Burgenlandkroatinnen im Widerstand - auf der Bühne im Publikumsstudio

Performance am Mittwoch

„Ich widme meine Erinnerungen den Menschen dieser Welt“ - die Bühnenperformance der Theaterinitiative Burgenland ist am 19. Juni im ORF-Landesstudio in Eisenstadt zu sehen. Die Aufarbeitung der persönlichen Geschichten von Käthe Sasso und Hann Sturm bewegte schon an mehreren Schauplätzen; eine intensive Aufführung wird auch dieses Mal erwartet.

Von Wolfgang Millendorfer

Bühnenperformance - Text und Musik zu den bewegenden und bewegten Lebensgeschichten.

Bühnenperformance - Text und Musik zu den bewegenden und bewegten Lebensgeschichten.

© Theaterinitiative Burgenland

Hanna Sturm und Käthe Sasso, zwei Burgenlandkroatinnen, die sich auf unterschiedliche Weise dem NS-Regime widersetzten. Beide überlebten den Terror und machten es sich zur Aufgabe, ihre Geschichte weiterzuerzählen, um die folgenden Generationen zu warnen. „Ich widme meine Erinnerungen den Menschen dieser Welt“, umfasst schon im Titel all das, worum es auch der Theaterinitiative Burgenland geht.

Das „Landestheater der Autor*innen“ produziert seit nunmehr zehn Jahren ausschließlich Uraufführungen.: allesamt waren es intensive Stücke, künstlerische Aufarbeitung, aufwändig inszeniert. Das trifft auch auf die Bühnenperformance zu, die, basierend auf der Autobiografie von Hanna Sturm und einem Interview mit Käthe Sasso, vom Produktionsteam nach Recherche, Vorbereitung und Regie von Peter Wagner und Joško Vlasich erarbeitet wurde.

Burgenlandkroatinnen im Widerstand - auf der Bühne im Publikumsstudio

© Theaterinitiative Burgenland

Nach der Premiere im Offenen Haus Oberwart war das Stück bereits an mehreren Orten im Burgenland zu sehen, in der KUGA Großwarasdorf, in Klingenbach, Neufeld oder Stinatz. Kommenden Mittwoch, am 19. Juni (Beginn: 19.30 Uhr), wird zur Aufführung ins große Publikumsstudio im ORF Burgenland in Eisenstadt geladen.

Über das Stück

Hanna Sturm, 1891 in Klingenbach geboren, kämpfte bereits als Arbeiterführerin gegen ausbeuterische Betriebe, organisierte Streiks und verbrachte alle sechs Jahre des Zweiten Weltkriegs im Konzentrationslager. Käthe Sasso, 1926 in Nebersdorf geboren, war noch ein halbes Kind, als die Nazis in Österreich einmarschierten.

Als Mitglied der im Widerstand tätigen „Gruppe Gustav Adolf Neustadtl“ wurde sie mit 16 Jahren in Wien inhaftiert, erlebte die Folter der Schergen am eigenen Leib. Im KZ-Ravensbrück lernte sie die wesentlich ältere Hanna Sturm kennen, mit der sie sich auf Kroatisch unterhielt und eine lebenslange Freundschaft schloss. Beide Frauen überlebten den Terror.

Burgenlandkroatinnen im Widerstand - auf der Bühne im Publikumsstudio

© Theaterinitiative Burgenland

Hanna Sturm verewigte ihre Erinnerungen in dem Buch „Die Lebensgeschichte einer Arbeiterin; vom Burgenland nach Ravensbrück“, während Käthe Sasso im Zeitzeugenprogramm seit den 1990er-Jahren unzählige Veranstaltungen absolvierte.

Die Produktion hat die Autobiografie von Hanna Sturm und ein zweistündiges Interview mit Käthe Sasso zur Grundlage, ergänzt von einem Radiointerview, das Franjo Bauer in den 1960-er Jahren mit Hanna Sturm führte. Eingestreut in die Erzählungen der beiden Frauen sind kurze, prosaische wie lyrische Gedankensplitter von heute lebenden burgenlandkroatischen Autorinnen und Autoren.

Mitwirkende: Claudia Fellinger, Andrea Kerstinger, Konstantin Vlasich, Joško Vlasich
Videoregie additional lyrics / Darstellerin:Valentina Himmelbauer
Musik: Marco Blascetta, Justin Kodnar, Nikola Zeichmann
Recherche, Präsentationsvorbereitung, Dramaturgie, Regie: Joško Vlasich, Peter Wagner
Produktionsleitung: Orsolya Varga-Turai
Licht:Alfred Masal
Technik und Bauten: Florian Decker, Jan Tomsits
Büro: Silvia Magdit