Veränderte Umgangsformen: Gib Respekt eine Chance

Der Ton zwischen den Menschen wird rauer, Corona hat diesen Trend verstärkt. Dabei müsste das gar nicht so sein.

Dorothea  Müllner-Frühwirth
Dorothea Müllner-Frühwirth Erstellt am 14. August 2021 | 06:01
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„Wir müssen Vorbild sein. Wir müssen der Jugend zeigen, dass wir Erwachsenen respektvoll miteinander umgehen“, so Mariana Solinas-Moser.
Foto: DMF

Im idyllischen Bezirksvorort, wo (fast) jeder jeden kennt, ist man eigentlich immer recht höflich und freundlich zueinander. Doch in einem Café musste in der vergangenen Woche die Inhaberin mit großem Entsetzten feststellen, dass auch im Südburgenland nicht für alle Menschen ein gepflegter Umgangston selbstverständlich ist.

Besucher von Stammgästen „gemaßregelt“

Mariana Solinas-Moser betreibt seit mehreren Jahren das Piazza Café im City Center Güssing. Sie ist seit 29 Jahren in der Gastronomie tätig und hat viel erlebt. Doch ein Gast brachte die taffe Geschäftsfrau vor ein paar Tagen aus dem Konzept: „Ich wurde rassistisch beschimpft. Zum Glück waren Stammgäste im Lokal, die für mich eingestanden sind.

So etwas darf nicht passieren!“ Sie hat sich dazu entschlossen, mit diesem Erlebnis an die Öffentlichkeit zu gehen und einen Aufruf zu starten: „Ich appelliere an die Wirte und die Gäste, sich gegenseitig mehr Respekt und Wertschätzung zu schenken!“ Auch das Thema Sexismus im Gastgewerbe thematisiert die bekannte Promi-Gastronomin: „Oft haben Lokalinhaber kein offenes Ohr für solche Anliegen ihrer Angestellten, provokante Aussagen sind gerade in der Nachtgastronomie nicht selten und einige Kellnerinnen ziehen daraus die Konsequenzen und wechseln die Arbeit.

Es ist für die Jugendlichen auch kein Traum-Lehrberuf. Nur wenige möchten in der Gastronomie arbeiten“, bedauert Mariana Solinas-Moser. Auch Anneliese Strobl, ein Stammgast im Piazza Café, würde Verbesserungen begrüßen: „Es wird viel zu wenig getan, alle schweigen aus Angst, den Job zu verlieren.“

Miteinander geht alles viel besser

Corona hat die Situation in der Gastgewerbe - und Tourismusbetrieben verschärft, viele Gäste reagieren ungehalten auf die 3G-Kontrollen, auf der anderen Seite haben sich durch die lange Sperre der Gastronomie viele Angestellte zu einer Umschulung entschieden. „Begegnen wir einander mit mehr Respekt und Freundlichkeit, das kostet nichts und macht den Alltag für uns alle gleich ein bisschen schöner“, hofft die sympathische Gastwirtin auf viel positive Erlebnisse.