A3: 800 LKW mehr pro Tag

Das Industriegebiet in Großhöflein und Müllendorf wächst und damit auch das Verkehrsaufkommen. 800 LKW pro Tag zusätzlich durch Neuansiedlungen erwartet.

Erstellt am 16. September 2021 | 05:56

Die Liste an Baustellen an der Gemeindegrenze wird immer länger. Während der Supermarkt (SPAR) in Großhöflein demnächst eröffnet und der Babyprodukte-Hersteller (MAM) ebenfalls schon in den Startlöchern steht, starten in Müllendorf erst die Bauarbeiten für das neue Logistikzentrum (GARBE). Gebaut wird direkt neben der leerstehenden LIDL-Halle.

Billa baut neben Spar weiteren Supermarkt

Neu sind dagegen die Pläne für die Billa-Filiale wenige hundert Meter neben dem neuen Eurospar-Markt —

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allerdings auf Müllendorfer Gemeindegebiet. Der neue Weg bei der Eisenbahnbrücke auf der B59 wird zur Zufahrt zum neuen Billa nicht wie in der Vorwoche berichtet ein provisorischer Kanal). „Der derzeit mit Steinen befestigte Weg war notwendig um mit den Bauarbeiten beginnen zu können“, erklärt Müllendorfs Amtsleiter Wilhelm Matkovits.

Beim REWE-Konzern, zu dem Billa gehört, bestätigt man die Pläne: „Die Filialeröffnung ist für den 16. Dezember geplant. Der Markt wird auf einem etwa 6.500 Quadratmeter großen Grundstück errichtet und wird über eine Verkaufsfläche von rund 780 Quadratmetern verfügen“, heißt es auf Anfrage der BVZ. Entstehen sollen 15 bis 20 Arbeitsplätze und 64 Parkplätze für Kunden. Ob die neue Straße ein Provisorium oder eine Fix-Lösung wird, wollte man Bei REWE nicht beantworten: „Eine direkte straßenseitige Anbindung an das Ortszentrum wird jedenfalls gewährleistet“, heißt es dazu lapidar.

Ausschlaggebend für die Entscheidung für den Standort in Müllendorf seien „die Lage, die Sichtbarkeit der Filiale sowie eine gute Verkehrsanbindung.“

Was passiert mit der LIDL-Halle?

Bei Lidl Österreich blieben Anfragen, wie es mit der Logistikhalle weitergeht, bis Redaktionsschluss unbeantwortet. Von der Wirtschaftsagentur Burgenland hieß es beim Spatenstich im vergangenen Monat, dass Lidl an einer Nachnutzung für seine Halle arbeite. Eigentlich galt es als sicher, dass LIDL den Standort verlässt. In der Gemeinde betont man ebenfalls keine Informationen über die Zukunft der Diskonter-Immobilie zu haben, erklärt Amtsleiter Matkovits.

Auswirkungen werden die zahlreichen Neubauten jedenfalls auf den Verkehr auf der und in Richtung der A3 haben.

800 LKWs pro Tag zusätzlich erwartet

Bis zu 800 LKW pro Tag zusätzlich werden alleine mit dem neuen Logistikzentrum erwartet. Was den Lärm betrifft, ist man in Großhöflein seit Kurzem gut geschützt . Aber: „Müllendorf leidet im gleichen Ausmaß wie Großhöflein unter dem Straßenlärm, dort wird aus Kostengründen nur ein lärmarmer Asphaltbelag verlegt. Dieser Belag bringt anfänglich eine Reduktion, die Wirkung lässt bei starker Beanspruchung durch LKW aber bald nach“, erklärt ein betroffener Anrainer (der anonym bleiben möchte) der BVZ.

Wegen der vielen LKW käme es beim Einordnen in den Fließverkehr „laufend zu brenzligen Situationen“. Daher fordert er ein dauerhaftes Tempolimit von 100 Km/h für PKW und die Einhaltung von Tempo 60 für den Schwerverkehr zur Nachtzeit. Das würde viel bringen und Pendler nur 25 Sekunden ihrer Zeit Kosten, rechnet er vor.

Zudem soll der Verkehr auf die Schiene verlagert werden: „Es gibt keine 300 Meter entfernt es bereits die bestehende Raaberbahn, innerhalb des bestehenden Industriegebiets gibt es auch Gleise“, betont der Anrainer.

Lärmschutz: akustisch gut, optisch schlecht?

Während der Nutzen der neuen Lärmschutzwand entlang der A3 in Großhöflein unbestritten ist, so stören sich viel an der Optik der Wände: die blaue Farbe sticht sich mit der Umgebung.

Für Diskussion sorgt auch ein Pilotprojekt an der S1, wo die Lärmwende mit PV-Anlagen bestückt und daher doppelt genutzt werden. Beim Land betont man, ein selbiges Vorgehen auch entlang der A3 angedacht zu haben. „Eine sehr gute Idee“, aber es handle sich hierbei eben um ein Pilotprojekt und nicht um ein erprobtes Konzept, heißt es aus dem Büro von Infrastruktur-Landesrat Heinrich Dorner. Die Entscheidung liege zudem bei der Asfinag. Es gelte zuerst das Pilotprojekt zu analysieren.