Segel-Trio richtet Blick auf das Comeback. Tom Zajac, Tanja Frank und Lorena Abicht sind aktuell durch Verletzungen außer Gefecht, richten den Fokus aber schon voll auf die Rückkehr in den Segel-Zirkus.

Von Martin Ivansich. Erstellt am 12. September 2019 (06:31)
OeSV
Verletzungspause. Thomas Zajac. Foto: OeSV

Die Bronzemedaillengewinner von Rio 2016, Tanja Frank und Thomas Zajac — sie sitzen bekanntlich nicht mehr im selben Boot — hatten zuletzt keine erfreulichen Nachrichten zu berichten. Zajac zog sich bei den Pre-Olympics in Japan eine hartnäckige Knieverletzung (Innenbandabriss und Meniskusverletzung) zu. Gleich am ersten Tag passierte das Unglück — damit waren die zwei wichtigsten Regatten für ihn und seine Nacra17-Partnerin Barbara Matz vorzeitig vorbei.

Nach den Pre-Oympics stand schließlich der Weltcup im japanischen Olympia-Revier vor Enoshima am Programm, der dadurch für das Duo ausfiel. Sechs Monate dauert im Normalfall der Heilungsprozess — sieben bis acht Wochen geht normalerweise kein Sport. Weil aber die Therapie so gut läuft, fliegt Zajac bereits am Sonntag zurück nach Japan, um das Training aufzunehmen.

Zajac auf den Spuren der NFL-Profis

Ganz ohne Hilfsmittel geht es aber nicht: „Ich habe mir eine Schiene aus Carbon anfertigen lassen, die normal nur die NFL-Spieler (Anm.: also die American Football-Profis) benutzen“, so Zajac, der hofft, dass damit das Segeln sinnvoll möglich ist. „Es bleibt ein Restrisiko, aber wir können es uns nicht leisten in Hinblick auf Olympia 2020 zwei Monate nicht zu segeln. Deswegen gehen wir frühzeitig wieder aufs Wasser.“

Die nächste und einzige Regatta, die 2019 noch am Programm steht, ist die WM in Neuseeland Ende November. Klar ist für Zajac auch: „Ich werde in der nächsten Zeit sicher Schmerzen beim Segeln haben, aber es ist, wie es ist. Ich muss das Beste daraus machen“, gibt sich der 33-Jährige kämpferisch, hat den Blick längst nach vorne gerichtet.

Tanja Frank: Nach OP geht Blick nach vorne

Das Gespann Tanja Frank und Lorena Abicht (49erFx) nahm nach einer Boots-Kenterung aus Japan auch kleinere Verletzungen mit, die sind aber so gut wie überstanden. Dennoch musste Frank auf den OP-Tisch. Das hatte aber andere Gründe: Die Steuerfrau unterzog sich am vergangenen Freitag im AKH-Wien einem erfolgreichen operativen Eingriff im Bereich der Nebenhöhlen.

OeSV
Lorena Abicht (l.) und Tanja Frank laden im September die Akkus auf, um dann wieder den Fokus voll auf Olympia 2020 zu legen.  Foto: OeSV

Nach chronischen Beschwerden entschieden sich die Ärzte gemeinsam mit der 26-jährigen Wienerin zu diesem Routineeingriff, um der Vizeweltmeisterin eine problemlose Vorbereitung auf die WM zu ermöglichen.

Die Operation verlief planmäßig und Tanja Frank blickt bereits motiviert auf die kommenden Aufgaben. Der September ist frei, Krafttraining und Urlaub stehen am Plan. Im Oktober gibt es dann ein Trainingscamp in Europa, bevor es auch für Frank und Abicht zur WM nach Neuseeland geht.