Denkmal für Hanna Sturm & gegen das Vergessen: Festakt zur Eröffnung

Erstellt am 05. Juni 2022 | 06:21
Lesezeit: 2 Min
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Berührend. Ortschef Richard Frank, Landes-Vize Astrid Eisenkopf, Marco Laubner, Brigitte Heidler und Käthe Sasso, eine der letzten überlebenden Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime.
Foto: Gollubics
Im Vorjahr hätte zum 130. Geburtstag der Klingenbacher Widerstandskämpferin Hanna Sturm ein Gedenkstein enthüllt werden sollen – der coronabedingt verschobene Festakt wurde nun nachgeholt.
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„Wir hätten schreien müssen, so, dass es die ganze Welt hört“, lautet ein Zitat von Hanna Sturm. Die in Klingenbach Geborene und in ärmlichen Verhältnissen Aufgewachsene fiel bereits früh als politische Aktivistin auf: Bereits mit 14 Jahren leitete sie ihren ersten Streik und verlor dadurch ihre Arbeit.

In Wien kam sie mit der Arbeiterbewegung in Berührung, wurde Mitglied der Sozialdemokratischen und schließlich der Kommunistischen Partei. Für ihr politisches Engagement wurde Hanna Sturm 1938 verhaftet und in die Konzentrationslager Lichtenberg und Ravensbrück deportiert.

Mit Geschick und Sprachkenntnissen habe es die Burgenlandkroatin geschafft zu überleben – und sogar auch anderen zu helfen, schilderte Laudator Marco Laubner, der eine Diplomarbeit über Sturm verfasst hat. Nach dem Krieg war Hanna Sturm Kronzeugin in mehreren Kriegsverbrecherprozessen, 1984 verstarb sie in Zagreb, ihr Grab befindet sich in Neufeld.

Mit dem von den SPÖ-Frauen und der Gemeinde initiierten Gedenkstein wolle man an Sturms Wirken erinnern, so Bürgermeister Richard Frank (SPÖ). Nach wie vor sei sie mit ihrem Tun ein Vorbild, unterstrich auch Landeshauptmannstellvertreterin Astrid Eisenkopf (SPÖ).

Unter den Festgästen fanden sich neben Vertreterinnen der Österreichischen Lagergemeinschaft Ravensbrück auch Sturms Urenkelin Brigitte Heidler und die 96-jährige Burgenlandkroatin Käthe Sasso, im KZ mitinhaftierte Widerstandskämpferin. Sturm und sie seien nicht nur Freundinnen geworden, „sondern wir waren wie Schwestern.“

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