SV Mattersburg: Schwer, schwerer, Cup-Halbfinale. Mattersburg ist gegen Salzburg am Weg in ein mögliches Finale krasser Außenseiter. Und doch lebt die Hoffnung.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 18. April 2018 (03:46)
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Welches Rezept greift? Mattersburg will Salzburg im ÖFB-Cup fordern und die richtige taktische Mischung finden. Foto: Martin Ivansich
Martin Ivansich

SV MATTERSBURG - RB SALZBURG, MITTWOCH, 18 UHR.

Europa League-Halbfinale, in der Bundesliga am Weg zum fünften Meistertitel in Folge und im ÖFB-Cup ebenfalls drauf und dran, den fünften Triumph en suite – gleichbedeutend mit dem fünften Double – einzufahren. Geht die märchenhafte Rechnung theoretisch auf, ist mit der internationalen Schiene sogar ein Titel-Triple möglich.

Es braucht nur diese wenigen Fakten, um die Mattersburger Ausgangslage vor dem Cup-Halbfinale gegen Red Bull Salzburg einordnen zu können. Die Burgenländer sind krasser Außenseiter, die Salzburger haushoher Favorit.

„Wenn man soweit gekommen ist, dann will man jetzt auch ins Finale. Das ist unser erklärtes Ziel.“SVM-Trainer Gerald Baumgartner will die Roten Bullen ausschalten. 2013 gelang ihm das mit Pasching.

Zuletzt verloren die Roten Bullen ein Pokalspiel in Österreich am 7. Mai 2013, als sie sich daheim völlig überraschend dem damaligen Regionalliga Mitte-Team Pasching mit 1:2 geschlagen geben mussten. Trainer der Gäste war ein gewisser Gerald Baumgartner, der in der Folge sogar sensationell den ÖFB-Cup gewinnen konnte und nun beim SVM das Sagen hat.

Folgerichtig weiß der Mattersburger Chefcoach, wie es geht und wie es sich anfühlt, Salzburg aus dem Bewerb zu schmeißen. Gut und schön.

Auch in Mattersburg erinnert man sich gerne an den 3. April 2007 zurück, als sich der SVM im Cup-Halbfinale auswärts in Wals-Siezenheim nach einem 0:2-Pausenrückstand in der Verlängerung noch 3:2 durchsetzen konnte.

Das Problem an diesen statistischen Facetten am Rande des Spiels: Am heutigen Mittwoch orientiert sich die Ausgangslage eher an den jüngsten Fakten – und die weisen die Mannschaft von Marco Rose einfach bärenstark aus.

Entsprechend realistisch ist Gerald Baumgartner auch im Vorfeld, er sagt: „Die aktuelle Salzburger Qualität ist unglaublich.“ Um im selben Atemzug aber auch klarzustellen, dass die Burgenländer an die Sensation glauben: „Wir klammern uns an die kleine Chance und wollen das schier Unmögliche schaffen. Im Cup zählt das Momentum.“

Auch wenn im heutigen (gläsernen) Fußballgeschäft bei der Vorbereitung nur wenige Überraschungen möglich sind, will das Trainerteam der Mannschaft eine Taktik mit auf den Weg geben, die die Roten Bullen vor Probleme stellen soll. „Wir versuchen uns etwas einfallen zu lassen. Natürlich müssen sich die Spieler beim Matchplan aber sicher fühlen, das testen wir im Vorfeld alles ab.“

Cesar Ortiz fraglich, Rest steht zur Wahl

Was von den Tugenden nötig sein wird, steht für Baumgartner freilich auch ohne großen Geheimplan fest: „Der Spielverlauf muss passen. Gegen den Ball müssen wir aggressiv arbeiten, dürfen aber auch nicht auf die kontrollierte Offensive vergessen. In Ballbesitz gilt es freilich, höllisch aufzupassen und Konter zu vermeiden.“

Und wenn der Spielverlauf nicht passen sollte? „Egal, wie das Match letztlich läuft. Die Mannschaft muss an sich glauben, wir haben wie in der Meisterschaft ja mindestens 90 Minuten zur Verfügung.“

Das unterstreicht auch Kapitän Nedeljko Malic: „Salzburg hat zuletzt bewiesen, dass die Mannschaft nicht nur Qualität, sondern auch einen unglaublichen Teamgeist hat. Man spürt das, wie hungrig die sind. Und trotzdem glauben wir an unsere Chance. In diesen 90 Minuten ist alles möglich, vor allem dann, wenn wir clever, aggressiv und im Umschaltspiel gut auftreten. Ich bin schon sehr gespannt und hoffe auch auf die zahlreiche Unterstützung unseres Publikums.“

Personell ist Cesar Ortiz aufgrund von Leistenproblemen fraglich, der restliche Kader steht zur Verfügung. Nach dem 0:3 am Samstag bei Sturm Graz wird übrigens eine veränderte Elf auf das Spielfeld laufen, wie Baumgartner ankündigt: „Es wird Umstellungen geben.“ Punktuell oder im großen Stil, das wird sich freilich erst zeigen.