Schauspieler Martin Weinek ist gekommen, um zu bleiben. Vor knapp 30 Jahren ist der Schauspieler ins Südburgenland gezogen und betreibt einen Buschenschank, einen Weinbaubetrieb und ist Intendant des Uhudlertheaters.

Von Carina Fenz. Erstellt am 20. April 2020 (05:24)

Er ist Schauspieler, Hobbywinzer, Intendant des Uhudlertheaters und seit sechs Jahren auch Buschenschankwirt: Die Rede ist von Martin Weinek, der als Inspektor Fritz Kunz aus der Krimi-Serie Kommissar Rex bekannt geworden ist und seit knapp 30 Jahren auch „Zuagroaster“ Südburgenländer ist. Während der Dreharbeiten der sechsteiligen Fernsehserie Calafati Joe hat er das Südburgenland kennen- und lieben gelernt und ist gemeinsam mit Gattin Eva gekommen, um zu bleiben. Als waschechter „Zuagroaster“ hat der Schauspieler die südburgenländische Eigenart in all seinen Facetten kennengelernt.

„Mit offenen Armen wurden wir von Anfang an nicht aufgenommen und das hat sich bis heute nicht geändert, weil viele glauben, dass wir gegen sie sind“, erzählt Weinek. „Dabei geht es uns darum, die Gegend aufzuwerten. Die Jungen gehen weg und kehren nicht zurück. Der Tourismus ist das Einzige, dass das Südburgenland weiterleben lässt und dafür muss man den Leuten auch was bieten“, so Weinek. Und genau hier setzt der 55-Jährige gebürtige Leobener an. Neben dem Weinbau hat sich das Ehepaar Weinek mit dem Buschenschank am Kulmer Berg ein zweites Standbein geschaffen.

Uhudlertheater geht in die nächste Runde

Seit 2016 verwirklicht sich Martin Weinek auch auf der Theaterbühne, nämlich als Intendant des Uhudlertheaters, das heuer in seine fünfte Saison geht, denn trotz Corona „The show must go on“. „Unverwüstlich und rebellisch wie der Uhudler plant das Uhudlerlandestheater auch die Produktion 2020“, verrät Weinek, der zuletzt auch in der ersten Netflix-Serie aus Österreich „Freud“ zu sehen war. „Die Themen sind jedes Jahr aus spitzer Feder und erzählen, wo der Schuh drückt: über Politik, Nachbarschaftsstreit, den Umgang miteinander. Dabei gelingt es uns immer, die Menschen sehr zum Lachen zu bringen“, erzählt Weinek, der noch weiter ausholt: „Die Situation ist vor allem für Kulturschaffende nicht einfach. Daher bitten wir jetzt alle, die lokalen Kulturproduktionen zu unterstützen“, so Weinek.

Gespielt wird im Uhudlertheater heuer „Herrschaftszeiten“ eine Collage, die genau jenem Unbeugsamen gewidmet ist. „Das Uhudlerlandestheater wird auch in diesem Jahr seine Lieblingsautoren collagieren und sie ins burgenländische Übersetzen.“