„Noch attraktiver“. Wohnbaulandesrat Heinrich Dorner über die Wohnbauförderung, den Handwerkerbonus und den Umweltschutz.

Erstellt am 19. Februar 2021 (11:24)
Landesrat Heinrich Dorner.
zVg

BVZ: Welche Anreize wurden für die Burgenländer im Bereich der Wohnbauförderung gesetzt?

Heinrich Dorner: Wir haben die Burgenländische Wohnbauförderung noch attraktiver gemacht. Seit 1. Jänner gibt es für Darlehen eine Fixverzinsung von 0,9 Prozent für 30 Jahre. Diese Konditionen gibt es in keinem anderen Bundesland! Neu ist auch: Wer in einer Abwanderungsgemeinde baut oder saniert, erhält bis zu 15.000 Euro Darlehenserhöhung.

Welche Maßnahmen setzt das Land beim Bauen im Bereich Umweltschutz?

Heinrich Dorner: Da findet sich in der Wohnbauförderungsnovelle 2021 einiges: Das Bonussystem wurde auf Basis des Öko-Index angepasst. Wer ökologisch baut, kann sein Basisdarlehen um bis zu 40 Prozent erhöhen. Ebenso wurde die Förderung für bodenverbrauchssparendes Bauen erhöht – und zwar wurden die Beträge für den Baulückenschluss von 70 auf 100 m² Wohnnutzfläche angehoben, zudem gibt es eine Deckelung von 20. 000 Euro (bisher 12.600 Euro). Ebenfalls zu erwähnen ist: Der maximal förderbare Betrag der energetischen Sanierung wurde auf 45.000 Euro aufgestockt (Bisher: 30.000 Euro). Und Dachbegrünungen und vertikale Außenbegrünungen werden bei Neubau oder Sanierung gefördert.

Der Handwerkerbonus wurde um ein weiteres Jahr verlängert. Warum sollte man diesen in Anspruch nehmen?

Heinrich Dorner: Weil wir damit in einer Zeit, in der viele Menschen jeden Cent zweimal umdrehen müssen, privaten Haushalten den Rücken stärken, damit sie sich notwendige Reparaturarbeiten leisten können. Im letzten Jahr wurden fast 6.000 Anträge gestellt. Der Fördertopf, der mehrmals aufgestockt wurde auf rund elf Mio. Euro, wurde ausgeschöpft. Für die Wirtschaft bedeutet das ein Auftragsvolumen von 55 Millionen Euro. Das ist ein immens wichtiger Beitrag zur Absicherung von regionalen Handwerksbetrieben und der damit verbundenen Arbeitsplätze im Burgenland.

Welche Herausforderungen werden auf die Baubranche infolge der Corona-Krise zukommen?

Heinrich Dorner: Das ist in erste Linie das geringe Wirtschaftswachstum. Und deshalb werden wir seitens des Landes auch heuer wieder aktiv gegensteuern. Die Bauprogramme des Landes durch die Baudirektion und die Landesimmobilien Burgenland werden wieder für wichtige Impulse in der Baubranche sorgen. Und mit der Projektentwicklung Burgenland unterstützt seit diesem Jahr eine eigene Landesgesellschaft die Kommunen bei der Umsetzung von Infrastrukturprojekten. Bis dato gibt es rund 80 eingemeldete Projekte. Davon werden in etwa 20 mit einem prognostizierten Gesamtvolumen von etwa 35 Millionen Euro im Jahr 2021 in Umsetzung gehen.

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