Grüne wollen bei Großprojekt Arbeitsgruppe mit Ungarn. Die Grünen fordern in Hinblick auf das Großprojekt am Neusiedler See im ungarischen Fertörakos eine gemeinsame, österreichisch-ungarische Arbeitsgruppe aus Experten, die das Vorhaben bewerten sollen.

Von APA / BVZ.at. Erstellt am 03. August 2021 (13:54)
Neusiedler See Symbolbild
Neusiedler See
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Umweltministerin Leonore Gewessler (Grüne) werde sich diesbezüglich an die ungarische Regierung wenden, hieß es am Dienstag in einer Aussendung. Bis ein Ergebnis vorliege, solle laut den burgenländischen Grünen kein weiterer Schritt für das Projekt gesetzt werden.

Wie auch die "Kronen Zeitung" berichtete, will Gewessler den ungarischen Umweltminister Laszlo Palkovics darauf hinweisen, dass das Projekt grenzüberschreitende Auswirkungen habe, weshalb man sich in Österreich erwartet hätte, in ein Verfahren zur Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) einbezogen zu werden. Nun solle eine bilaterale Expertengruppe die Angelegenheit prüfen. Damit wolle man alle Möglichkeiten gegen das Vorhaben ausschöpfen. Grünen-Landessprecherin Regina Petrik forderte außerdem die burgenländische Landesregierung zu einem "beherzteren Auftreten" gegen das Bauprojekt auf.

In Fertörakos laufen bereits die Arbeiten für das große Tourismusprojekt mit Hotel, Parkplatz und Hafenanlage. Zuletzt hatte ein von Greenpeace Österreich beauftragtes Gutachten dem Vorhaben ein "vernichtendes" Zeugnis ausgestellt. Der UNESCO-Fachbeirat für Weltkulturerbe, ICOMOS International, sieht darin eine Gefahr für das Welterbegebiet.