Hallenmasters: Neue Gesichter mit den alten Favoriten. Die 36. Auflage des BFV-Hallenmasters in der Oberwarter Sporthalle kennt wie schon in den Vorjahren mit den Mattersburg Amateuren, Parndorf und Oberwart drei heiße Anwärter.

Von Patrick Bauer und Martin Ivansich. Erstellt am 10. Januar 2020 (06:11)

Marousek

Punkt 12.30 Uhr fällt am Samstag in der Oberwarter Sporthalle der Startschuss zum 36. Hallenmasters des Burgenländischen Fußballverbandes. Mit vier südlichen Teams und vier Vertretern aus dem Nordburgenland. Dazu gibt es mit dem SV Eberau ein neues Masters-Gesicht und auch der SV Stegersbach ist nach einem Jahr Abstinenz wieder mit von der Partie. Die beiden 2. Liga-Vereine behielten beim letzten Qualifikations-Turnier des SV Kirchfidisch die Oberhand und kegelten so den Hallenkrösus aus Neuberg (sechsfacher Sieger) und die zuletzt viermal in Folge teilnehmenden SV Kirchfidisch aus dem Feld.

Im Norden war die Lage schnell klar: Der SC/ESV Parndorf war als Titelverteidiger qualifiziert, die Mattersburg Amateure rasch dabei, während auch die AKA U18 und der SC Bad Sauerbrunn die nötigen Punkte holten. Die Ausgangslage? Mattersburg ist klarer Favorit, Vorjahres- und Rekordsieger Parndorf der schärfste Kontrahent, während aus südlicher Sicht wohl nur Oberwart wirkliche Titelchancen hat. Aber: In der Halle kann viel passieren.

SC/ESV PARNDORF

Die Parndorfer gehen voller Elan ins Masters. „Wir fahren dort sicher nicht hin, um nur mitzuspielen. Natürlich wollen wir gewinnen und damit den Titel verteidigen“, sprach Co-Trainer Norbert Pammer Klartext. Zwar sah der Nickelsdorfer die Mattersburg Amateure und Oberwart als Favoriten, „aber wenn wir in die Kreuzspiele kommen, dann ist alles möglich.“ Wie gut die Heideboden-Kicker heuer in der Halle sind, lässt sich schwer beurteilen. Drei Quali-Turnier wurden bestritten, aber nie in Bestbesetzung. Beim Rosalienpokal schied man zuletzt nach der Gruppenphase aus, jedoch haben Größen wie Lubomir Urgela und Philipp Hauser gefehlt. Auch Daniel Gruber musste passen. „In Oberwart sind wir komplett und dann ist sicher mehr möglich“, so Pammer.

SV MATTERSBURG AMATUERE

„Wir wollen in erster Linie ein gutes Turnier spielen“, so Trainer Marek Kausich. Zusatz: „Und uns den Titel wieder zurückholen.“ Die Ambitionen beim vierfachen Champion sind naturgemäß hoch. Und wenn man die letzten Jahre hernimmt, wird auch es auch heuer nur über die Mattersburger gehen. Beide Quali-Turniere (Rosalienpokal und ASKÖ-Hallencup) entschieden die Amas für sich, fahren dementsprechend mit Selbstbewusstsein nach Oberwart. Trotzdem warnte Kausich: „Selbstläufer wird es keiner. Unsere Gegner stellen sich immer sehr defensiv auf, warten auf Konter und jeder will uns schlagen.“ Das gelang auch zuletzt — beim Rosalienpokal — den Oberwartern. Die Südburgenländer fügten den Fohlen in der Gruppenphase eine 2:3-Niederlage zu.

SPG OBERWART/ROTENTURM

Als aussichtsreichster Anwärter aus dem Südburgenland gilt der Oberwarter Traditionsklub, der in diesem Jahr (fast) alle Turniere in Bestbesetzung spielte und dabei auch in Oberpullendorf oder Forchtenstein vor Ort war. So konnte man am Samstag gar den ganz großen Favoriten aus Mattersburg in die Knie zwingen und das gibt Hoffnung, auf den ersten Titel seit 2013. So weit ist es aber noch lange nicht, erst muss die Gruppenphase überstanden werden. „Das Masters ist immer gefährlich, wobei das Ziel schon das Halbfinale ist“, sagte der Sportliche Leiter Michi Benedek und Obmann-Stellvertreter Ludwig Tuba ergänzte: „Es wäre schön, zumindest unter die ersten Drei zu kommen.“ Mitwirken könnte gar auch Neuzugang Nico Binder, sofern die Anmeldung noch klappt.

SV EBERAU

Erstmals in seiner glorreichen Historie reist der Burgenlandliga-Meister von 2016 zum Finalturnier. „Damit hatten wir nicht wirklich gerechnet“, erklärte Obmann-Stellvertreter Christian Kopfer und schoss nach: „Unsere Jungen initiierten das, auch wenn wir nicht die ganz große Hallentradition haben. Dennoch wollen nicht nur dabei sein, sondern wenn möglich unter die besten Vier.“ Unmöglich ist das nicht, auch wenn Mattersburg natürlich der ganz große Gruppenfavorit ist. Der Pluspunkt des SVE? Die Zuseher, die zahlreich nach Oberwart reisen werden. Das steht fest. „100 bis 150 werden es sicher sein“, sagte Kopfer.

SV STEGERSBACH

Nach einem Jahr Abstinenz wird der SVS wieder am Masters teilnehmen. 2018 war man noch einer der Favoriten, was beim 2. Liga-Herbstmeister nun doch etwas anders gelagert ist. Schon die Teilnahme ist eine Überraschung, denn man war nur mit vielen jungen Kickern unterwegs. Gut möglich, dass der Kader nun etwas verstärkt wird, auch um vielleicht in die Kreuzspiele zu kommen. „Es freut uns für unsere jungen Burschen, dass sie das schafften. Überraschend, aber wir nehmen das gerne an. Nun werden wir uns gut vorbereiten und wenn wir schon dabei sind, auch unser Bestes versuchen“, so Sektionsleiter Helmut Siderits.

SC PINKAFELD

Der SCP wollte zum Masters, der Traditionsverein schaffte das. Ob es 2020 für mehr reicht, ist ungewiss, denn aufgrund vieler Verletzungen und Wehwehchen ließen Schlüsselspieler die Halle aus. So hat man zwar einen guten ersten Block, danach kämpft man aber. „Wir haben nicht den großen Druck, auch weil wir gesehen haben, dass es Teams gibt, die die Halle ernster angehen. Wir nehmen das mit, wobei wir an einem guten Tag, sicher eine Rolle spielen können“, so Trainer Florian Hotwagner, der wohl Hannes Gamperl und Michi Pahr im Kader begrüßen wird dürfen. „Die Erwartungen sind niedriger als im Vorjahr, wobei das Halbfinale schön wäre“, so der Sportliche Leiter Alex Diridl zur BVZ.

AKA BURGENLAND U18

„Wir haben uns von Turnier zu Turnier gesteigert. Das war schön anzusehen“, so U18-Trainer Christoph Witamwas. „Beim Finalturnier wollen wir die großen Teams aus der Burgenlandliga und der Regionalliga zumindest ärgern. Und zwar wollen wir die spielerische Antwort auf den zum Teil körperbetonten Hallenfußball sein“, meinte Witamwas, der seinem Team einiges zutraut: „Wenn wir so spielen wie beim Rosalienpokal, dann kann es für uns ein richtig gutes Masters werden.“ Dabei ist die Gruppe mit Titelverteidiger Parndorf, Oberwart und Pinkafeld ungemein ausgeglichen.

SC BAD SAUERBRUNN

Überraschend stark begann die Hallensaison für Bad Sauerbrunn. Der Turniersieg beim Auftakt-Event in Oberpullendorf bescherte den Kurortlern frühzeitig das Masters-Ticket. Die Generalprobe beim Rosalienpokal verlief dann allerdings nicht rund. In einer starken Gruppe mit den SVM Amas, Oberwart und Schattendorf blieb man punktlos, wurde am Ende nur Siebenter. „Vielleicht hatten wir in Oberpullendorf das Glück, was wir in Mattersburg dann Pech hatten“, so Bad Sauerbrunns Sportlicher Leiter Richard Kern. Obmann Gerhard Kern ergänzte: „Es war von Beginn weg unser Ziel uns für das Masters zu qualifizieren. Die Burschen haben das toll gemacht und jetzt wollen wir uns dort natürlich bestmöglich verkaufen.“