Grenzerfahrungen sammeln in Bildein

Der Grenzerfahrungsweg in Bildein verbindet Österreichische Geschichte mit einer abenteuerlichen Erlebniswanderung.

Erstellt am 23. August 2021 | 07:00

Der Grenzerfahrungsweg in Bildein ist für seine historischen und kulturellen Gegebenheiten bekannt und verbindet österreichische und ungarische Geschichte. Der Rundwanderweg bietet 10 verschiedene Erlebnisstationen, die zu einem spannenden Abenteuer für Jung und Alt einladen. Der gesamte Wanderweg bietet eine abwechslungsreiche Landschaft, ausreichende Rastplätze und Texttafeln, die Informationen zum Thema Grenzen beihalten. Der seit 2012 bestehende Grenzerfahrungsweg beginnt mit der Erlebnisstation Labyrinth, das sich gegenüber dem Friedhof befindet. Es bezieht sich auf die elementare Grenzerfahrung Leben und Tod. Das Labyrinth symbolisiert den Weg des Lebens bis hin zu seinem Ziel.

Österreichische Geschichte neu erleben

Weiter auf der Wanderroute erreicht man den Bunker, der an den Zweiten Weltkrieg erinnert. Eine Multimedia-Präsentation im Inneren des Bunkers versetzt BesucherInnen zurück in die Zeit des Nationalsozialismus. Inmitten der idyllischen Landschaft befindet sich der Lauf- und Schützengraben, der die nächste Erlebnisstation darstellt. Solche Laufgraben wurden im Ersten Weltkrieg an der österreichisch-ungarischen Grenze, also auch in Bildein, ausgehoben. Neben dieser Station befindet sich ein Panzer, der ebenfalls diese Zeit widerspiegelt. Umgeben von einer traumhaften Aussicht über das Dorf und der Pinka führt der Wanderweg zu weiteren Stationen. Das markanteste Element der Wanderroute ist der Beobachtungsturm, welchen man bereits vor der Ortseinfahrt erkennen kann. Dieser Turm diente der ehemaligen Ungarischen Grenzwache und war ein Zeichen für den Verlauf der Grenze. Ab 1948 war diese Grenze der Eiserne Vorhang, dessen Station sich neben dem Grenzwachturm befindet. Mithilfe einer Rekonstruktion wird dargestellt, wie die Grenzschutzanlage ausgesehen und funktioniert hat. Abgerundet wird der Wanderweg mit dem Spiel ohne Grenzen. Bei diesem Element können Kinder und Erwachsene an ihre körperlichen Grenzen stoßen. Grüne Bäume und die wohltuende Natur bieten neben dem Kletternetz einen Ort, um die Seele baumeln zu lassen und sich nach den körperlichen Aktivitäten zu entspannen. Das letzte Element ist die Schwimmende Brücke, die einem das Gefühl ermöglicht, als würde man auf Wasser gehen. Ein Beobachtungsnetz bietet die Möglichkeit die vielfältige Tier- und Pflanzenwelt auf der Wasseroberfläche zu erforschen. Nach der Wanderung gelangt man wieder zum Gemeindezentrum, wo sich unter anderem das Weinarchiv befindet.

Bildein - Das Dorf ohne Grenzen

Das gesamte Dorf steht unter dem Motto „Das Dorf ohne Grenzen“. An dieses Konzept wurde auch der Grenzerfahrungsweg angelehnt. Das Motto erklärt sich aus der Geschichte des Ortes Bildein. Vor 1921 waren die Gemeinden Ober- und Unterbildein wirtschaftlich am Raum Szombathely/Steinamanger orientiert. Kulturell und sozial haben sie sich an den Nachbargemeinden Pernau und Stentpeterfa angelehnt. Die sozialen Kontakte zu den Nachbargemeinden gingen mit der Zeit zurück, auch der Bau des Eisernen Vorhangs spielte dabei eine große Rolle. Aus diesem Grund hat man ganz bewusst so früh wie möglich versucht, wieder Kontakt zu den ungarischen Nachbargemeinden aufzunehmen. Bereits seit Jahren werden gemeinsame Projekte zwischen den angrenzenden Gemeinden durchgeführt. Bildein lebt bis heute nach dem Motto und ist bekannt für die Aufgeschlossenheit für alles Neue. In Bezug auf die Vorgeschichte der Gemeinde sind Offenheit und Toleranz für Gäste und Touristen jeden Alters und jeder Herkunft ein besonderes Anliegen. Wer beschließt, den Wanderweg zu beschreiten, fühlt sich im Dorf sicher wohl und gut aufgehoben.