Naturpark Geschriebenstein: Hoch droben im Burgenland. Die Wanderung von der höchsten Erhebung des Burgenlandes zu den Spitzen der Baumkronen in Althodis.

Erstellt am 30. August 2021 (07:00)
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Der Baumwipfelweg in Althodis verfügt über zahlreiche Informationstafeln, welche über die Lebensräume der hier lebenden Spechte, Fledermäuse und Kolkraben als auch über nützliche und schädliche Baumbewohner, wie zum Beispiel verschiedene Baumflechte informieren.
Konrad

Der Geschriebenstein ist mit einer Höhe von 884 Metern die höchste Erhebung im Burgenland und liegt mitten im grenzüberschreitenden Naturpark Geschriebenstein-Irrotkö, welcher sich auf insgesamt 8.500 Hektar erstreckt. Der Geschriebenstein/Irottkö verdankt seinen Namen einem Phyllit-Felsen, der sich ein paar Meter weit von der Aussichtswarte am Gipfel befindet. Der Quarzphylit tritt am gesamten Gebiet des Naturparks auf und stammt ursprünglich aus sandigen und tonigen Meeresablagerungen. Der Naturpark ist ein beliebtes Ausflugsziel für Wanderbegeisterte. Aber auch für historisch interessierte Personen hat das Gebiet einiges zu bieten.

Die Entstehung der Staatsgrenze

Mitten durch die Aussichtswarte am Geschriebenstein verläuft die Staatsgrenze zwischen Österreich und Ungarn und erinnert an die Entstehung des Burgenlandes vor 100 Jahren.

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Die Aussichtswarte am Geschriebenstein bietet einen herrlichen Panoramablick über das gesamte Burgenland, die ungarische Tiefebene, sowie das angrenzende Niederösterreich und die Ausläufer der Alpen.
Konrad

Nach dem Ersten Weltkrieg musste die Österreichisch-Ungarische Monarchie viele ihrer Staatsgebiete abtreten. Österreich wurde allerdings ein Gebiet in Westungarn zugesprochen. Es erhielt später den Namen Burgenland, abgeleitet von den neu beanspruchten Gebieten Pressburg, Wieselburg, Ödenburg und Eisenburg.

Über den Baumkronen in Althodis

Ein Highlight der Wandertour ist der Baumwipfelweg in Althodis. Der 500 Meter lange Baumkronenweg verfügt über zahlreiche Sinnesstationen, wie zum Beispiel dem Hörtrichter aus Holz.

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Der Baumwipfelweg in Althodis verfügt über zahlreiche Informationstafeln, welche über die Lebensräume der hier lebenden Spechte, Fledermäuse und Kolkraben als auch über nützliche und schädliche Baumbewohner, wie zum Beispiel verschiedene Baumflechte informieren.
Konrad

Dieser ermöglicht eine intensive und detaillierte Wahrnehmung verschiedenster Laute und Stimmen des Waldes. Rund um dem Weg informieren Mitmachstationen über die Lebensräume der hier beheimateten Tiere und Pflanzen. Im Mischwald des Günser Gebirges kommen in einer Seehöhe von 500 Metern unterschiedliche Baumarten vor. Dazu zählen unter anderem die Rotbuche, die Fichte, die Edelkastanie und die Birke. Aber auch giftige Kräuter wie der Waldmeister, das Maiglöckchen und der rote Fingerhut finden hier ihren Lebensraum.

Eine weitere Besonderheit im Mischwald ist die große Artenvielfalt an Pilzen. Beim Sammeln sollte man jedoch besonders aufmerksam sein, welche Pilze genießbar oder giftig sind. Zu den genießbaren Pilzen zählen der Flockenstielige Hexenröhrling, die Ziegenlippe sowie auch das Stockschwämmchen.

Die Heimat einer großen Tierwelt

Die Baumkronen beheimaten neben der Pflanzenwelt auch verschiedene Insekten und Waldtiere. Ein Großteil davon wird von Insekten eingenommen. Es können in einem mitteleuropäischen Buchenwald bis zu 7.000 Arten gefunden werden.

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Das Kreuz wurde 2012 errichtet und markiert den Geschriebenstein, der sich 884 m. ü. A. befindet.
Konrad

Die Wälder um den Geschriebenstein beherbergen zwei besonders spektakuläre Käferarten: den Hirschkäfer und den seltenen Großen Eichenbock. Neben der Rotbeinigen Baumwanze kommt auch eine Reihe von Schmetterlingen in den Baumkronen vor. Dazu zählen der Große und Kleine Schillerfalter, aber auch der Blaue Eichenzipfenfalter. Zu den Bewohnern des Laub-Nadel-Mischwaldes gehören außerdem Spechte, Fledermäuse, wie die Wimperfledermaus und Kolkraben. Die Tour ist ein Wandererlebnis, welche einem die heimische Natur und ihre vielseitige Tier- und Pflanzenwelt näherbringt.