Fertörakos: Greenpeace kritisert erneut (nur) Ungarn

Greenpeace und die Grünen schießen sich weiter auf den Ausbau des ungarischen Seezugangs ein.

Erstellt am 21. August 2021 | 06:32
Ungarn
Foto: zVg

Greenpeace erneut seine Kritik am Mega-Projekt am ungarischen Ufer des Neusiedler Sees. Ein von der NGO in Auftrag gegebenes Gutachten Biologen Helwig Brunner vom Grazer Ökoteam stellt dem ungarischen Großprojekt am Neusiedler See bei Fertörakos ein „vernichtendes“ Zeugnis aus. Durch das Projekt würden mehrere Naturschutzbestimmungen verletzt, Greenpeace fordert daher den sofortigen Baustopp.

Auffällig ist dabei, dass Greenpeace mit keinem Wort die zahlreichen Bauprojekte auf österreichischer Seite erwähnt, wie etwa den Seepark Oggau, das Seebad Breitenbrunn oder „Am Hafen“ in Neusiedl. Die Umweltschutzorganisation Alliance for Nature betont im Gegensatz dazu bei jeder Aussendung, dass auch am burgenländischen Ufer die Natur zu sorglos und überdimensioniert verbaut wird. Ebenso kritisiert die Alliance for Nature auch regelmäßig die Grünen für ihre Haltung bezüglich der Verbauung des Neusiedler Sees.

Anzeige

Diese halten es mit ihrer Kritik an den Bauprojekten am Neusiedler See nämlich mit Greenpeace und zeigen mit dem Finger nach Ungarn. Umweltministerin Leonore Gewessler habe sich diesbezüglich an die ungarische Regierung gewandt. Bis ein Ergebnis vorliegt, sollen die Baurabeiten stillgelegt werden, fordern etwa die Grünen. Auf ungarischer Seite zeigt man sich unbeeindruckt, die Bagger rollen weiter.

Expertengruppe soll prüfen

Gefordert wird auch eine Expertengruppe, die sich mit den Auswirkungen des Bauprojektes beschäftigen soll. Konkrete Details dazu liegen bisher nicht vor. Man wolle jedenfalls „alle Möglichkeiten gegen das Vorhaben ausschöpfen“, heißt es von den Grünen. Landessprecherin Regina Petrik forderte außerdem die burgenländische Landesregierung zu einem „beherzteren Auftreten“ gegen das Bauprojekt auf.

Während in Österreich Forderungen artikuliert werden, werden in Ungarn Fakten geschafft. Bis die geplante Arbeitsgruppe ins Leben gerufen wird, tagt und Beschlüsse fasst, wird in Fertörakos bereits gebaut. Ob also nicht erst Schritte gesetzt wurden, als es bereits zu spät war, bleibt abzuwarten.