Kittseer Jungschauspieler im neuen Kinofilm „Me, We“. Der 24-jährige Kittseer Thomas Otrok spricht über seine neuesten Filmprojekte, Corona und den Sinn des Lebens.

Von Saskia Jahn. Erstellt am 26. Juni 2021 (05:38)
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Thomas Otroks aktuellstes Projekt ist die Rolle als „Flo“ in der Tragikomödie „Me,We“, die erst kürzlich auf der Diagonale in Graz Premiere feierte. Der Film erzählt von vier Menschen, deren Haltung zu Flucht und Asyl durch die Konfrontation mit der Realität massiv auf die Probe gestellt wird.
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Bereits im Jahr 2018 (im Rahmen eines BVZ-Interviews) zeichnete sich die steile Karriere des jungen Schauspielers Thomas Otrok ab. Schon damals war klar: Der Kittseer hat Großes vor.

Drei Jahre später ist der heute 24-Jährige um einige Erfahrungen und vor allem Filmprojekte reicher. Der BVZ gewährt er einen Einblick in seinen Alltag als österreichischer Newcomer.

BVZ: Welche Türen haben sich dir in den letzten drei Jahren geöffnet?

Thomas Otrok: Wenn ich so zurückblicke, hat sich doch einiges getan. Ich bin dankbar für jedes Angebot, um meinen Traumberuf weiterhin leben zu können. Neben vielen spannenden Serienprojekten wie „Meiberger - im Kopf des Täters“, „Soko Donau“ oder „Morden im Norden“ durfte ich auch bei einigen Spielfilmen mitwirken, wie zum Beispiel „Vier Saiten“ mit dem legendären Otto Schenk oder der Tragikomödie „Me,We“, die erst kürzlich auf der Diagonale in Graz Premiere feiern durfte. Jedes dieser Projekte war eine ganz eigene tolle Erfahrung.

BVZ: Was sind die Herausforderungen am Schauspieler-Dasein?

Otrok: Abgesehen von den enormen Herausforderungen der Pandemie ist der Schauspielberuf häufig nicht gerade von Sicherheit geprägt. Man muss sich jedes Mal aufs Neue beweisen und seinen Platz in dieser heiß umkämpften Branche finden. Aber genau das macht auch den Reiz aus. Es sind vor allem die vermeintlichen Rückschläge und dunklen Momente, die einen stärker, dankbarer und in weiterer Folge auch erfüllter machen. Mein Lieblingsphilosoph Friedrich Nietzsche hat gesagt: „Alle Hindernisse und Schwierigkeiten sind Stufen, auf denen wir in die Höhe steigen.“ Das beschreibt ganz gut meine Lebenseinstellung.

BVZ: Inwiefern hat Corona deinen Arbeitsalltag beeinflusst/verändert?

Otrok: Das vergangene Jahr war für mich wie auch für viele Kolleginnen und Kollegen sicher kein leichtes. Aber man merkt auch, dass jetzt wieder Bewegung in die ganze Sache kommt. Allmählich kommen wieder Angebote und Anfragen. Es warten auch noch ein paar Projekte auf ihre Veröffentlichung. Leider kann ich darauf nicht näher eingehen, aber man darf gespannt bleiben. Auf jeden Fall freue ich mich sehr, dass der wirklich gelungene Spielfilm „Me,We“ jetzt bald in die Kinos kommt. Der Film erzählt in vier parallel laufenden Geschichten, wie unterschiedlich wir mit geflüchteten Personen umgehen. Dabei ist er in keiner Weise belehrend oder richtend, sondern lässt dem Zuschauer die Freiheit, die authentischen Erzählungen einfach auf sich wirken zu lassen. Neben vielen wunderbaren Kolleginnen und Kollegen durfte ich „Flo“ verkörpern. Einen halbstarken Jugendlichen, der gemeinsam mit seinen Freunden junge Frauen vor den vermeintlich gefährlichen Flüchtlingen schützen möchte. Aber ich möchte nicht zu viel verraten.

BVZ: Wer ist Thomas Otrok fernab der Schauspielerei?

Otrok: Ich bin eigentlich immer dabei, mich weiterzubilden. Ich habe zum Beispiel in Corona-Zeiten begonnen, meine Matura nachzuholen. Nicht, um mich beruflich zu verändern, sondern um meiner zweiten Leidenschaft nachzugehen: das Philosophieren. Ich denke oft stundenlang über so manches scheinbar unwichtige Thema nach. Generell die Corona-Zeit habe ich - jetzt im Nachhinein gesehen - viel intensiver genutzt als davor. Ich hab begonnen, Klavier zu spielen, unglaublich viele Klassiker der Literaturgeschichte zu lesen, und forciert, mich zukünftig stärker in das Leben und die Zukunft unserer Gesellschaft einzubringen.