Baustart in Fertörakos. Die Anrainer des Seegeländes auf der ungarischen Seite des Neusiedler Sees sind nach einem Schreiben verunsichert.

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 24. Dezember 2020 (03:58)
Hafen. Das regierungsnahe Onlineportal sopronmedia.hu beschreibt die Ausbaupläne.
screenshot sopronmedia.hu

Das Bauprojekt in Fertörakos sorgt schon seit langem für Verunsicherung, Sorgen und Proteste — sowohl auf ungarischer als auch auf österreichischer Seite des Sees. Nachdem bisher Ungewissheit die Diskussion prägte, kam vergangene Woche nun Bewegung ins Spiel: Die Errichtungsgesellschaft „Sopron-Fertö Tourismusentwicklung Nonprofit AG“ wandte sich in einer Aussendung (die der BVZ in übersetzter Form vorliegt) an die Anrainer. An sich schon ein ungewöhnliches Ereignis, kommuniziert wird in der Regel kaum. Das betonen auch burgenländische Unternehmer und Mieter der Hafenanlage und des Seeareals in Fertörakos.

Bisher war unklar, wann die Bauarbeiten starten sollen. Nun dürfte es soweit sein: Seit 17. Dezember — also ab dem Tag, an dem das Schreiben an die Anrainer erging — ist das Areal gänzlich gesperrt.

In der Aussendung wird ein Baustart in mehreren Bereichen angekündigt. Den Anfang machen Ausbaggerungen des Seebettes und Landschaftsbauarbeiten. Der Umfang der Arbeiten an dem Mega-Projekt mit Hotel, Motel und dem größten Hafen am Neusiedler See ist allerdings wesentlich größer. So steht auch der Bau einer Wasserversorgungsanlage mit Bewässerungs- und Abwasserleitungen an sowie die Errichtung des nördlichen und südlichen Hafens für Yachten, Boote und Fähren.

Während der Widerstand gegen die Bauprojekte am burgenländischen Seeufer eher mäßig ausfiel und sich auf kleine Initiativen und Organisationen beschränkte, gab es in Sopron bereits große Kundgebungen gegen die Baupläne. Nun nehmen die Pläne nach Jahren Form an, Kritik von Umweltschützern auf beiden Seiten der Grenze wird wohl kaum mehr fruchten.

Aufgrund der Bauarbeiten sollen bei Fertörakos „Entlastungsstraßen“ errichtet werden, damit die Anrainer wegen des erhöhten Verkehrsaufkommens am See nicht im Stau versinken. Investoren und Bauunternehmen bitten in ihrer Aussendung um „Geduld und Verständnis für etwaige Unannehmlichkeiten“ und betonen, dass in Ferörakos „in Zukunft jeder das passende Erholungsangebot findet“.