Initiative gegen Grenzverkehr in Pama/Deutsch Jahrndorf

Anrainer schließen sich zusammen und wollen so Durchzugsverkehr stoppen.

Erstellt am 21. Oktober 2021 | 06:12
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Anrainer aus Pama und Deutsch Jahrndorf: Eveline Metzl, Franz Jani, Anna Schulz, Irmi Hahn, Erich Zechmeister und Emmerich Metzl sind verärgert.
Foto: Jahn

Der Unmut über die „enorme Verkehrsbelastung in den beiden Gemeinden Pama und Deutsch Jahrndorf“ ist groß. Seit der Fertigstellung der Fahrbahn zwischen Deutsch Jahrndorf und der Staatsgrenze (L202) im Jahr 2019 sind die Einwohner mit einer massiven Steigerung des Verkehrsaufkommens konfrontiert (die BVZ hat berichtet). Die Anrainer wollen dies nun nicht mehr auf sich sitzen lassen und treten mit ihren Sorgen sowie Forderungen an die Öffentlichkeit: „Es ist erwiesen, dass Lärm krank macht, das können wir zu hundert Prozent bestätigen. Einige leiden schon unter Schlafstörungen. Ab circa fünf Uhr früh ist der Verkehr fast am schlimmsten. Da poltern und rasen die Autos - auch größere Fahrzeuge - durch die Ortschaft“, schildert Eveline Metzl - stellvertretend für die Anrainer aus Pama.

Das zentrale Problem - woraus die Verkehrsbelastung in erster Linie resultiere - sei, dass hier das beinahe ungehinderte Passieren der Grenze möglich gemacht wird. „In Nickelsdorf werden umfangreiche Gesundheitskontrollen durchgeführt, daher staut es sich dort klarerweise immer wieder. Man kann das genau beobachten. Wird in Nickelsdorf ein Stau gemeldet, merken wir das eine halbe Stunde später extrem bei uns in der Gemeinde. Die L202 ist zur Ausweichroute für all jene geworden, die entweder dem Stau oder den Kontrollen ausweichen wollen. Das muss doch jedem klar sein, dass, wenn ein einziger Grenzübergang nicht ordentlich kontrolliert wird, man den Verkehr dorthin lenkt“, hebt Franz Jani - stellvertretend für die Deutsch Jahrndorfer Anrainer - hervor.

Initiative „Stopp dem Durchzugsverkehr“

Auf Initiative von Heidi Horvath und Johannes Hafner wurden in den beiden Gemeinden Unterschriften gesammelt. Die Aktion war mehr als erfolgreich, denn „es kamen insgesamt um die 450 Unterschriften zusammen. Das beweist, wie unzufrieden die Bevölkerung mit den derzeitigen Umständen ist“, betonen Horvath und Hafner. Ihr ganzes Leben lang haben sie in Wien gearbeitet und gelebt. Nun, kurz vor der Pension, bauen die gebürtigen Pamaner sein Elternhaus an der Hauptstraße um: „Wenn wir das vor einem Jahr gewusst hätten, wären wir den Schritt nicht gegangen. Man schläft hier in einem kleinen Dorf ein und wird an der Südosttagente munter. So laut ist es hier in den Morgenstunden“, ärgert sich Heide Horvath.

Die Initiative fordert, dass der internationale Grenzübergang ausschließlich für Anrainer der angrenzenden Gemeinden - werktags von 9 bis 16 Uhr - benutzt werden darf und auch entsprechend kontrolliert und gesichert wird.