Illegale Propaganda: Nazi-Gedankengut und Dokumentenfälschung

Erstellt am 27. März 2022 | 05:45
Lesezeit: 2 Min
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Der 58-Jährige und der 55-Jährige mussten auf der Anklagebank Platz nehmen.
Foto: Kirchmeir
58-Jähriger sympathisierte mit Nazi-Gedankengut, fälschte Ausweise und Impfpässe. Polizist lieferte Stempel für Fakes.
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Zwei Männer aus dem Bezirk Neusiedl im Alter von 58 und 55 Jahren mussten sich am Mittwoch vor einem Schwurgericht verantworten.

Der Erstangeklagte, der früher im Rotlichtmilieu tätig gewesen war, hatte nationalsozialistisches Gedankengut verbreitet und sich der Wiederbetätigung schuldig gemacht. Er verschickte per Whats-App zu Adolf Hitlers Geburtsdatum ein Foto von dessen angeblicher Lieblingsspeise, Eiernockerl mit Salat, und Fotos von Ostereiern oder Christbaumschmuck mit Hakenkreuzmotiven. Außerdem fertigte er gefälschte Polizeiausweise an, einen davon legte er bei der Anmietung von Lagerräumen vor. Als er die Miete nicht bezahlte, öffnete der Vermieter die Türe und fand Waffen, die der 58-Jährige wegen eines Waffenverbots nicht hätte besitzen dürfen, darunter eine Pumpgun und eine Maschinenpistole. Außerdem stiftete er den 55-jährigen Zweitangeklagten, einen vom Dienst suspendierten Polizisten, an, Stempel einer Arztpraxis und der Stadt Wien herstellen zu lassen.

Impfpässe manipuliert: Impfung vorgetäuscht

Mit diesen Stempeln manipulierte der 58-Jährige für sich und seine Frau, eine Impfgegnerin, Impfpässe, um eine Corona-Impfung vorzutäuschen. Beide Männer bekannten sich schuldig. Der 55-Jährige kam mit einer Diversion glimpflich davon. Gegen den Polizisten läuft aber auch ein Disziplinarverfahren. Der 58-Jährige wurde von den Geschworenen der Wiederbetätigung und der sonstigen Delikte schuldig gesprochen. Er erhielt eine Haftstrafe von 2,5 Jahren, davon sechs Monate unbedingt.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

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