Die Mayerin: „Alles andere als Schlager“. Die BVZ sprach mit Ulrike Mayer über ihr neues „Die Mayerin“-Album, wie dieses sie wieder näher zur Band WG brachte und wie Corona das Musik-Machen verändert hat.

Von Reinhold Woditsch. Erstellt am 19. April 2020 (04:41)
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Libellen. Ulrike Mayer kann derzeit nicht auf Konzerten ihr neues Album bewerben. Langweile kommt derzeit aber trotzdem nicht auf: Homeschooling für zwei Töchter ist anstrengend genug.
zVg/Caterina Hoffmann

Ulrike Mayer ist als „Die Mayerin“ in der burgenländischen Musikwelt längst keine Unbekannte mehr. In einem Interview haben wir mit der sympathischen 35jährigen Wimpassingerin über ihr Leben mit der Musik gesprochen.

Zwischen Musik und Psychologie

Ihren Musikstil bezeichnet sie selbst als Popmusik mit Mundart-Texten: „Viele Menschen machen sich’s leicht und ordnen meine Musik dem Schlager zu, weil sie mich aus dem Regionalradio kennen. Mein kommendes Album ,Libellen‘ wird jedoch beweisen, dass ich alles andere als Schlager bin.“

Auch schon vor der Corona Krise war es sehr schwierig, seinen Lebensunterhalt mit Musik zu bestreiten. Nicht zuletzt aus diesem Grund hat die talentierte Musikerin auch ein zweites, sehr solides Standbein – sie ist studierte Psychologin. „Meine Praxis in Wimpassing läuft derzeit auf ein Minimum reduziert, weil ich als Mayerin meine Lieder nicht nur singe, sondern auch schreibe und damit natürlich auf den Konzertbühnen unterwegs bin.

Zuhause in der Natur. „Die Mayerin“ verbringt aufgrund der Corona-Krise jetzt mehr Zeit im heimatlichen Wimpassing: Ihre Konzerte sind abgesagt. Aber auch zuhause wird ihr nicht langweilig.
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Leider stehen die Kosten für die Produktion eines Tonträgers heutzutage nicht in Relation zu den Radio-Tantiemen oder CD-Verkäufen. Ich habe mich trotzdem für diesen Weg entschieden, weil ich die Musik einfach liebe und brauche. Ein bisschen sehe ich mich da frei nach Paolo Cohello als eine Kriegerin des Lichts.“ erklärt sie mit einem Lächeln.

Ihrem Nachwuchs hat die zweifache Mutter die Liebe zur Musik in die Wiege gelegt: „Meine Kinder singen, tanzen und führen gerne ihre eigenen Shows auf. Spannend ist, dass sie sogar schon beginnen, eigene Songs zu dichten. Ich liebe es, zu sehen, wie selbstbewusst sie mit ihrer Kreativität umgehen.“

Neues Album: Zurück zur „Band WG“

Früher spielte die Mayerin zusammen mit Freunden in der Gruppe Band WG. Die Arbeiten zum aktuellen Album hat sie ihren ehemaligen Bandkollegen wieder näher gebracht: „Ich war von 2006 bis 2011 Frontfrau der Band WG und habe dabei alles gelernt, was man braucht, um in diesem Business zu überleben. Als ich das Projekt 2011 verlassen habe, hatten meine Bandkollegen und ich jahrelang nur sporadisch Kontakt. Jetzt, viele Jahre später, haben wir uns wieder zusammengetan. Markus Weiß und Bernd Wagner sind so die Produzenten meines Albums „Libellen“ geworden und ich kann gar nicht in Worte fassen, wie bereichernd diese Zusammenarbeit ist, die auf jahrelanger Freundschaft und musikalischer Synergie basiert.“

Neben ihrem ersten Album „Sternschnuppn“ gibt die Mayerin unseren LeserInnen die deutschen Sängerinnen Mogli und Lotte als Musiktipps mit auf den Weg. Um die Wartezeit auf ihr neues Album „Libellen“, das am 5.6. erscheint, zu verkürzen, empfiehlt es sich natürlich auch die aktuelle Singleauskoppelung „Tanzen im Regen“ zu hören.

Ihre Konzerte zum im Juni erscheinenden Album „Libellen“ sind aufgrund der Krise zwar leider abgesagt, trotzdem arbeitet die Wimpassingerin auch künstlerisch weiter. „Im Tonstudio habe ich die Möglichkeit kontaktlos Musik aufzunehmen und zu Hause beschäftige ich mich derzeit mit Dingen wie Promotion oder der grafischen Gestaltung des Album-Booklets.“ Langweile kommt bei der Mayerin also auch in dieser schwierigen Zeit nicht auf: Zu Hause halten sie ihre beiden Töchter auf trab, auch das Homeschooling ist natürlich nicht zu unterschätzen.