Verhindert Römerfund Wohnbauanlage in Müllendorf?. Neue Eisenstädter möchte 13 Wohnungen bauen, muss aber auf Freigabe des Areals warten, bis Archäologen fertig sind.

Von Doris Fischer. Erstellt am 20. März 2019 (04:15)

„Bitte warten„ heißt es derzeit für die Neue Eisenstädter (NE). Denn beim Abriss eines alten Wohnhauses in der Hauptstraße sind römische Fundstücke zutage gekommen. „Eine Privatperson hat uns informiert, dass da etwas Interessantes ist“, berichtet Gregor Schönpflug von „pannArch“ – Verein zum Schutz und zur Erhaltung archäologischer Funde im Burgenland.

„Haben Baustopp verhängt bekommen“

Seit Jänner haben auf der NE-Baustelle in der Hauptstraße Archäologen das Sagen. In der Zwischenzeit wurden an die 150 Münzen, sie stammen aus dem 1. bis 3. Jahrhundert nach Christus, Keramiken und Schmuckstücke gefunden. Aber auch eine Wasserleitung konnte freigelegt werden.

Laut den Wissenschaftern handelt es sich bei dem Fund um einen römischen vicus, einer kleineren Ansiedlung mit kleinstädtischem Charakter an der Straße von Sopron nach Wien gelegen. „Ein toller Fund, der noch aufgearbeitet wird“, freut sich Schönpflug.

Auch Vizebürgermeister Norbert Rauhofer freut sich über den „Sensationsfund“. Was des einen Freud, ist des anderen Leid, denn dadurch kommt es zu einer Bauverzögerung. „Wir haben vom Bundesdenkmalamt und den Landesarchäologen einen Baustopp verhängt bekommen“, heißt es vonseiten der Neuen Eisenstädter. Einen ganzen Monat kann noch gegraben und katalogisiert werden, dann soll über die weitere Zukunft entschieden werden, ob weitergebaut wird oder nicht.

Es gibt ein öffentliches Interesse auch vonseiten des Landes, die Funde für die Öffentlichkeit nachhaltig zu sichern. „Ich bin guter Dinge, dass wir mit dem Bauträger im Einvernehmen mit dem Land eine Lösung zustande bringen werden und gegebenenfalls hier auch eine Ablöse bezahlt wird“, meint Landeshauptmann Hans Peter Doskozil.