Golser Bahnhof: Welche Vorteile der Umbau Pendlern bringt

Erstellt am 08. April 2022 | 17:31
Lesezeit: 4 Min
Ein neuer Fahrplan ab 11. April macht auf der Neusiedler Seebahn (NSB)-Strecke einen Halbstundentakt in den Hauptverkehrszeiten möglich. Das bedeutet mehr und schnellere Verbindungen.
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Im August 2021 war der Spatenstich für den Umbau des Bahnhofs Gols erfolgt, heute nahmen Verkehrslandesrat Heinrich Dorner und Landesrätin Daniela Winkler gemeinsam mit Bürgermeister Kilian Brandstätter und dem Neusiedler Seebahn-Geschäftsführer Gernot Grimm die feierliche Eröffnung vor. Die Errichtung eines zweiten Fahrgleises und eines neuen überdachten Mittelbahnsteiges ermöglicht ab 11. April in den Hauptverkehrszeiten eine Fahrplanerweiterung auf einen Halbstundentakt; außerhalb der Pendlerspitzen fährt zumindest ein Zug pro Stunde. Die Umbaukosten von etwa 5,6 Millionen Euro werden von Bund, Land und der NSB GmbH gemeinsam getragen.

Mehr und schnellere Verbindungen

Insgesamt fahren ab 11. April an Werktagen 26 Züge von Gols nach Wien beziehungsweise kommen 28 Züge aus Wien an (Basis Fahrplan Bhf. Gols). Der erste Zug fährt von Gols um 04:15 nach Wien ab und erreicht den Hauptbahnhof um 05:12, der letzte verlässt Gols Richtung Wien um 22:46 und kommt um 23:43 an. In der Gegenrichtung kommt von Wien aus um 05:44 der erste Zug in Gols an, der letzte abends um 23:13.

Züge mit langem Aufenthalt im Bahnhof Bad Neusiedl am See, die bisher am Nachmittag lange Stehzeiten für die Einfahrt in den Bahnhof Neusiedl am See hatten, verkehren zukünftig nicht mehr und werden durch schnellere Verbindungen ersetzt. Die mit dem Bahnhofsumbau einhergehenden Geschwindigkeitserhöhungen auf der Strecke selbst (im Schnitt +20 km/h) ermöglichen künftig weitere neue attraktive Fahrplanmöglichkeiten.

Starker Anreiz zum Umstieg von Auto auf Bahn

Mit dem nunmehr abgeschlossenen Umbau des Bahnhofs in Gols seien wichtige Weichen gestellt worden, um den Schienenverkehr im Burgenland weiter zu attraktivieren, sagt Verkehrslandesrat Heinrich Dorner: "Mit mehr und schnelleren Verbindungen wird ein starker Anreiz für unsere Pendlerinnen und Pendler geschaffen, vom Auto auf den Zug umzusteigen." Gemeinsam mit dem Bund wird das Land in den nächsten Jahren über 260 Millonen Euro in die Bahnzukunft investieren und die klimafreundliche Mobilität intensiv vorantreiben. 

Das Bahnhofsprojekt sei „ein wesentlicher Schritt in Richtung nachhaltige Verkehrsinfrastruktur“, betonte NSB-Geschäftsführer Grimm. Durch die Umbaumaßnahmen und die damit mögliche Frequenzerweiterung können deutlich mehr Fahrgäste befördert werden.

Maßnahmen im Detail

Die Umbauarbeiten umfassten die Abtragung des bestehenden Randbahnsteigs und die Errichtung des zweiten Gleises sowie eines überdachten Mittelbahnsteigs, die Neugestaltung eines barrierefreien Bahnsteiges und Bahnsteigzuganges, den Einbau zweier neuer Weichen sowie die Anpassung der Fahrleitungsanlage und der Sicherungsanlage. Die Lichtzeichenanlage bei der Eisenbahnkreuzung Am Heideboden wurde in eine Schrankenanlage umgebaut. Außerdem wurden zusätzliche Parkmöglichkeiten für Pkw durch das Versetzen des bestehenden Wartehauses und für Fahrräder durch die Errichtung von fünf mietbaren Fahrradboxen geschaffen.

„Die Neusiedler Seebahn ist ein wichtiger Bestandteil und Partner der Gemeinde und eine Lebensader für die ganze Region“, betont der Golser Bürgermeister Kilian Brandstätter. „Die Bahn bringt Wohlstand, und die Investition in den Umbau bringt nicht nur große Vorteile und Verbesserungen für die Fahrgäste, sie ist auch ein wichtiger Impuls für die Wirtschaft und ein großer Gewinn für die Gemeinde und den Bezirk“.

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