Ausgleich zum 1:1 ein.

TABELLE DER TIPICO BUNDESLIGA

MATTERSBURG – ST. PÖLTEN 1:1. Eine knappe halbe Stunde passierte wenig bis gar nichts. Masaya Okugasa (2.) auf Seiten des SV Mattersburg und David Atanga (26.) bei den St. Pöltenern sorgten für ein wenig Gefahr, mehr aber nicht. Die erste richtig große Chance sollte dann aber gleich die Führung der Gäste bedeuten.

28. Minute: Thorsten Mahrer ließ Daniel Schütz auf der Seite walten, der brachte den Ball in die Mitte, wo Ex-SVM-Leihspieler Atanga völlig unbedrängt gegen die Laufrichtung von  Tormann Markus Kuster zum 0:1 verwertete. Gegner Michi Lercher vergaß in dieser Aktion auf Atanga, so hatte der leichtes Spiel.

Zehn Minuten später folgte dann die Szene der ersten Hälfte. Andreas Gruber ging im Zuge eines Zweikampfs mit David Stec zu Boden, Referee Robert Schörgenhofer entschied auf Strafstoß für  Mattersburg und schloss Stec auch noch aus. Völlig zu Recht war die Aufregung auf Seiten der Gäste, denn – umschreiben wir es einmal so - der Foulfaktor war wirklich überschaubar. Fazit: ein mehr als harter Elfer.

Wie auch immer. Fast wie ausgleichende Gerechtigkeit scheiterte Smail Prevljak an Goalie Christoph Riegler. Anders als am Mittwoch im ÖFB-Cup-Halbfinale gegen Salzburg (als er rechts unten anvisierte) schoss der Legionär diesmal ins linke untere Eck – zum Erfolg führte das aber auch nicht.

Wild stürmende Gastgeber, glänzend aufgelegter Riegler

Nach der Pause erhöhte der SVM dann in numerischer Überzahl sichtlich den Druck. Da rollten die Angriffe, passierten anfänglich vor allem Chancen quasi in Minutentakt: 47. Prevljak, 49. Gruber, 51. Gruber, 54. Okugawa, um nur den Start der zweiten Hälfte kurz zu skizzeren.  Dazwischen hätte Atanga bei einem Konter auf 0:2 stellen können, er zögerte aber zu lange mit dem Abschluss.

Auf der Gegenseite war Riegler zur Stelle, als er einen Ball von Jano aus kurzer Distanz noch über das Tor lenkte (58.), drei Minuten später wurde ein Jano-Kopfball (da war Riegler geschlagen) noch von der Linie weggekratzt. Dann durften sich auch die eingewechselten Stürmer vergeblich  versuchen. Stefan Maierhofer tankte sich zwar durch, zielte aber über die Latte (73.), Patrick Bürger traf in der Folge nach einer Ecke aus wenigen Metern nur Rieglers Fuß, abermals parierte der Schlussmann der Niederösterreicher.

Bei den wenigen Entlastungsangriffen des SKN hätte es dann noch beinahe gescheppert, Atanga vergab im Konter den Matchball, scheiterte an Kuster.

Apropos Scheitern. Das fröhliche Scheitern am SKN beziehungsweise an Christoph Riegler setzte sich dann auch noch in der absoluten Schlussphase fort. Bei einer Okugawa-Chance aus zwei Metern packte der Schlussmann eine Riesen-Fußreflexabwehr aus, Cesar Ortiz und Maierhofer schossen dann drüber.

Letzte Aktion des Spiels brachte den Ausgleich

Es war also alles angerichtet für die Niederösterreicher, dass sie die drei Punkte tatsächlich über die Zeit retten würden. Und doch wurde es nichts, weil der Ausgleich in Minute 95 fallen sollte. Nach einem Freistoß von Rene Renner war Bürger zur Stelle und brachte den Ball im Rutschen über die Linie zum 1:1.

Weiter geht es für die Mannschaft von Trainer Gerald Baumgartner am kommenden Samstag auswärts gegen die Austria.

STATISTIK

SV MATTERSBURG – SKN ST. PÖLTEN 1:1 (0:1).- Torfolge: 0:1 (28.) Atanga, 1:1 (95.) Bürger.

Rot: Stec (38., Torraub).

Gelb: Mahrer (67., Foul); Schütz (81., Unsportlichkeit).

SR: Schörgenhofer.- Pappelstadion, 2.700.

Mattersburg: Kuster; Novak, Ortiz, Mahrer, Lercher (69. Renner); Hart (74. Bürger), Jano; Gruber, Seidl (52. Maierhofer), Okugawa; Prevljak.

SKN St. Pölten: Riegler; Stec, Huber, Luan, Ingolitsch; Hofbauer; Atanga (89. Keles), Ambichl, Rasner (76. Malicsek), Schütz; Vucenovic (46. Wessely).

STIMMEN

Smail Prevljak: „Ich habe mich sehr gut gefühlt vor dem Elfer, leider ist das immer eine 50:50-Situation. Ich finde wir haben ein sehr gutes Spiel abgeliefert. Es ist sehr schade, dass es nicht für drei Punkte gereicht hat.“

Florian Hart: „Nachdem wir gefühlt zehn Hochkaräter vergeben haben, ist es ein enttäuschendes Ergebnis. Wenn man aber in der allerletzten Sekunde den Ausgleich macht, muss man mit einem Punkt dann auch zufrieden sein. Viele von uns hatten 120 Minuten in den Beinen. Für das war es jedenfalls in Ordnung.“

SVM-Trainer Gerald Baumgartner: „Wir haben nach dem Cup-Aus am Mittwoch heute ein Riesenherz und eine Riesenmentalität gezeigt. Zu kritisieren ist aber vor allem die Chancenauswertung.“

St. Pölten-Trainer Didi Kühbauer: „Mit dem Elfmeter und dem Ausschluss ist der Matchplan in eine komplett andere Richtung gegangen. Der Ausgleich ist in der zweiten Halbzeit natürlich immer in der Luft gehängt, so ehrlich muss man schon sein. Umso ärgerlicher ist es aber, wenn du ihn dann in der letzten Situation kassierst.“