SPÖ, ÖVP & Grüne wählten Van der Bellen, Junge stimmten für Wlazny

Aktualisiert am 09. Oktober 2022 | 20:06
Lesezeit: 4 Min
Bundespräsidentschafts-Kandidaten
Die Bundespräsidentschafts-Kandidaten Michael Brunner (MFG), Heinrich Staudinger, Gerald Grosz, Dominik Wlazny (Bierpartei), Tassilo Wallentin, Walter Rosenkranz (FPÖ) und Alexander Van der Bellen
Foto: APA/GEORG HOCHMUTH
Alexander van der Bellen wurde überwiegend von den Wählern der Regierungsparteien und der SPÖ gewählt, auch unter NEOS-Wählern hat eine Mehrheit für den Amtsinhaber votiert, zeigt eine Wahltagsbefragung von Peter Hajek für ATV. Dominik Wlazny ist der Kandidat der unter-29-Jährigen - zumindest jener, die wählen waren. Die Jungen sind nämlich signifikant seltener zur Wahl gegangen als die Generation 60plus. "Insofern ist VdB der Kandidat der Silver Surfers", so Hajek.
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Unter Grünen-Wählern haben 96 Prozent ihre Stimme dem ehemaligen Grünen-Chef Van der Bellen gegeben, unter ÖVP-Wählern waren es 79 Prozent, unter SPÖ-Wählern 77 Prozent. Auch 62 Prozent der NEOS-Wähler haben Van der Bellen gewählt. Laut der Wahltagsbefragung (400 telefonisch und 800 online Befragte zwischen 4. und 8. Oktober, Schwankungsbreite 2,8 Prozentpunkte) ist allerdings immerhin jeder vierte NEOS-Wähler auf Dominik Wlazny ausgewichen.

71 Prozent der FPÖ-Wähler haben ihr Kreuzerl bei Walter Rosenkranz gemacht, 15 Prozent der blauen Wähler sind hingegen zu Grosz abgewandert, jeder Zehnte zu Wallentin. Bei der ÖVP war für Rosenkranz nur wenig zu holen, nur sechs Prozent gaben ihm ihre Stimme. Gerald Grosz konnte nach den FPÖ-Wählern auch NEOS-Wähler durchaus erreichen (4 Prozent), Wlazny konnte neben 27 Prozent der NEOS-Wähler auch 12 Prozent der SPÖ-Wähler überzeugen. Wallentin bekam neben den Stimmen von FPÖ-Wählern (9 Prozent) auch solche der ÖVP und NEOS (je 7) und der SPÖ (6).

Besonders stark war Van der Bellen bei der Generation 60 plus sowie Pensionisten (je 68), Angestellten und öffentlich Bediensteten (54). Der Unterschied nach Bildung ist diesmal insofern gering, als Van der Bellen neben Wählern mit Matura auch bei jenen mit Pflichtschulabschluss oder beruflicher Fachausbildung (ohne Matura) eine Mehrheit hat. Ähnlich verhält es sich mit der regionalen Verteilung zwischen Stadt und Land (58 bzw. 52 Prozent). Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt es - wie bei den anderen Kandidaten auch - diesmal "nach langer Zeit" keine, wie Hajek hervorhebt.

In der immer kleiner werdenden Wählergruppe Berufsgruppe der Arbeiter hätten Kandidaten rechts der Mitte eine Mehrheit, nur 28 Prozent haben Van der Bellen ihre Stimme gegeben. Rosenkranz kommt in dieser Gruppe auf 30 Prozent, nach Altersgruppen hat Rosenkranz die besten Werte bei den 30- bis 59-Jähren und bei 60 plus (22 bzw. 17 Prozent).

Wlazny bekommt unter den Jungen (20 Prozent) sowie Arbeitern und Angestellten (11 bzw. 10 Prozent) ein verhältnismäßig großes Stück vom Wählerkuchen. Zwischen Stadt und Land gibt es interessanterweise keinen Unterschied (je 8 Prozent). Gerald Grosz hat wiederum unter Arbeitern (17 Prozent) und in den Altersgruppen zwischen 16 und 29 bzw. 30 bis 59 (je 9 Prozent) die meiste Zustimmung. Kandidat Tassilo Wallentin schneidet unter Selbstständigen, öffentlich Bediensteten (je 11 Prozent) und bei Wählern ohne Matura (neun Prozent) besonders stark ab.