Güssing: Kulturgenuss in der Natur

Eine Wanderung quer durch die Bezirkshauptstadt mit Fischteichrunde und Burgbesichtigung.

Erstellt am 23. August 2021 | 07:00

Die Bezirkshauptstadt ist Heimatort der Burg Güssing und ist bekannt für die darunter gelegenen Fischteiche. Natürlich sind diese deshalb auch Teil des Wanderweges, der durch die gesamte Stadt führt. Start der Stadtrunde ist das Aktivzentrum und führt vorbei am Auswanderer Museum Richtung Stadtkern. Das Gebäude der alten Hofmühle dokumentiert das Auswandern tausender BurgenländerInnen vor allem in die USA. Im Inneren der Stadt kann man zahlreiche historische Schätze entdecken. Eines davon ist die Jakobikirche. Die Pfarrkirche zum HI. Jakobus d. Älteren liegt östlich unter der Burg im Friedhofsgelände. Die Jakobikirche stammt bereits aus dem 9. Jahrhundert und zählt zu einer der ältesten Kirchen des Burgenlandes. Mittlerweile dient die ehemalige Pfarrkirche von Güssing nur noch als Friedhofskirche.

Die älteste Burg im ganzen Burgenland

Die Wanderung führt weiter zum Wahrzeichen der Stadt, zur Burg. Sie ist die älteste Burg des Landes und stammt aus dem Jahr 1157. Sie zählte zu einem mittelalterlichen, ungarischen Burgengürtel entlang einer umkämpften Grenze und thront auf einem erloschenen Vulkan. Die Burg spielte auch in der Zeit der Türkenkriege eine große Rolle, genauso wie die Familie Batthyany. Diese Familie prägte die gesamte Region rund um Güssing und erlangte den Besitz der Burg im Jahre 1524.

Geschichte und Kultur, die verbindet

Der Aufstieg auf die Burg ist nicht nur zu Fuß, sondern auch mit der Burgbahn Güssing möglich. Sie hat eine Streckenlänge von 96 m und verläuft auf einer Höhendifferenz von 51 m. Die Burg bietet einen atemberaubenden Rundumblick über die Stadt Güssing, das Ramsargebiet, die Güssinger Fischteiche bis weit in die ungarische Tiefebene. Nicht nur der Ausblick der Burg, sondern auch das Burgmuseum haben einiges zu bieten. Zahlreiche Exponate, wie beispielsweise die Ahnengalerie, die Waffensammlung oder diverse Sammelstücke, erinnern an die ungarische Magnatenfamilie Batthyany. Einblicke in die einstige Lebensweise auf der Burg Güssing verdanken wir dem Musik- und Speisezimmer, aber auch dem prachtvollen Gemäldesaal. Der weitläufige Burghof bietet die idealen Voraussetzungen für einzigartige Theater- und Konzertaufführungen im Sommer. Bei einem Besuch der Burg sollte man unbedingt die Möglichkeit nutzen, um das Burgrestaurant mit seiner Sonnenterrasse und Burgvinothek einen Besuch abzustatten.

Heimat von besonderen Gewässern

Die Route führt von der Burg durch die historisch geprägte Innenstadt.

Dort findet man das Franziskanerkloster und die dazugehörige Basilika. Das Kloster birgt außerdem eine wertvolle Bibliothek mit ca. 3500 Büchern. Abgerundet wird die Wanderroute mit einem Spaziergang rund um die Fischteiche. Die Teichanlage, so wie wir sie jetzt kennen, wurde 1912 von ungarischen Teichbauern angelegt. Sie beherbergen eine große Artenvielfalt an Pflanzen und Tieren, vor allem seltene Fischarten finden dort ihren Lebensraum. Die Güssinger Fischteiche, zu denen die vier Gewässer und angrenzenden Schilf- und Wiesenfläche gehören, zählen seit 2013 zum 21. Ramsar-Schutzgebiet in Österreich.