Aktionstag für pflegende Angehörige: Absicherung für Betreuung daheim
Anstellungsmodell
2019 wurde im Burgenland ein österreichweit einzigartiges Anstellungsmodell für betreuende Angehörige eingeführt. Aktuell nehmen dieses 390 Personen in Anspruch.
Auch Beratungsgespräche fürdas Anstellungsmodell werden angeboten.
© Soziale Dienste Burgenland
Menschen, die ihre Angehörigen pflegen und betreuen, sind ein wichtiger Grundpfeiler der Versorgungsstruktur im Burgenland. Um die Burgenländerinnen und Burgenländer in diesen herausfordernden Situationen zu unterstützen, wurde im Jahr 2019 das Anstellungsmodell für betreuende Angehörige eingeführt. „Unser Anstellungsmodell ist ein sozialpolitischer Meilenstein und Sinnbild für den innovativen Weg, den das Burgenland eingeschlagen hat. Es ist ein wichtiger Baustein, um den Menschen im Burgenland die individuelle Betreuung dort zu ermöglichen, wo sie sich am wohlsten fühlen – in ihrem Zuhause. Unser erfolgreiches Anstellungsmodell beweist: Innovative Sozialpolitik kann den Menschen helfen und gleichzeitig nachhaltige Lösungen für die Zukunft schaffen“, betont Soziallandesrat Leonhard Schneemann.
Über 730 Anstellungen seit Start
Die betreuenden Angehörigen bzw. Vertrauenspersonen sind je nach Pflegestufe der zu betreuenden Person zwischen 20 und 40 Stunden angestellt und erhalten damit eine finanzielle und sozialversicherungsrechtliche Absicherung. Die Anstellung ist ab Pflegestufe 3 möglich und erfolgt über die Pflegeservice Burgenland GmbH, einer Tochtergesellschaft der Sozialen Dienste Burgenland (SDB). 2024 wurde das Modell auf Vertrauenspersonen ausgeweitet, damit ist kein Verwandtschaftsverhältnis mehr notwendig. Bis September 2025 nahmen insgesamt 732 Personen das Modell in Anspruch. Aktuell sind es 390 – davon sind 13 Vertrauenspersonen, 18 Prozent sind männlich und 34 Prozent betreuen ihre eigenen Kinder.
Johannes Zsifkovits, Geschäftsführer der Sozialen Dienste Burgenland, erklärt: „Die Zahlen belegen nicht nur den Erfolg des Modells, sondern auch, dass es ein breites Spektrum an Betreuungskonstellationen abdecken kann.“
Qualitätssicherung durch Schulung und Begleitung
Um eine gleichbleibend hohe Betreuungsqualität zu gewährleisten, finden regelmäßige Unterstützungsbesuche durch ausgebildetes Pflegepersonal statt. Diese erfolgen je nach Pflegestufe zwischen einmal pro Woche und einmal pro Monat. Darüber hinaus ist im ersten Beschäftigungsjahr die Absolvierung eines Grundkurses im Umfang von 100 Stunden verpflichtend vorgesehen.
Beratung und Information – auch per App
Erste Anlaufstelle für Interessierte sind die Pflege- und Sozialberater und Sozialberaterinnen der Soziale Dienste Burgenland in jedem Bezirk. Diese sind über die Pflegehotline 05 09 44 1111 erreichbar. Anfang 2025 startete außerdem eine Kooperation im Rahmen der Alles Clara-App, die niederschwellig Ratsuchende mit Expertinnen und Experten aus dem Pflege- und Sozialbereich verbindet. Die Funktionsweise ist simpel: Ratsuchende laden sich die App herunter, geben den Zugangscode clara-bgld ein, legen ein Profil an und fragen eine Beratung an. Es entsteht ein zeitversetzter Chat, bei dem Fragen jederzeit gestellt und von den Beraterinnen und Beratern im nächsten Dienstzeitfenster beantwortet werden.