230 Millionen Euro für Gleise. Die ÖBB baut die „Pottendorfer Linie“ aus. Eine neue Streckenführung soll künftig den Halt in Ebenfurth überflüssig machen und die Fahrzeit nach Wien auf 45 Minuten verkürzen.

Von Peter Wagentristl. Erstellt am 22. Juli 2021 (06:35)
Ebenfurther Schleife. Die Pottendorfer Linie wird umgeleitet und fährt künftig von Neufeld direkt und ohne sechsminütigen Halt nach Pottendorf.
ÖBB, ÖBB

Zu Wochenbeginn enthüllte die ÖBB ihre Pläne für die sogenannte „Schleife Ebenfurth“, über die Zugpendler künftig schneller nach Wien kommen sollen. Zudem wird ein Teil der Strecke zweigleisig ausgebaut. Gesamtvolumen des Ausbaus: 220 Millionen, 70 davon für die knapp zwei Kilometer lange neue Streckenführung von Neufeld nach Ebenfurth. Besser gesagt: um Ebenfurth. Dort hält der Zug künftig nicht mehr, weiter geht es direkt nach Pottendorf — ohne den von Pendlern verfluchten sechsminütigen Halt am Bahnhof der Nachbargemeinde. Zudem können mit dem zweigleisigen Ausbau höhere Geschwindigkeiten gefahren werden, was die Fahrzeit nach Wien auf 45 Minuten verkürzen soll.

Bereits seit 2014 wird die „Pottendorfer Linie“, über die man aus dem Bezirk Eisenstadt alternativ zur Strecke über Neusiedl nach Wien gelangt, zweigleisig ausgebaut, „um die Voraussetzung für ein dichtes Zugsangebot und kürzere Fahrzeiten zu schaffen“, so die ÖBB. „Insbesondere die burgenländische Landeshauptstadt Eisenstadt braucht eine attraktive Zugverbindung, die mit dem Auto konkurrenzfähig, also etwa gleich schnell ist. Dies soll für burgenländische PendlerInnen ein Anreiz zum Umstieg auf die Bahn sein“, so der grüne Gedanke der Bahnbetreiber.

Am Montag wurde das Projekt in Hornstein vorgestellt. Allerdings: Die aktuell präferierte Strecke würde doch nicht durch die Marktgemeinde führen. Die Ortsbevölkerung wäre also nur als Zuggäste betroffen, nicht von den Baumaßnahmen selbst.

Anders ist die Lage in Neufeld, wo am Freitag der Plan der ÖBB vorgestellt wird. Der Ausbau der Pottendorfer Linie erhöhe die Attraktivität des Bahnhofs Neufeld als neuen Ein-/Aussteigepunkt. Eine Autofahrt von Neufeld bis Ebenfurth sei dadurch nicht mehr notwendig.

Mehr Verkehr und „Park and Ride“?

Erwartet wird eine Beruhigung des Verkehrs —

es entfallen drei Eisenbahnkreuzungen — und der Parkplatzsituation in Ebenfurth. Was im Umkehrschluss bedeutet, dass der Verkehr beim Bahnhof Neufeld wohl zunehmen wird. Nur gibt es vor Ort kaum Parkmöglichkeiten, weshalb die Errichtung einer „Park and Ride“-Anlage angedacht wird. „So weit sind wir aber noch nicht“, so Bürgermeister Michael Lampel.