Pflegeheim insolvent: ARGE ortet möglichen Betrugsfall

Bad Sauerbrunn

Die Insolvenz des Pflegeheims „Rosengarten“ in Bad Sauerbrunn (Bezirk Mattersburg) hat politisch Wellen geschlagen und zu einer Anzeige des Landes bei der Staatsanwaltschaft Eisenstadt geführt. Die ARGE Pflegeheime - Interessensvertretung aller 44 Heime im Burgenland - ortet ebenfalls einen möglichen Betrugsfall. Ob ein Betreiber gemeinnützig oder nicht-gemeinnützig ist, damit habe die Causa an sich nichts zu tun, erklärte Obmann Franz Drescher.

Von Redaktion BVZ

Die Seniorenresidenz Rosengarten befindet sich in einem Konkursverfahren.

Die Seniorenresidenz Rosengarten befindet sich in einem Konkursverfahren.

© Richard Vogler

Soziallandesrat Leonhard Schneemann (SPÖ) hatte nach Bekanntwerden der Pleite eine lückenlose Aufklärung gefordert und die Sachverhaltsdarstellung angekündigt. Er verwies auch darauf, dass die Betreibergesellschaft DGW im Oktober noch 2,3 Mio. Euro an Gewinn ausgeschüttet habe. Schneemann sah durch den aktuellen Fall auch das burgenländische Pflegemodell bestätigt, das die Bedeutung der Gemeinnützigkeit unterstreiche: „Denn mit Pflege und Betreuung darf schlichtweg kein Gewinn gemacht werden.“

In der ARGE Pflegeheime sind private Betreiber und Trägerorganisationen wie die Caritas, Hilfswerk oder Samariterbund vertreten. „Wir haben ein paar wenige nicht-gemeinnützige sowie gemeinnützige Betreiber in der ARGE. Gemeinnützig heißt, das Geld bleibt in der Organisation“, es sollte keine Gewinnausschüttung stattfinden, erklärte Drescher. Gewinne werden vom Geschäftsführer in die Mitarbeiter, die Bewohner und die Instandhaltung investiert.

Im Fall des insolventen Heims „Rosengarten“ gebe es „Unstimmigkeiten“, die verfolgt werden sollen, betonte er. Es könnte sich um einen „großen Betrugsfall“ handeln. „Das steht nicht in Zusammenhang mit gemeinnützig oder nicht-gemeinnützig. Das ist ein 'Schwarzes Schaf'“, ein solches gebe es leider in jeder Branche, meinte der ARGE-Obmann.

Pflegeheim insolvent: ARGE ortet möglichen Betrugsfall

© zVg

Wie man etwa in Zeiten der Corona-Pandemie, die besonders fordernd für die Pflegeheime gewesen seien, Gewinne machen konnte, sei ihm „rätselhaft“. Überhaupt sei es in den vergangenen Jahren angesichts der Teuerung schwierig gewesen, positiv zu bilanzieren. Hierfür müsse man in anderen Jahren Rücklagen aufbauen: „Jedes Pflegeheim ist ein Unternehmen, das gut geführt werden soll.“

Die ARGE versteht sich als Partner der Politik und der zuständigen Fachabteilung im Land. Wichtig sei vor allem auch der Austausch innerhalb der Branche. Das Gesprächsklima mit dem Land sei sehr gut, auch die überarbeitete Tagsatzvereinbarung begrüßt Drescher, trage diese doch zur Transparenz bei.