Geschichtsträchtige Brücke von Andau desolat. Schon zweimal, nämlich 1996 und 2006, haben die Pioniere des Bundesheeres die Brücke von Andau errichtet. Jetzt ist das Holz wieder morsch.

Von Birgit Böhm-Ritter. Erstellt am 07. April 2021 (12:26)

Der Andauer Bürgermeister Andreas Peck (ÖVP) hat deshalb einen Unterstützungsantrag ans Militärkommando Burgenland geschrieben und um Hilfe gebeten. "Die Fluchtstraße und die Brücke haben große geschichtliche Bedeutung", so Bürgermeister Andi Peck. Die Brücke von Andau ging 1956 in die Geschichte ein, als Tausende Ungarn nach Niederschlagung des ungarischen Volksaufstandes nach Österreich flohen.

Im November 1956 wurde die Brücke schließlich von ungarischen Soldaten gesprengt. Zum Gedächtnis hat man 40 Jahre später die Neue Brücke von Andau in Zusammenarbeit ungarischer und österreichischer Soldaten wieder errichtet und am 14. September 1996 feierlich eröffnet. Auch in der erfolgreichen TV-Produktion von Franz Antel „Bockerer III“ spielte die Brücke von Andau eine große Rolle. Für die Dreharbeiten wurde sie, genau wie bei der echten Flucht, gesprengt - und natürlich wiederaufgebaut.

 

Fachleute sollen Zustand nun beurteilen

Feuchtigkeit mache dem Holz allerdings zu schaffen, eine Erneuerung sei nun wieder notwendig. Die Brücke dürfe derzeit nicht betreten werden, das sei zu gefährlich, meldet nun Bürgermeister Peck: „Ob der geschichtlichen - und natürlich auch touristischen Bedeutung, denn jedes Jahr pilgern viele mit dem Rad zur Brücke, - ist es der Gemeinde natürlich wichtig, dass die Brücke für die künftigen Generationen erhalten bleibt und wieder sicher gemacht wird.“

Fachleute der Pioniere sollen sich nun ein Bild von der desolaten Brücke machen. „Dann erfahren wir auch, was die Neuerrichtung die Gemeinde kostet“, sagt Peck.

Die Marktgemeinde Andau möchte in einem gemeinsamen Projekt mit dem Nationalpark Neusiedler See – Seewinkel und den Andauer Schulen auch den  desolate Aussichtsturm bei der Brücke von
Andau neu gestalten und damit den Touristen aber auch den Einheimischen ein attraktives Ausflugsziel bieten.