Gerhard Milletich: „Wirtschaftlich totaler Schwachsinn“. BFV-Präsident Gerhard Milletich plädiert für Planungssicherheit und spricht sich gegen ein Saison-Provisorium aus.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 09. April 2020 (03:24)
BFV-Präsident Gerhard Milletich glaubt nur an einen Spielbetrieb in der neuen Saison.
Korlath

Am kommenden Mittwoch, den 15. April, steht nach den Osterfeiertagen die Präsidiumssitzung des Österreichischen Fußball-Bundes (ÖFB) am Programm. Dass solche Termine mittlerweile per Videokonferenz abgehalten werden, versteht sich von selbst. Hier sollen neben ÖFB-Boss Leo Windtner auch die neun Landesverbands-Präsidenten sowie Vertreter der Bundesliga und des ÖFB beraten, wie die nach wie vor offene Fußballmeisterschaft behandelt wird.

Nichts geht derzeit. Auch die Anlage des SC Oberpullendorf ist verwaist.
BVZ

„Ich gehe davon aus, dass dann auch eine Entscheidung fallen wird“, sagt Gerhard Milletich, der als Burgenlands Verbands-Chef Teil des ÖFB-Präsidiums ist. Natürlich kann und will der Unternehmer aus Parndorf einer Entscheidung nicht vorgreifen, zum Thema hat Milletich aber eine klare Meinung: „Mein Zugang ist: Nachdem keine Veranstaltungen möglich sind, gibt es im Amateurbereich auch keine Fußballspiele. Das sagt die Logik. Es wäre auch ein Wahnsinn für die Vereine, wenn wir jetzt irgendein Szenario erfinden würden. Ich spreche hier von Doppelrunden oder dergleichen ohne Publikum und Kantine, wenn es dann theoretisch wieder gehen würde. Das wäre auch wirtschaftlich totaler Schwachsinn. Die wichtige Schiene wird sein, sich auf die kommende Saison vorzubereiten.“

Zwei Varianten gelten als wahrscheinlich

Dass einmal bis Ende Juni nichts geht, „hat die Politik entschieden – und es war in dieser Situation die einzig richtige Entscheidung“, stellt Milletich klar. „Wir müssen schauen, um den laufenden Betrieb zu evaluieren. Aber gespielt wird nicht mehr, das geht sich einfach nicht aus.“

Bei dieser Evaluierung gelten zwei Varianten als realistisch: ob die Meisterschaft annulliert wird, oder ob nur das Ergebnis aus der Hinrunde gewertet wird.

Wesentlich ist für viele Klubs in Zeiten wie diesen auch die Frage, ob und wie ihnen unter die Arme gegriffen werden kann. Hier präsentierte der Steirische Fußballverband zuletzt ein 450.000 Euro-Corona-Hilfspaket für seine Vereine, unter anderem mit einer Soforthilfe von 500 Euro für alle Klubs, einer erlassenen Netzwerkgebühr, der gesamten Ausschüttung der Nachwuchstrainersubvention oder einer Unterstützung bei Infrastrukturkosten.

Hilfspaket? „Wir sind hier sehr gut vertreten“

Für den einzelnen Verein seien das laut Brief des Präsidenten Wolfgang Bartosch freilich überschaubare Beträge, „aber wir wollen als größter Sport-Fachverband ein Zeichen setzen, dass wir für unsere Vereine auch in diesen schwierigen Zeiten aktiv sind.“ Seitens des BFV stellt auch Gerhard Milletich klar, dass der Verband den Klubs in der Praxis entgegenkommen werde (etwa werden die Nenngebühren gutgeschrieben), „für eine effektive, nachhaltige Hilfe fehlen aber die eigenen Mittel. Da bräuchte es schon rund eine Million, das entspricht unserem gesamten Jahresbudget. Es gibt aber Signale der öffentlichen Hand und gute Gespräche zwischen Sportminister, ÖFB und Sport Austria, wo wir durch Präsident und Alt-Landeshauptmann Hans Niessl sehr gut vertreten sind. In diesen Gremien sollte dann auch eine effektiv gute Lösung zustandekommen.“