Einer der letzten Berufsfischer des Burgenlands. Helmut Schwarz ist einer der letzten Berufsfischer vom Neusiedlersee. Bereits in der dritten Generation existiert der Oggauer Familienbetrieb. Die BVZ hat mit ihm gesprochen.

Von Reinhold Woditsch. Erstellt am 29. September 2019 (16:03)
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Dritte Generation. Helmut Schwarz (Mitte) ist in eine Fischerfamilie geboren. Und hat einen der schönsten Arbeitsplätze.
HC Siess

Für Helmut Schwarz bedeutet der Neusiedlersee mehr als für viele Andere, denn der sympathische Oggauer ist einer der wenigen noch aktiven Berufsfischer des Burgenlandes. Der Familienbetrieb existiert mittlerweile bereits in der 3. Generation.

Dabei war die Berufswahl für ihn keine Frage: „Nachdem ich 1992 die Schule fertig gemacht habe, wurde ich Fischer. Das war klar, weil wir den Betrieb ja schon zu Hause hatten. Außerdem haben wir eine Getreidelandwirtschaft, die ich 2001 auf Bio umgestellt habe.“

Trend zur Regionalität nützt auch den Fischern

Die meisten Fischer haben heute nebenbei Weinbau- oder Gastronomiebetriebe, jedoch gibt es auch welche, die nur von der Fischerei leben: „Da mittlerweile mehr Wert auf Regionalität und Veredelung gelegt wird, sind für manche Produktgruppen höhere Margen möglich“, erklärt Schwarz.

Die Arbeit als Fischer hat sich in den vergangenen Jahren in vielerlei Hinsicht gewandelt: „. Mein Vater hat früher von Juni bis September nur die Landwirtschaft gemacht und ist dann erst wieder fischen gegangen. Damals wurde aber von Gastronomie und Tourismus noch nicht soviel Ware benötigt.“

Der Wels als Klimaflüchtling

Beim Thema Klimawandel wird Schwarz nachdenklich: „Das ist die größte Herausforderung der vergangenen Jahre. Die starken Südwinde und Wetterkapriolen verändern die Flora und Fauna des Sees nachhaltig. Ein Beispiel dafür wäre der Wels: Zur Zeit meines Großvaters hat ein Fischer pro Jahr vielleicht zwei bis drei Welse gefangen. Als ich in den 90er Jahren begonnen habe zu fischen, wurden es dann auf einmal mehr. Der Wels ist ja ein großer Räuber, den ein Gewässer auch erst einmal ertragen können muss. Glücklicherweise eignet er sich ja als Speisefisch und wir können ihn verkaufen, aber ich denke dass es in Zukunft einfach zu viel davon geben wird. Ich persönlich schaue, dass ich wenn ich Welse habe, auch schon vorher Abnehmer finde.“ Logisch, dass der Klimawandel und seine Auswirkungen auf den See für ihn ein wichtiges Anliegen ist. Die hohe Qualität seiner angebotenen Fische spricht dabei für sich selbst.

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G‘schmackig. Jeden Freitag von neun bis 12 Uhr verkauft Helmut Schwarz seine Fänge in seinem Oggauer Verkaufsstand (Seegasse 26).
Woditsch

In der Liste der von Schwarz belieferten Betriebe finden sich unter Anderem Adressen wie der Taubenkobel in Schützen, der Sebastiankeller oder das Herztröpferl in Oggau. Und für den erlesenen, regionalen Fischgenuss zu Hause kann jeden Freitag Vormittag direkt im Betrieb in der Seegasse 26 in Oggau eingekauft werden.