Kirchäcker Ost: Neuer Stadtteil nimmt Formen an. 2.000 neue Eisenstädtern wird der Stadtteil nach Fertigstellung beheimaten. Baufehler der Vergangenheit sollen diesmal vermieden werden.

Von Markus Wagentristl. Erstellt am 30. Juli 2020 (05:12)

In der vergangenen Woche gewährte die Stadt erstmalige Einblicke in den Bau des neuen Stadtteils Kirchäcker Ost (südlich des städtischen Friedhofes neben dem neuen Kindergarten Krautgartenweg).

Auf den Kirchäckern sollen 2.000 Menschen eine Wohnung finden, für eine 14.500 Seelen-Gemeinde eine beträchtliche Größe. Eine Größe, mit der die Stadtentwicklung in der Vergangenheit so manche Schwierigkeiten hatte, wie man bei dem benachbarten, älteren Bauprojekt Kirchäcker West sehen kann. Die Architektin Marlies Breuss sitzt im Fachbeirat des Stadtentwicklungsplanes STEP 2030, sie selbst sprach im Interview mit der Wiener Tageszeitung „Der Standard“ von einer „problematischen Nachverdichtung der Kirchäcker West“.

Neuer Stadtteil: Grüner und demokratischer?

Gegen diese zu dichte Bauweise präsentierten Bürgermeister Thomas Steiner und seine Vizebürgermeister Istvan Deli (beide ÖVP) und Lisa Vogl (SPÖ) nun einen baulichen Paradigmenwechsel. „Bei den Kirchäckern Ost wird kein neues Bauland erzeugt. Im Gegenteil: Für den Park wurde bestehendes Bauland in Grünland zurückgewidmet und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt“, betont Bürgermeister Thomas Steiner. Auf 8.000 Quadratmetern soll ein kleiner Park zwischen den Wohnhäusern entstehen, eine Allee mit 100 Bäumen Kirchäcker West von Ost trennen.

Außerdem werden die Wohnblöcker wesentlich weniger eng aneinandergestellt und um ein (mit Untergeschoss zwei) Stockwerke kleiner als auf der Westseite. Auch die Planung erfolgte demokratischer: 2016 bis 2018 wurde für die städtebauliche Entwicklung des Planungsgebietes „Kirchäcker Ost“ ein sogenanntes „kooperatives Planungsverfahren“ mit Eigentümern, den Planern und Bauträgern und unter Einbindung der Bevölkerung und der politischen Parteien durchgeführt.

Die Rathaus-Opposition gibt sich vorsichtig positiv: „Das ist ein Schritt in die richtige Richtung, ich fürchte nur, dass der Park kleiner wird als man sich das vorstellt und Anrainer enttäuscht sein könnten“, so Anja Haider-Wallner (Grüne). Kritischer gibt sich die FPÖ: „Zuerst bauen, dann planen. Das ist das Motto der ÖVP. Eisenstadt muss beim Wachstum die Pausetaste drücken und sich Gedanken über die nötige Infrastruktur machen, Stichwort Verkehr!“, so FPÖ-Klubobmann Konstantin Langhans.