Puchers Plan: In der Pension zum Tierhalter. Kurios: Laut Martin Puchers Ehefrau wurde ein Stadl angekauft, weil er im Ruhestand Tiere halten wollte.

Von Richard Vogler. Erstellt am 01. Oktober 2020 (05:25)
Der vor einigen Jahren von der Familie Pucher angekaufte Stadl befindet sich zwischen Kleinfrauenhaid und Hirm, beim „Teichweg“.
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Die „Causa“ Commerzialbank“ ist zum Kriminalfall geworden und Einvernahmeprotokolle, die der BVZ vorliegen, bringen immer kuriosere Details der Machenschaften ans Tageslicht.

Bei einem spielt hier ein Stadl zwischen Kleinfrauenhaid und Hirm, beim „Teichweg“, die Hauptrolle. In der ermittelnden Sonderkommission ging Ende August ein Anruf ein, wobei die Beamten auf den Stadl, welcher von einem Rechtsanwalt für Puchers Ehefrau Elisabeth Pucher verwaltet wird, aufmerksam gemacht wurden. Sie soll vor kurzem einen Schlosser beauftragt haben, um das Schloss aufbohren zu lassen, da sich der Schlüssel dafür in einem Safe in der Bank befinde.

Elisabeth Pucher wurde in ihrem Wohnort aufgesucht, dort dementierte sie, einen Schlosser beauftragt zu haben. Der Grund, warum ein Stadl im Besitz der Familie Pucher bestand? Für den Fall, dass sie ihr Geschäft schließen müsse, sollte er als Lagerraum dienen und auch Martin Pucher soll - so dessen Ehefrau – dort Pläne gehabt haben: Er hat immer wieder den Wunsch geäußert, im Ruhestand Tiere zu halten. Beim Stadl wurde eine Nachschau abgehalten, wobei dieser komplett leer war.

U-Ausschuss angelaufen

Auf politischer Ebene wurde am Mittwoch dieser Woche der U-Ausschuss im Kultur- und Kongresszentrum in die Wege geleitet (BVZ.at berichtete). In der konstituierenden Sitzung sollen dort die Mitglieder vereidigt werden. Außerdem wird über die Wahlvorschläge für die Positionen des Verfahrensrichters und des Verfahrensanwalts sowie deren Stellvertreter abgestimmt.

Nach der Wahl soll Landtagspräsidentin Verena Dunst (SPÖ), wie in der Verfahrensordnung vorgesehen, in Abstimmung mit dem Verfahrensrichter den weiteren Arbeitsplan des U-Ausschusses erstellen. Der Aussschuss besteht aus fünf Mandataren der SPÖ sowie zwei Mitgliedern der ÖVP und jeweils eines von der FPÖ und den Grünen. Bis der Ausschuss tatsächlich seine Arbeit aufnimmt, kann es noch dauern. Die Oppositionsparteien schalteten den Verwaltungsgerichtshof ein, weil Dunst einige Punkte aus dem Untersuchungsausschuss gestrichen hat. Bei einem davon handelt es sich um Geschenke oder Sponsoring durch die Bank.