„Impetus“ feierte Premiere. Der in Los Angeles lebende Marzer Regisseur Benjamin Knöbl stellte am Wochenende sein neuestes Werk „Impetus“ im Mattersburger Cineplex vor.

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 29. August 2021 (06:02)
440_0008_8159729_mat34ca_knoebl.jpg
Der Marzer Filmregisseur und Drehbuchschreiber Benjamin Knöbl (hintere Reihe 3.v.r) bei der Premiere seines neuen Historien-Kurzfilms „Impetus“ mit Schauspielern und Mitwirkenden, unter anderem Markus Freistätter (4.v.r.), der als Hauptdarsteller den Paulinus in einer preiswürdigen Leistung
verkörperte.
zVg

Bevor Benjamin Knöbls neuer Kurzfilm „Impetus“ zu Film-Festivals auf der ganzen Welt geschickt wird, fand am Sonntag vor begeistertem Publikum die große “Cast & Crew“- Premiere im Mattersburger Cineplex statt, zu der neben allen Mitwirkenden auch Vertreter aus Politik und Kirche geladen waren.

Das Kurzfilm-Drama spielt in einem kleinen burgenländischen Kloster während der 1920er Jahre – zeitgleich mit der Geburt des neuen Bundeslandes vor 100 Jahren. Der junge Novize Paulinus, dessen größte Leidenschaft der Dienst für die Kirche ist, steht kurz davor seine ewigen Ordensgelübde abzulegen und sich damit lebenslang an das Kloster zu binden. Sein einziger regelmäßiger Kontakt in die Welt jenseits der Klostermauern ist der junge Bauernsohn Jakob, der das abgeschiedene Kloster täglich mit Lebensmitteln beliefert. Als Paulinus‘ Gefühle für Jakob über die Freundschaft hinauswachsen, findet er sich im Zwiespalt zwischen Kirche und Welt wieder. Bevor er diese wichtigste Entscheidung seines Lebens treffen kann, muss er herausfinden wo sein Platz im Leben wirklich ist.

Film auch Beitrag zu „100 Jahre Burgenland“

„Impetus ist der innere Drang des Menschen sich weiter zu entwickeln – und das Richtige zu tun“, gibt Regisseur Benjamin Knöbl eine Erklärung zum titelgebenden Begriff sowie Leitmotiv seines Kurzfilms.

Gefördert von der Aktion „100 Jahre Burgenland“ der burgenländischen Landesregierung erzählt Benjamin Knöbl in „Impetus“ also die Entwicklungsgeschichte eines jungen Mannes, der zwischen Gott und der Welt hin- und hergerissen ist. Der Begriff „Impetus“ oder Impuls ist dabei das zentrale Thema der Geschichte: Es ist der innere Drang des Menschen sich weiterzuentwickeln – und das Richtige zu tun, erklärt Knöbl.

Die Inspiration dafür fand Knöbl in einer Schrift des französischen Philosophen Henri Bergson, der für sein Werk „Schöpferische Entwicklung“ 1927 den Nobelpreis erhielt. Der Impetus spiegelt sich auch im Handlungsort, dem Burgenland, wider: „Paulinus muss sich im Film auf seinen Impetus besinnen, um herauszufinden, wohin er gehen soll. In derselben Situation befand sich auch das Burgenland als es 1921 im Grenzland zwischen Österreich und Ungarn geschaffen wurde.“

Hauptdrehort des Films war das Paulinerkloster in Baumgarten, das seit über 100 Jahren verlassen steht und daher auch mit authentischen Innenräumen dienen konnte. Weitere Drehorte waren unter anderem das Dorfmuseum Mönchhof sowie ein alter Streckhof in Pöttelsdorf.

Hauptdarsteller des Historienfilms ist der ROMY-nominierte Schauspieler Markus Freistätter, der vor allem durch die Titelrolle des Films „Erik und Erika“ über das Leben von Skirennläufer Erik Schinegger bekannt geworden ist. Freistätter sagt über seine Rolle in Impetus: „Mich fasziniert Paulinus, weil er in jungen Jahren eine Entscheidung treffen muss, die er nie wieder zurücknehmen kann. Er übernimmt damit eine große Verantwortung für sich selbst und die Menschen um ihn herum.“ Die Rolle des Jakob spielt der Film- und TV-Schauspieler Felix Stichmann, der auch in der neuen Staffel der Serie „Vienna Blood“ zu sehen sein wird.

Der ehrwürdige Abt des Klosters wird vom Josefstadt-Schauspieler Johannes Seilern verkörpert. Für die Bildgestaltung zeichnete Sebastian Thaler verantwortlich, der schon für die ORF Serie „Vorstadtweiber“, den Spielfilm „7500“ sowie den Oscar-nominierten Kurzfilm „Alles wird gut“ hinter der Kamera stand. Regisseur und Autor Benjamin Knöbl arbeitete nach Abschluss seines Filmstudiums für Fernsehproduktionen in Dubai, Wien und Köln, bevor er den Schritt in die Filmmetropole Los Angeles wagte. Seither arbeitet er bei verschiedensten Film- und Fernsehproduktionen in Hollywood, unter anderem für „Westworld“ (HBO), „Arrested Development“ (Netflix) und „Ruf der Wildnis“ (20th Century Fox) mit Schauspiellegende Harrison Ford.

Semifinalist bei Top-10-Kurzfilmfestival

Neben seiner Arbeit auf Filmsets konzentriert sich Benjamin Knöbl auf die Entwicklung eigener Drehbücher und Kurzfilme in den Genres Drama und Thriller. Mit dem austro-amerikanischen Musikproduzenten Peter Wolf hat Knöbl eine TV-Drama Serie entwickelt, die zurzeit bei verschiedenen Studios in Hollywood vorgestellt wird. Aber auch seine Heimat lässt Benjamin Knöbl nicht aus den Augen und schreibt nebenher an einem Krimi-Thriller, der im burgenländischen Winzermillieu angesiedelt sein wird.

Einen ersten Erfolg konnte der Film schon vor der Premiere vorweisen: Er ist einer der Semi-Finalisten des „Flickers“ Film Festivals in Rhode Island, das zu den Top 10 Film Festivals für Kurzfilme in den USA zählt. Auf Knöbls Webseite können auch frühere Werke gesehen werden.