Das Neusiedler Hallenbad ist gesperrt. Kein Bade- und Saunabetrieb mehr möglich, Schul- und Vereinsschwimmkurse wurden bereits abgesagt.

Von Birgit Böhm-Ritter. Update am 04. März 2020 (16:38)

Das Neusiedler Hallenbad ist seit Mittwoch, 12 Uhr, gesperrt. Wovor die Verantwortlichen der Freizeitbetriebe (FZB) GmbH und zuständige Bademeister seit Jahren warnen, ist nun eingetroffen. Aufgrund eines technischen Gebrechens ist der Betrieb nicht länger zu verantworten. Die Sperre wurde per Facebook bekannt gegeben.

Alarm schlug die Holzforschung Austria, die im Auftrag der FZB gestern Probebohrungen vorgenommen hatte. Die Untersuchung werde erst in einigen Tagen abgeschlossen sein, aber schon die ersten Ergebnisse, lassen nichts Gutes erwarten, heißt es von Seiten der FZB. Aus statischen Gründen wurde das Hallenbad nun geschlossen.

Schäden an Holztragestruktur

In einer ersten Stellungnahme hat die Stadtgemeinde auf ihrer Homepage die Sperre des Hallenbades folgendermaßen begründet: „Der bauliche Zustand der Holztragestruktur des Hallenbades hat sich infolge von Wassereintritt beziehungsweise bauphysikalischer Schäden dramatisch verschlechtert. Bereits 2006 wurde durch eine gutachterliche Stellungnahme der „Holzforschung Austria“ festgestellt, dass eine Generalüberholung des Dachbereiches hinsichtlich der bauphysikalischen Anforderungen und des Holzschutzes notwendig ist.

Ebenfalls im Jahr 2006 wurde durch ein weiteres Gutachten empfohlen, die Schäden an den Stahlbetonbauteilen umgehend beheben zu lassen. Im Oktober 2019 wurden von einem Tragwerksplaner aufgrund einer abgemorschten Holzstütze im Bereich des Galeriegeschosses Gefahr im Verzug festgestellt. Die notwendigen Sicherungsmaßnahmen wurden umgehend durchgeführt.“ Das Haftungsrisiko sei für FZB und Gemeinde wegen „Gefahr in Verzug“ zu groß. (www.neusiedlamsee.at)

Generalsanierung geplant

In einer Pressekonferenz Mittwochnachmittag erklärte Bürgermeisterin Elisabeth Böhm (SPÖ), dass das Hallenbad auf längere Zeit geschlossen bleibe,  es aber eine Generalsanierung geben werde.

Der Geschäftsführer der Freizeitbetriebe (FZB) Gmbh Georg Glerton verdeutlichte: „Ein Sanierungs- und Finanzierungskonzept ist seit Monaten fertig. Dieses wollen wir weiterverfolgen.“

Bis dato hat ein laufendes Verfahren am Bundesverwaltungsgericht die Sanierungspläne verzögert. Die Gemeinde hatte Einspruch gegen einen Bescheid des Bundesdenkmalamtes eingelegt, das das Hallenbad zum Teil unter Schutz stellen möchte. Die Entscheidung des Gerichts ist noch offen.

Einige Jahre kein Betrieb

Die dringend notwendige Sanierung hängt allerdings auch von der finanziellen Unterstützung ab, die die Stadt von Umlandgemeinden, Land und Bund lukrieren kann. Rund 7 Millionen wird die Renovierung kosten. „Alleine wird es die Stadt nicht schaffen. Jeder weiß, dass wir nach wie vor in der Konsolidierung sind“, sagte Böhm und betonte im gleichen Atemzug, wie wichtig das Hallenbad für die Region ist.

Auf die Frage wie lange es dauern  könnte, bis die Sanierung abgeschlossen sei, antwortete der anwesende Anwalt der Stadtgemeinde Johannes Wutzelhofer: „Bis zur Bauvergabe muss man mit 12 bis 15 Monaten rechnen und man kann eine Bauzeit von eineinhalb Jahren annehmen. Mit einem Zeitrahmen von drei Jahren wird man nicht falsch liegen.“