„Die Zwiefler“ als Sonderausstellung im Stadtmuseum Pinkafeld

Museum

Die Ausstellung ist dem südlichen Nachbarn Riedlingsdorf gewidmet. Als sogenanntes Waldhufendorf im 13. Jahrhundert gegründet, entwickelte sich das Dorf zu einem der wichtigsten Orte der ehemaligen Herrschaft Bernstein und auch der späteren Herrschaft Pinkafeld.

Von Bertie Unger

das Stadtmuseum steht ganz imj Zeichen der "Zwiefler" aus Riedlingsdorf.

das Stadtmuseum steht ganz imj Zeichen der "Zwiefler" aus Riedlingsdorf.

© Stadtmuseum

Während in Pinkafeld das Handwerk dominierte, florierte beim südlichen Nachbarn die Landwirtschaft. Die Riedlingsdorfer Frauen verkauften ihre landwirtschaftlichen Produkte, darunter vor allem auch die Zwiebel, auf dem Wochenmarkt in Oberwart und wurden daher bald als „Zwiefelweiber“ bezeichnet. Daraus leitete sich auch der Ortsname „Zwiefler“ ab. So wie in vielen anderen Gemeinden auch, mutierte später der ehemalige Neckname zum Markenzeichen und wird heute voller Stolz getragen. Die Riedlingsdorfer gingen sogar noch einen Schritt weiter und nahmen die Zwiebel in ihr Wappen auf.

Die Ausstellung widmet sich natürlich größtenteils der Geschichte der Ortschaft Riedlingsdorf. Es werden historische Landkarten und Dokumente gezeigt, außerdem wird auf einzelne historische Ereignisse speziell eingegangen. So verlor der Ort mindestens 15 Prozent seiner Bevölkerung in der Zeit von 1890 bis 1924 an die große Auswanderungsbewegung in die USA. Einige Auswandererschicksale, wie das des in Amerika als Künstler bekanntgewordenen Gustav Rehberger, werden vorgestellt.

Ein Schwerpunkt der Ausstellung ist dem Brauchtum gewidmet

So werden nicht nur Fotos von den Blochziehen der letzten 90 Jahre gezeigt, sondern es wird auch der Brauch des sogenannten „Hoarsammelns“ beschrieben, den es dieser Form nur in Riedlingsdorf gibt. Vereine, wie zum Beispiel der MGV „Eintracht“ Riedlingsdorf, und die Freiwillige Feuerwehr Riedlingsdorf werden ebenso vorgestellt, wie das einstige bäuerliche Leben in der Ortschaft. Außerdem erwarten die Besucherinnen und Besucher unzählige Bilder, welche die Menschen, Häuser und Straßen sowie das Geschehen der letzten 100 Jahre in Riedlingsdorf zeigen