Parndorfer „Frunpark“: Wie geht es weiter?

Erstellt am 21. Jänner 2023 | 05:53
Lesezeit: 3 Min
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„Frunpark“. Unter dem Motto „Fun and Run“ wollte man die Kunden in das Fachmarktzentrum locken. Noch ist das Konzept in Parndorf nicht aufgegangen. Mit einem Lebensmittelgeschäft fehlt ein wichtiger Ankermieter. Außerdem verlässt der größte Mieter „XXL Sports & Outdoor“ Parndorf.
Foto: BBR
Nach dem angekündigten Rückzug des größten Mieters wird weiter fieberhaft mit einem Lebensmittelhändler verhandelt.
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Während die Parkplätze der drei großen Parndorfer Shoppingcenter regelmäßig überfüllt sind und das McArthur Glen Designer Outlet gar über einen höheren Dezember-Umsatz als 2019 jubelt, will der „Frunpark“ auf der gegenüberliegenden Seite der Bundesstraße nicht richtig in die Gänge kommen. Mehr als 20 Shops sollten in der Endausbaustufe im Fachmarktzentrum Platz finden.

Seit dem Start im Herbst 2020 tut man sich allerdings schwer zu einer Apotheke, dem 3.200 Quadratmeter großen XXL Sports & Outdoor Shop und dem vis-à-vis situierten Burger King weitere Mieter für die freien Flächen im ersten Bauteil zu finden. Noch dazu hat Letzterer vor einigen Tagen angekündigt, sich bis zum Jahresende aus dem gesamten Österreich-Geschäft zurückzuziehen. Eine Hiobsbotschaft für die Projektentwickler.

Ist der „Frunpark Parndorf“ gescheitert?

Geschäftsführer Peter De Roo bedauert den Rückzug von XXL Sports, zeigt sich aber weiterhin überzeugt, dass auch der Frunpark-Parndorf zu einem erfolgreichen Projekt werden kann. Ob das gelingt, hängt schließlich davon ab, ob ein Lebensmittelhändler für das Fachmarktzentrum als Ankermieter gewonnen werden kann. Verhandlungen werden seit Langem geführt, aber nicht nur Corona hat einem Vertragsabschluss bis dato einen Strich durch die Rechnung gemacht.

„Schon seit 2020 gab es Verhandlungen mit einem großen Newcomer, die sehr weit fortgeschritten waren. Aufgrund der allgemein bekannten Situation von Corona und den daraus resultierenden Lockdowns, Lieferkettenunterbrechungen und -engpässen, Erhöhungen der Baumaterialkosten usw. konnten diese Verhandlungen nicht zu Ende gebracht werden“, erklärt De Roo auf BVZ-Anfrage.

Seit dem Vorjahr verhandle man nun „sehr erfolgreich“ mit einem heimischen Lebensmittelhändler. Die derzeitige Situation in Bezug auf den Ukraine-Krieg sei aber nicht außer Acht zu lassen, dämpft De Roo die Erwartungen: „Die Projektkosten müssen aufgrund der enorm gestiegenen Energiepreise neu kalkuliert werden, was zu zeitlichen Verzögerungen führt.“ Er hoffe jedoch auf einen Abschluss der Verhandlungen im ersten Quartal dieses Jahres. Ein großer Lebensmittelmarkt sei schließlich Zugpferd für weitere Einzelhändler.

Schon vor Baubeginn, im Jahr 2018, schien Interspar als Ankermieter für den „Frunpark“ fix zu sein. Bis dato hält sich das Gerücht, eine neue Filiale der Lebensmittelkette könnte in den Raum Neusiedl-Parndorf kommen. Das dementiert allerdings Spar-Unternehmenssprecherin Nicole Berkmann. In diesem Gebiet gebe es keine konkreten Pläne von Interspar, heißt es gegenüber der BVZ.

Strenge burgenländische Raumplanung gibt Hoffnung

Eine geplante Novelle des burgenländischen Raumplanungsgesetzes, welche den Bau neuer Einkaufszentren und Supermärkte an Ortsrändern untersagt, könnte dem „Frunpark“ in die Hände spielen. Jedenfalls schmälert sie Chancen etwaiger neuer Konkurrenten.

„Für uns eröffnen sich wieder neue Perspektiven und Möglichkeiten. Es ist allgemein bekannt, dass die Raumordnungspolitik im Burgenland sehr streng geworden ist und es daher sehr schwierig werden wird, neue Genehmigungen zu erhalten“, erklärt Peter De Roo.

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