Seniorenaufstand: „Wir machen gegen die Billa-Schließung mobil“

Oberwart

Hans Robeischl startete eine Petition gegen die geplante Schließung der Filiale in der Oberwarter Steinamangererstraße. Immer mehr Senioren nützen den Rückenwind und erheben couragiert ihre Stimme. Der Widerstand wächst.

Von Bertie Unger

Hans Robeischl startete die Petition. Eleonore Pieler, findet ein Geschäft in der Nähe unheimlich wichtig

Hans Robeischl startete die Petition. Eleonore Pieler, findet ein Geschäft in der Nähe unheimlich wichtig

© Bertie Unger

Der BVZ-Artikel über die geplante Schließung der Billa-Filiale in der Steinamangererstraße wirbelte jede Menge Staub auf. Die Schließung ist am Dr. Emmerich Gyenge-Platz in unmittelbarer Nähe Tagesthema. In den Wohnhäusern leben viele Senioren und mit Hans Robeischl auch jener Bewohner, der die Pedition ins Leben rief. Und der will nun auch die Politspitze im Burgenland kontaktieren. „Ich bereite gerade ein Schreiben an Landeshauptmann Hans Peter Doskozil und an Soziallandesrat Leonhard Schnemann vor. Ich habe mit den Billa-Mitarbeitern gesprochen, die sagen, dass der Standort wie geplant mit Ende November noch nicht zusperrt. Aber was kommt danach? Wer nichts sagt, wird nicht gehört“, sagt der gebürtige Salzburger, der nach seiner Pensionierung ins Burgenland wechselte. Und mit Hans Robeischl als Zugpferd, melden sich immer mehr Bewohner zu Wort.

Einzige Möglichkeit für nicht mobile Senioren

„Ich muss jetzt wieder einkaufen gehen“, sagt Eleonore Pieler, die ursprünglich aus Kemeten kommt und die Wohnung am Gyenge-Platz auch aus Gründen guter Infrastruktur bezog. „Ich gehe einkaufen, aber wie viel kann ich tragen? Der Billa, der gehört genau hier her. Hier gibt es ja soviele Wohnungen und da leben so viele Menschen, die genau hier einkaufen und hauptsächlich sind das alte Leute“, sagt die rüstige 85-jährige. „Ob Billa oder nicht, hier gehört ein Geschäft her. Ich glaube ja nicht, dass da mit dem REWE-Konzern viel zu machen ist, aber es wird ja auch andere Geschäfte geben, es muss ja nicht so ein großes sein. Die jüngeren haben alle ein Auto, aber was tun wir Senioren?“, sagt Pieler.

Seniorenaufstand: „Wir machen gegen die Billa-Schließung mobil“

© REWE

„Ich hoffe schon, dass diese Petition etwas bringt, dafür wurden ja auch die Unterschriften gesammelt“, meldet sich Herma Radl zu Wort. „Da lohnt es sich schon zu kämpfen, denn die anderen Geschäfte sind alle soweit entfernt, dass wir die nicht mehr schaffen“, sagt Radl, die auch keine gebürtige Oberwarterin ist.

Hans Robeischl, Held der Senioren

„Aber ohne den Herrn Robeischl würde gar nichts gehen. das ist so wie mit diesen Glascontainern hier. Die haben wir auch nur durch den Herrn Robeischl gekriegt. Er ist immer so lange an einer Sache dran, bis es auch fruchtet. Das ist schon sehr wichtig“, sagt die Seniorin. „Und wir machen alle mit. Mehr noch, wir stehen alle hinter ihm“.

„Natürlich setze ich mich ein“, sagt Hans Robeischl. „Wir sind ja nicht irgendwelche Menschen, die hier leben, sondern wir sind wirklich eine Gemeinschaft. Wir unterhalten uns gerne, wir mögen uns. Das geht ganzen Tag so“, sagt Robeischl, der aber damit aufgehört hat, Unterschriften zu sammeln. „Das wurde mir alles zu anstrengend“, sagt der 78-jährige. „Ich bin nicht so mobil, kann nicht lange stehen. Aber, dass hier überhaupt etwas in Bewegung kam, hat die BewohnerInnen unvorstellbar gefreut“, sagt Hans Robeischl.

Die REWE Group hat beschlossen, den Standort erneut zu prüfen und bittet um Verständnis, zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht mehr Informationen bieten zu können.